Peru

Peru: Kampf um Goldmine spitzt sich zu
Kindernothilfe kritisiert Vorgehen der Regierung

Peru: Proteste gegen Conga-Mine People demonstrate in solidarity with protests in the region of Cajamarca against Newmont Mining project in downtown LimazoomFoto: Reuters Vier Tote und dutzende Verletzte bei Demonstrationen, zudem drei Provinzen im Ausnahmezustand: Ein seit Monaten schwelender Konflikt in Peru um den größten Goldminenbau des Landes hat einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht. Die Arbeit der Kindernothilfe und ihrer Partner in den betroffenen Gebieten ist eingeschränkt, Projektbeteiligte kamen bisher glücklicherweise nicht zu Schaden. Die Kindernothilfe und ihre lokalen Partner kritisieren das Vorgehen der peruanischen Regierung.

Gegner der geplanten Gold- und Kupermine Conga hatten am 3. Juli versucht, das Gebäude der Provinzverwaltung Cajamarca, die Polizeiwache und das Gericht zu stürmen. Bei anschließenden Auseinandersetzungen mit der Polizei starben vier Demonstranten, rund 50 wurden verletzt. „Wir sind bestürzt über das brutale Vorgehen der Polizei", sagt Beate Eckerskorn, Kindernothilfe-Referentin Andenländer. „Anstatt auf Deeskalation und demokratische Verhandlungen zu setzen, geht die Regierung schon seit Monaten mit übermäßiger Härte gegen die Gegner der Mine vor."

Die Demonstranten lehnen den Bau der Mine ab, da sie irreversible Umweltschäden befürchten. Vier Seen würden stillgelegt, zudem droht die Verseuchung von Flüssen und Grundwasser, da Goldstaub oftmals mit hochgiftigem Zyanid aus den Steinen ausgewaschen wird.

Nach den Demonstrationen hat die peruanische Regierung in den Provinzen Celendín, Bambamarca und Cajamarca den Ausnahmezustand ausgerufen und somit mehrere Bürgerrechte ausgesetzt - etwa die Versammlungs- und Bewegungsfreiheit sowie die Unverletzlichkeit des Wohnraums. „Leider ist durch diese Maßnahmen auch die Arbeit der von uns geförderten Projekte beeinträchtigt", so Eckerskorn. Aufgrund von Straßensperren können etwa Mitarbeiter des lokalen Partners Bibliothecas nicht alle Mädchen und Jungen erreichen ihres Projektes erreichen - sie fördern über 100 Kinder mit Behinderungen. Auch Incap, ein Partner, der rund 500 Kinderarbeiter unterstützt, kann momentan nicht uneingeschränkt arbeiten. Insgesamt fördert die Kindernothilfe mit ihrer Entwicklungszusammenarbeit in Peru rund über 9000 Kinder und Jugendliche.

„Besonders beunruhigend ist, dass der Minenbau die Bevölkerung immer weiter entzweit", sagt Eckerskorn. „Selbst kleine Gemeinden sind mittlerweile in Gegner und Befürworter gespalten, und die Konflikte zwischen ihnen werden immer härter ausgetragen. Gerade hier müsste der Staat vermitteln und nicht zuschlagen!"

Ein US-Unternehmen will bis 2017 die größte Gold- und Kupfermine Perus anlegen und verspricht für diesen Zeitraum 7.000 Arbeitsplätze. Im November 2011 wurde das Projekt auf Eis gelegt, um die möglichen Umweltschäden zu prüfen. Die Regierung hatte die Weiterführung des Projektes im April beschlossen, nachdem eine Umweltverträglichkeitsstudie vorgelegt worden war. Seitdem haben sich die Proteste wieder verschärft, unter anderem riefen verschiedene soziale Organisationen zum Generalstreik auf, der immer noch andauert.


 

Sollten mehr Spenden eingehen als kurzfristig für die vorgestellte Projektarbeit benötigt werden, setzen wir diese für weitere Projekte zugunsten Not leidender Kinder ein.

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