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Projekt: Hilfsprogramm gegen HIV/Aids
Projekt-Nr.: 45005
geförderte Kinder: 100
Projektanteile gesamt: 1.386
Aids breitet sich in Russland explosionsartig aus: Drei Viertel aller Infizierten haben sich in den vergangenen fünf Jahren angesteckt. Besonders gefährdet sind junge Frauen. Und so kommen immer mehr Kinder auf die Welt, deren Mütter mit dem HI-Virus infiziert sind. Niemand kümmert sich um diese Familien, im Gegenteil: Die Frauen werden diskriminiert, von Ärzten abgewiesen, ihre Söhne und Töchter bekommen keinen Platz in Kindergärten und Schulen. Die Kindernothilfe unterstützt Familien, die von HIV/ Aids betroffen sind (Proj. 45005) .
Familienhilfe-Projekt: Ein Zentrum voller Hoffnung
Viele HIV-infizierte Mütter geben gleich nach der Geburt ihre Kinder weg - aus Verzweiflung, denn Staat und Gesellschaft lassen die Frauen allein. Sie sehen sich vor scheinbar unlösbare Probleme gestellt. Nicht genug, dass die Frauen durch ihre Krankheit geschwächt sind. Noch dazu haben sie oft nicht genug Geld, um sich und ihre Kinder zu versorgen.
Viele der jungen Mütter oder ihre Partner sind drogenabhängig. Kinder, die in solche Familienverhältnisse hineingeboren werden, werden oft völlig vernachlässigt. Sie hausen in heruntergekommenen Wohnungen, ohne Heizung und fließendes Wasser. Ein Raum muss für eine ganze Familie reichen. „Die Kinder werden nicht gefördert, gehen nicht in den Kindergarten. Viele haben nicht einmal genug zu essen", sagt Julia. Die Sozialarbeiterin arbeitet beim Kindernothilfe-Partner Innovationen. „Es ist der Kreislauf aus Arbeitslosigkeit und Armut, aus Drogen und Aids, aus dem die Eltern allein nicht herausfinden. Aids ist in Russland ein Tabu, das Kinder und Erwachsene an den Rand der Gesellschaft drängt."

Junge Mütter erhalten Unterstützung. Foto: Frank Rothe
Aids drängt Kinder an den Rand der Gesellschaft
Die größten Verlierer sind die Kinder. Viele sind mangelernährt, verwahrlost, ein Großteil trägt schwere psychische Schäden davon. Drogenabhängige und Kinder, die im Drogenmillieu aufwachsen, werden in Russland vom Staat ignoriert.
Innovationen gründete im Jahr 2003 das Familienhilfe-Projekt für HIV-infizierte Eltern und ihre Kinder. Zumeist richtet sich die Hilfe an alleinerziehende Frauen und Kinder, die in Armut leben, die HIV-infiziert sind und teils viele Jahre drogenabhängig waren. Im Familienzentrum bekommen sie Unterstützung. Ziel ist es, den überforderten Frauen zu helfen, damit ihre Kinder so normal wie möglich aufwachsen können. Die Kinder sollen so lange wie möglich bei ihren Müttern bleiben und nicht in einem Heim leben müssen.
Praktische Lebenshilfe
Die Mitarbeiter des Familienhilfeprojekts beraten und begleiten die Mütter. Im Team arbeiten neben der Projektleiterin zwei Sozialarbeiterinnen, eine Sozialpädagogin, zwei Psychologen und eine Aids-Beraterin. Sie führen Erziehungs- und Drogenberatung, psychologische Beratungen, Gesprächstherapien und psychotherapeutische Sitzungen mit den Kindern durch. Außerdem lernen die Mütter etwas über Hygiene und gesunde Mahlzeiten zu kochen. In Selbsthilfegruppen treffen sich HIV-infizierte Mütter. Dort tauschen sie sich über ihre Erfahrungen und Probleme aus. Außerdem hilft das Zentrum den Frauen bei Problemen mit Behörden, bei der Arbeitsplatzsuche oder bietet Schutz bei häuslicher Gewalt. Darüber hinaus vermittelt das Familienhilfeprojekt den Frauen Nähkurse und Computerkurse. Dies hilft den Müttern, Arbeit zu finden.
HIV/Aids-Aufklärung
Die Aids-Beraterin macht die Eltern mit den Gesetzen zum Schutz von Menschen mit HIV-Infektionen vertraut. Außerdem organisiert sie Kurse mit Ärzten, die über Aids aufklären und hilft den Eltern, einen Platz für eine anti-retrovirale Therapie zu bekommen.
Betreuung für die Kinder
Während die Eltern in den Kursen sind oder Beratung erhalten, werden ihre Kinder vom Projekt betreut. Dafür wurde eigens ein Spielzimmer eingerichtet. Hier bietet sich den Kindern auch die oft einzige Gelegenheit mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen - für die soziale Entwicklung der Kinder ist dies von großer Bedeutung. In besonderen Fällen versorgen die Mitarbeiter des Projekts die Familien mit Lebensmitteln, Medikamenten und Kleidung.

Kindernothilfe-Botschafterin Natalia Wörner in St. Petersburg. Foto: Kindernothilfe
Kindergarten „Der kleine Prinz"
Jedes Kind von HIV-infizierten Eltern bekommt einen entsprechenden Vermerk in seinem Gesundheitspass - egal, ob es selbst den Virus hat oder nicht. Die Folge: Staatliche Kindergärten weisen die Kinder ab, die Mütter müssen sich den ganzen Tag um ihre Söhne und Töchter kümmern. Für Arbeit oder Behördengänge bleibt keine Zeit.
So wurde im September 2007 der Kindergarten „Der kleine Prinz" für 20 Kinder aus HIV-betroffenen Familien eröffnet. Einige der Kinder tragen selbst das Virus in sich. Ausgebildete Betreuerinnen spielen, malen und musizieren mit den Kindern und gehen mit ihnen auf den Spielplatz. Außerdem lernen die Mädchen und Jungen selbstständig zu essen, die Toilette zu benutzen und auf Hygiene zu achten. Sind die Kinder krank, leiten die Pädagoginnen rechtzeitig die ärztliche Behandlung in die Wege. Durch Information und Schulung der Eltern können sie Krankheiten vorbeugen und den HIV-infizierten Eltern und Kindern helfen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.
Auch die Mütter profitieren vom Kindergarten: Ihre Söhne und Töchter werden gut betreut und die Frauen haben Zeit, einer Arbeit oder Ausbildung nachzugehen. So können sie Geld zum Leben verdienen.
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