Tacobamba ist eine der ärmsten Regionen in Bolivien. Die Mehrheit der ländlichen, indigenen Bevölkerung lebt in bitterer Armut. Besonders leiden die Kinder: Sie sind mangelernährt, trinken verschmutztes Wasser, es gibt keine gesundheitliche Versorgung und nur ein schlechtes Bildungssystem. Das Land durchlebt derzeit einen Wandel. So soll die indigene und ländliche Bevölkerung mehr beteiligt und ihre Lebensbedingungen verbessert werden - das sind gute Voraussetzungen für die Projektarbeit der Kindernothilfe (Proj. 90041/AA/12).

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Stichwort: Z57339, Kinderarmut in Bolivien
Von der Hand in den Mund
„Wir haben nicht genug zu Essen für unsere Kinder, die Schule ist weit entfernt, es fehlt an wichtigen Medikamenten", klagt Pedro (Namen geändert) - einer von 650 Familienvätern, die ihren Kindern endlich ein besseres Leben ermöglichen wollen. Pedro hat vier Töchter zu versorgen, Alberta (Name geändert) ist die Älteste. Die Familie wohnt in Cancha Pampa im Distrikt Tacobamba. Die Landschaft ist karg, die Bewässerung der Felder schwierig. „Wir versuchen, vom Ertrag unseres Feldes zu leben", erzählt er, „aber die Ernte reicht oft nicht, um die Kinder satt zu kriegen."
Speiseöl und Reis
So macht sich Albertas Mutter einmal pro Woche auf nach Potolo, fünf beschwerliche Stunden ist sie zu Fuß unterwegs. „Ich verkaufe auf dem Markt Eier", sagt sie, „manchmal auch ein paar Kartoffeln." Von dem kargen Verdienst kauft sie Speiseöl und Reis. „Trotzdem leiden Alberta und die anderen oft Hunger", erzählt sie traurig.
Bildung leidet
Alberta geht zwar in die staatliche Grundschule, ist aber jeden Tag drei Stunden dafür unterwegs. „Mein Lieblingsfach ist Spanisch", sagt die Elfjährige, in Bolivien die offizielle Amtssprache. Alberta möchte später Lehrerin werden - ein Traum, der ohne Unterstützung nicht in Erfüllung gehen kann.
Projekt für Kinder
Wir haben in sieben Gemeinden im Gebiet Tacobamba ein Projekt gestartet, das wir mit Ihrer Hilfe verwirklichen wollen. Alberta und die anderen Kinder stehen dabei im Zentrum der Hilfe: „Alle sollen genug zu essen haben, wir wollen Kindergärten und Schulen bauen, Gesundheitszentren mit Medikamenten ausstatten, Gesundheitshelfer ausbilden und Impfkampagnen starten", fasst Socrates Encalada Olguin, Projektleiter* vor Ort, zusammen.

Bessere Bildungschancen für Kinder aus Bolivien, Foto: Jürgen Schübelin
Jeder macht mit - jeder profitiert!
Geplant ist auch die Einrichtung von sieben Schulbäckereien sowie ein Speisungsprogramm in Kindergärten und Schulen. „700 Kinder bekommen so endlich einmal am Tag eine warme Mahlzeit", betont Olguin. Damit die Familien dafür in Zukunft selbst sorgen können, lernen sie verbesserte landwirtschaftliche Anbaumethoden. „Sie bekommen Saatgut und optimieren die Bewässerung ihrer Felder." Geplant ist außerdem der Bau von 400 Gewächshäusern. Alberta ist nur eine von über 1.000 Kindern, die von der Projektarbeit profitieren - und selber mitmachen. Olguin: „Hauptakteure des Projekts sind die Kinder und Familien selbst. Wir haben gemeinsam Lösungsansätze erarbeitet, entstanden ist ein umfassendes Projekt. Jeder macht mit!"
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