Brasilien: Zukunft schaffen durch Sport und Ausbildung

Judo in brasilianischen Favelas

Wie in vielen Ländern Lateinamerikas ist in Brasilien die Kluft zwischen dem großen Teil der armen und einem kleinen Teil der reichen Bevölkerung besonders groß. Die Auswirkungen zeigen sich deutlich in den Favelas, den Armutsgebieten um die Großstädte. Dort leben arme Familien oft abgegrenzt von gesellschaftlichem Leben - ohne sozialen Rückhalt. Durch Sportangebote und Treffpunkte zur Freizeitgestaltung hilft Kindernothilfe Jugendlichen, dem tristen Alltag zu entkommen und soziale Kontakte zu knüpfen (94218/AA/12).

Das Leben in einer brasilianischen Favela, Foto: Jakob StudnarzoomHelfen Sie mit Ihrer Spende!

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Das gefährliche Leben in den Favelas
In den Favelas von Campo Limpo und Capão Redondo am Rand der größten Stadt Südamerikas, São Paulo, leben die Menschen in Hütten aus Holz, Blech und Plastik, oft ohne ein Minimum an Infrastruktur. Vielfach müssen Mütter ihre Kinder allein aufziehen und ernähren. Die Mütter müssen arbeiten gehen, wodurch die Kinder auf sich allein gestellt sind und ihren Tag auf der Straße verbringen. Durch fehlende soziale Strukturen sind diese Kinder nahezu gesellschaftlich isoliert. Nur für zwei von drei Kindern gibt es einen Schulplatz. Es fehlt an Sport-, Kultur- und Gesundheitseinrichtungen. Parks oder Kinderspielplätze sind praktisch nicht vorhanden. So kann es passieren, dass die Kinder ins Drogenmilieu geraten, arbeiten oder betteln müssen. Auf der Straße sind sie den Gefahren von sexueller Ausbeutung und Gewalt ausgesetzt.

Judo-Kurse stärken das Selbstbewusstsein
Die Kindernothilfe will nun die Kinder und Jugendlichen durch unterschiedliche Aktivitäten und Kurse vom Leben auf der Straße fernhalten. Das besondere an dem Projekt „Vidas em Jogo" sind die Judo-Kurse. Je 25 Kinder und Jugendliche aus den Favelas werden in einem Kurs von einem speziell geschulten Judo-Lehrer trainiert. Zahlreiche Sportpsychologen bestätigen, dass diese Selbstverteidigung das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt. Sie fördert die motorischen Fähigkeiten, Körperbeherrschung und das Verantwortungsgefühl. Die Kinder und Jugendlichen lernen ihre Aggressionen zu kontrollieren und knüpfen außerdem Kontakte zu Gleichaltrigen. Judo leistet auf diese Weise einen Beitrag zur Gewaltreduzierung in den Favelas und zur sozialen Integration.

Ein Judo-Kurs für benachteiligte Kinder in Brasilien, Foto: SchübelinzoomEin Judo-Kurs für benachteiligte Kinder in Brasilien, Foto: Schübelin Bildung für Jung und Alt
Zusätzlich zu den Judo-Kursen schafft unsere Partnerorganisation AEB (Associação Evangélica Beneficente) noch neue Anlagen für andere Freizeit- und Sportaktivitäten. Aber auch die Eltern werden aktiv mit in das Projekt einbezogen: Die Erwachsenen können an Kursen teilnehmen, die ihre Chancen auf ein besseres Einkommen erhöhen. Denn sie lernen zum Beispiel schneidern, kochen oder Brot backen. Darüber hinaus werden die Eltern in Kursen für häusliche Gewalt sensibilisiert und über Umweltschutz informiert. Mit dem Wissen können Eltern ihren Kindern einen neuen Weg in eine bessere Zukunft ermöglichen und die Kinder können diesen Weg mit neuem Selbstvertrauen gehen.

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