Eine bessere Zukunft für Kinder im Armenviertel

Schulbildung, Gesundheit und eine sorgenfreie Kindheit für arme Kinder in Ecuador

Die Armenviertel der Hafenstadt Guayaquil in Ecuador sind dreckig, eng, gefährlich und voller Gewalt. Kinder leben hier ohne Perspektive auf eine bessere Zukunft. Das Gemeindezentrum „Don Bosco" geht die Probleme des Viertels aktiv an: bessere Schulbildung für Kinder, Gesundheitsvorsorge und die Unterstützung der Eltern machen den Weg frei in eine bessere Zukunft für die Kinder, ihre Eltern und das ganze Viertel.

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Ohne Arbeit, ohne Zukunftsperspektive
Viele Familien in Ecuador können die Armut und den Hunger auf dem Land nicht mehr ertragen und hoffen auf ein besseres Leben in der Stadt Guayaquil. Sie haben aber oft keine Ausbildung, können nicht lesen und schreiben und sind damit praktisch chancenlos auf dem Arbeitsmarkt. Die Familien leben in den zum Teil sumpfigen Gebieten am Stadtrand, in Pfahlbauten unter unhygienischen, unzumutbaren und äußerst gefährlichen Bedingungen. 

Schwere Kindheit im Armenviertel
Kinder, die in den Armenvierteln von Guayaquil wohnen, leiden unter Gewalt, blicken hoffnungslos in die Zukunft und leben in ständiger Angst. Eine Großfamilie teilt sich meist einen Raum. An Platz zum Spielen oder etwas Privatsphäre ist gar nicht zu denken. Das Geld, das die Eltern verdienen, reicht oft nicht zum Überleben. So sind zwei von fünf Kindern in Guayaquil gezwungen, ebenfalls zu arbeiten, damit es für die ganze Familie genug zu essen gibt. Der Enge, der Unzufriedenheit und der Perspektivlosigkeit versuchen viele Väter, durch Alkohol zu entkommen. Sie neigen oft zu Gewaltausbrüchen und misshandeln ihre Frauen und Kinder.

Gebaut im Sumpf - dreckige Lebensverhältnisse in Guayaquil.Foto: Kindernothilfepartner zoomGebaut im Sumpf - dreckige Lebensverhältnisse in Guayaquil. Foto: Kindernothilfepartner Gemeindezentrum Don Bosco
Im Stadtteil Cooperativa Independencia wird jetzt vom katholische Salesianer-Orden ein Gemeindezentrum errichtet. Das Grundstück dafür wurde den Salesianern von der Stadt zur Verfügung gestellt. Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren können sich hier treffen, gemeinsam spielen und lernen. Nach der Schule essen sie gemeinsam im Gemeindezentrum ein warmes Mittagessen. Besonders wichtig ist der Nachhilfeunterricht und die Hausaufgabenhilfe. Denn Zuhause haben die Kinder niemanden, der ihnen hilft oder Fragen beantworten kann. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Die Mädchen und Jungen schließen sich in Kinder- und Jugendgruppen zusammen und organisieren selbst Freizeitaktivitäten und Ausflüge. Mit ihren Theater- und Musikaufführung wollen sie bald an die Öffentlichkeit gehen. Dabei sollen die Gewalt in den Familien das Thema Kinderrechte angesprochen werden.

Ein fröhlicher Blick in die Zukunft - Bildung ist der Schlüssel! Foto: KindernothilfepartnerzoomEin fröhlicher Blick in die Zukunft - Bildung ist der Schlüssel! Foto: Kindernothilfepartner Bessere Schulen für Kinder
Die Arbeit der Salesianer findet nicht nur in den Räumen des Gemeindezentrums statt. Gezielt gehen sie auf die drei Schulen des Viertels zu und arbeiten dort eng mit den Lehrern zusammen. Die Lehrer können an Fortbildungen teilnehmen: dadurch verbessert sich der Unterricht. Jede Schule bekommt eine Lernbox, die Spiel- und Lernmaterialien enthält. Die staatlichen Schulen sind nämlich meist miserabel ausgestattet und die Lehrer haben keine Materialien,die sie im Unterricht verwenden können.

Schule für die Eltern
Auch die Eltern können durch das Projekt viel lernen. Die Mütter und Väter nehmen an Kursen teil, die sie über gesunde Ernährung und Schutz vor Krankheiten aufklären. Oder Projekt-mitarbeiter zeigen ihnen, wie sie einen kleinen Garten anlegen können. So verbessern sie aktiv die Ernährung ihrer Familie. Sie können sich im Gemeindezentrum „Don Bosco" auch an eine Psychologin wenden, die sie bei Konflikten in der Familie unterstützt.
Außerdem können die Eltern, insbesondere die Mütter, mit Hilfe von Mikrokrediten und Fortbildungen Kleinstunternehmen gründen, um das Familieneinkommen zu verbessern. Hierbei werden sie von einem Projektmitarbeiter unterstützt und begleitet. Ziel des Projektes ist, das Leben in den Familien so zu verändern, dass Eltern genug verdienen, der Umgang untereinander liebevoller wird, Mädchen und Jungen zur Schule gehen können und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

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