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Das Traumabuch: Trostbuch und Fortbildung

Die Mädchen und Jungen in den Flüchtlingslagern an der Ostküste Sri Lankas sind noch immer schwer traumatisiert. Viele Kinder sind nach der Flutkatastrophe als die einzigen Überlebenden ihrer Familie allein zurückgeblieben und müssen die furchtbare Erinnerung und den Verlust ihrer Bezugspersonen verkraften. Ihre traumatische Belastung ist groß. Gemeinsam mit einer Partnerorganisation, die in der psychologischen Behandlung traumatisierter und misshandelter Kinder sehr erfahren ist, hat die Kindernothilfe ein Programm zur Traumatherapie für diese Kinder durchgeführt.

Kilinochchi - LTT/Tamil Tiger, JungenportraitFoto: Jens Großmann Das Projekt
In einem ersten Schritt wurden 600 geeignete Personen (Lehrer, Sozialarbeiter, Seelsorger) in Workshops zu Notfallhelfern ausgebildet. Die Workshops fanden in Galle, Colombo, Kandy und Nuwara Eliya Mitte bis Ende Januar 2005 statt. Der Schulung durch die Mitarbeiter wurde eine Broschüre, das so genannte "Trostbüchlein" zur Traumabewältigung des Kinderpsychologen David Goodwin zu Grunde gelegt, das in Singhalesisch und Tamil übersetzt und in entsprechender Stückzahl produziert wurde. Auch die Helfer bekamen ein Handbuch zur Traumabewältigung ausgehändigt.

Bei den Besuchen in den Flüchtlingslagern stellen die Helfer einen direkten Kontakt zu den traumatisierten Kindern her. Durch eine möglichst intensive Einzelfallbetreuung versuchen sie gemeinsam mit den Kindern, die schlimmen Erinnerungen und die Verluste allmählich aufzuarbeiten.

Vor allem Kinder im Alter von etwa fünf bis acht Jahren werden sehr genau beobachtet. In mehrtägigen Schulungen lernen die Mitarbeiter, wie sie mittels des Trostbüchleins die schrecklichen Ereignisse der Flutkatastrophe mit den Kindern aufarbeiten können.  

Seebeben: Trostbuch - TraumabewältigungSeite aus dem Trostbuch. Foto: Kindernothilfe Mit Hilfe dieses Trostbuches sollen die Kinder den Tag der Flut in Worten und Bildern beschreiben. Einfache Fragen und Piktogramme helfen dabei, die Emotionen zu artikulieren: "How I feel mostly?", "What I want to say to my friends who died!". Vor allem Malen hilft den Kindern, die schrecklichen Bilder in ihren Köpfen zu verarbeiten. Sie sehen an den Bildern anderer Kinder, dass auch sie das gleiche gesehen und erlebt haben und fühlen sich dadurch in ihrer Angst und in ihrem Schmerz nicht alleine. Auch durch Singen, Tanzen und in verschiedenen Gruppenspielen artikulieren und verarbeiten sie das Erlebte. Neben dem seelischen Zustand fragt das Buch auch nach biografischen Angaben, möglichen physischen Verletzungen und Freunden, die gestorben sind. Zwölf Verhaltensregeln sollen darüber hinaus die Mädchen und Jungen schützen: vor dreckigem Wasser, zerstörten Gebäuden oder neuen Verletzungen.

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