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Indien: Abinayas Familie hat ins Leben zurückgefunden

Akkaraipettai ist eines der vielen Dörfer im Nagapattinam-Distrikt, die vom Tsunami völlig zerstört wurden. Über 6 000 Menschen starben. Die Kindernothilfe-Partner im Nagapattinam-Distrikt halfen den Menschen in der ganzen Region mit Lebensmitteln, Kleidung, Zelten, Hausrat. Sie bauten Wohnhäuser, Kindertagesstätten und Gemeindezentren in 45 Dörfern des Distrikts wieder auf. Sie halfen auch Abinaya und ihrer Familie.

Ambedkar Nagar, Nagore, Nagapattinam: RCPDS, Regierungsangestellter legt Grundstein für Start von HäzoomEin Regierungsbeamter legt den Grundstein für den Bau neuer Häuser. Foto: Rajiv Kumar Abinaya war neun Jahre alt, als der Tsunami übers das Land raste. Sie spielte gerade mit ihren Geschwistern vor dem Haus, der Vater war drinnen beschäftigt, die Mutter unterwegs. „Plötzlich sah ich dicke, schwarze Wellen vom Meer kommen. Sie schluckten selbst die größten Bäume am Strand - die waren plötzlich einfach weg! Um uns herum tobte der Donner. Ich schrie nach meinem Vater. Trotz seiner kranken Beine kam er angelaufen und versuchte uns festzuhalten. Zusammen rannten wir weg. Aber mein Vater konnte nicht so schnell laufen." Das Mädchen schluckt und ringt um Fassung. „Als die Wellen uns einholten, konnte er nur noch mich und meinen Bruder festhalten. Meine zwei Schwestern wurden von den Wellen davongetragen. Ihre Körper haben wir nie gefunden."

Abinaya (14) aus Akkaraipettai, Nagapattinam-Distrikt, 5 Jahre nach dem Tsunami - siehe Artikel auf HomepagezoomAbinaya vor ihrem Haus. Foto: Kindernothilfe-Partner Die Mutter tot, zwei Schwestern tot, das Haus der Familie ein Haufen Schutt
Abinaya, ihr Bruder und ihr Vater kommen nach der Katastrophe in einem Schulgebäude unter. Als das Wasser abläuft, fangen sie an, ihre Mutter zu suchen. Sie finden sie schließlich, tot, von Booten zerschmettert. Drei Tage später kehren sie in ihr Dorf zurück. Ihr Haus ist nur noch ein Haufen Schutt. Sie haben alles verloren.

Die Kindernothilfe-Partner im Nagapattinam-Distrikt halfen den Menschen in der ganzen Region mit Lebensmitteln, Kleidung, Zelten, Hausrat. Sie bauten Wohnhäuser, Kindertagesstätten und Gemeindezentren in 45 Dörfern des Distrikts wieder auf. Abinaya und ihre kleine Familie zogen 2006 in ihr neues Haus.

Sirkali: SJDT: Von der KNH unterstützte Kindertagesstätte in Thennam PattinumzoomDer Kindernothilfe-Partner SJDT unterstützte nach dem Tsunami die Hilfsmaßnahmen im Nagapattinam-Distrikt. Foto: Rajiv Kumar

Der Vater leitet heute eine Selbsthilfegruppe
Der Kindernothilfe-Partner St. Joseph‘s Development Trust (SJDT) holte Psychologen in die Dörfer, damit sie sich um die traumatisierten Überlebenden kümmerten. Auch Abinaya und ihr Bruder machten eine Therapie. Heute ist sie wieder ein fröhliches Mädchen. Der Partner motivierte die Dorfbewohner, sich zu Selbsthilfegruppen zusammenzuschließen und gemeinsam Wege aus der Krise zu finden. SJDT initiierte als erste Organisation nach dem Tsunami in Akkaraipettai Selbsthilfegruppen für Menschen mit Behinderungen.

„Mein Vater hat früher wegen seiner Behinderung nicht gearbeitet, aber jetzt hat er sich sehr verändert", erzählt Abinaya stolz. „Zuerst war er überhaupt nicht an solch einer Gruppe interessiert, aber dann ging er doch zu einem Treffen. Heute ist er der Leiter der Gruppe! Das machte ihn richtig selbstbewusst. Er ging sogar zu den Behörden und besorgte sich einen Ausweis, mit dem er staatliche Unterstützung beantragen konnte. Das hätte er früher nie gemacht. Er bekam einen Kredit für den Kauf von zwei Kühen. Heute verkauft er jeden Tag Milch und verdient dadurch Geld für unseren Unterhalt."

 


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