Im Mai waren drei Jugendliche aus der kleinen peruanischen Stadt La Oroya bei Bundestagsabgeordneten aus verschiedenen Fraktionen in Berlin zu Besuch. Die Jugendlichen waren auf Einladung der Kindernothilfe und des ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen (ELM) zum 32. Evangelischen Kirchentag nach Deutschland gekommen. In verschiedenen Veranstaltungen berichteten sie über ihren Kampf gegen die verheerende Umweltverschmutzung in La Oroya. In ihrem Engagement für eine bessere Umwelt erhielten sie nun aktive Unterstützung durch die Abgeordneten.

Die Jugendlichen in Berlin: v.l.n.r.: Esther Hinistroza, Christel Riemann-Hanewinckel (MdB), Abigail Vilchez, Michael Schrick (SPD-Fraktion), Abraham Canchanya, María Ramirez und Frank Schwabe (MdB). Foto: Jürgen Schübelin
Die drei Jugendlichen, die Mitglieder eines Ökologie-Netzwerkes der peruanischen Organisation "Filomena Tomaira Pacsi" sind, berichteten den Abgeordneten von der verheerenden Situation in der Stadt La Oroya, die zu den zehn am stärksten mit Umweltgiften kontaminierten Orten der Welt gehört. Sie erzählten von den dramatisch überhöhten Blei-, Cadmium- und Arsenwerten im Blut sämtlicher Bewohner und den furchtbaren gesundheitlichen Folgen, unter denen besonders die Kinder leiden.
Die Abgeordneten waren beeindruckt von dem Engagment der Jugendlichen und sagten Abigail, Abraham und María noch während des Gesprächs in Berlin ihre Solidarität und Unterstützung beim Kampf für eine lebenswerte Umwelt zu. Und sie hielten Wort: Ute Koczy, Sascha Raabe, Jürgen Kucharczyk, Christel Riemann-Hanewinckel und Frank Schwabe richteten sich an den peruanischen Staatspräsidenten Alan García, an den peruanischen Umweltminister und an den Präsidenten der Doe-Run-Company in den USA und forderten in ihren Briefen die Einhaltung von Umweltauflagen und die längst überfällige Ausstattung der Anlage in La Oroya mit modernen Filteranlagen.
Bereits seit 1997 unterläuft der US-Minen- und Hüttenkonzern „Doe Run" immer wieder die peruanischen Umweltmindeststandards. Die gesamte Umgebung von La Oroya, die Böden als auch das Wasser, sind in weitem Umkreis durch Schwermetalle verseucht. Moderne Filter- und Abwasserreinigungstechnologien jedoch könnten die toxischen Emissionen innerhalb von kurzer Zeit stoppen.
Abigail, Abraham und María freuen sich, dass sie durch ihre Berichte Menschen in Deutschland motivieren konnten, sich für eine kleine Stadt in Peru einzusetzen. Für die drei Jugendlichen ist es ein wunderbares Ergebnis ihrer Reise nach Deutschland, dass die Abgeordneten Wort gehalten haben und sie aktiv in ihrem Kampf für eine bessere Umwelt unterstützen.