Selbsthilfegruppen in Äthiopien

Typische Siedlung in Äthiopien. Foto: Anja Oßwald
Projekt (6095/AC/47)
Gründung von 1.000 Selbsthilfegruppen zur sozialen Stärkung von Frauen
Zielgruppe
15.000 Frauen in 1.000 Selbsthilfegruppen in Addis Abeba, Oromia und Southern Nations, Nationalities and Peoples' Region (SNNPR )
Projektträger
Facilitator for Change (FCE), Addis Abeba
Laufzeit
April 2008 bis Dezember 2011
Finanzierung
394.526 Euro BMZ-Anteil, 131.509 Euro Kindernothilfe-Anteil
Das Projekt
Der Kindernothilfe-Partner „Facilitators for Change” möchte mit Hilfe dieses Projektes gezielt die Rolle der Frauen stärken. In Kooperation mit zehn weiteren äthiopischen Organisationen wird seit 2008 ein Selbsthilfegruppen-Konzept aufgebaut: Jeweils 15-20 sehr bedürftige Frauen aus demselben wirtschaftlichen und sozialen Umfeld gründen eine Selbsthilfegruppe. Durch die Gemeinschaft, die sie hier erfahren, lernen die Frauen, dass sie nicht isoliert und machtlos sind, sondern durch gegenseitige Unterstützung viel erreichen können. Die Frauen erhalten vielfältige Trainings, um sie beispielsweise mit dem Selbsthilfeansatz vertraut zu machen, ihre Persönlichkeit zu stärken oder grundlegende Kenntnisse zum Umgang mit Geld zu vermitteln.

Vorbildlich angelegte Gemüseflächen. Foto: Anja Oßwald
Projektfortschritte
In den vergangenen 21 Monaten konnten von den 10 beteiligten Organisationen 291 Selbsthilfegruppen gegründet werden. Das sind fast ein Drittel des gesamten Plans! Mehr als 5.200 Frauen organisieren sich bereits in solchen Gruppen, bis zum Ende des Projektes soll die Anzahl auf 15.000 Frauen ansteigen. Jede Woche sparen die Teilnehmerinnen einen kleinen Betrag an, der anfangs umgerechnet 10 Cent pro Woche betrug und inzwischen von den meisten Frauen verdoppelt werden konnte. Sobald die Ersparnisse etwas angewachsen sind, werden sie nach selbst festgelegten Kriterien an Mitglieder ihrer Gruppe zur Umsetzung oder Erweiterung von Geschäftsideen verliehen. So werden beispielsweise Lebensmittel auf dem einen Markt gekauft und auf einem anderen verkauft, was zu einer großen Dynamik geführt hat, da innerhalb von kurzer Zeit erstaunliche Gewinne erzielt werden. Insgesamt konnten die Frauen bisher etwa 22.500 Euro ansparen. Mit Hilfe dieser zusätzlichen Einkünfte können diese Frauen nun einen Beitrag leisten, um ihre Familien besser zu versorgen, sie können sich beispielsweise regelmäßigere und gesündere Mahlzeiten leisten, ihre Kinder werden medizinisch versorgt und besuchen die Schule.
Rolle der Frau verändert sich
Durch die Mitarbeit in einer Selbsthilfe-Gruppe nehmen viele Frauen zum ersten Mal an Gruppenaktivitäten teil und fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft, die füreinander einsteht. Der Zusammenhalt in der Gruppe ermutigt sie nicht nur zur Durchführung wirtschaftlicher Aktivitäten, sondern führt auch zu stärkerem sozialen Engagement. So werden während der wöchentlichen Treffen Themen und Probleme der Frauen angesprochen, die sie besonders betreffen, wie zum Beispiel Genitalverstümmelung von Mädchen, HIV/Aids, häusliche Gewalt. Dieses Miteinander und das Gefühl der Akzeptanz ist völlig neu für die Frauen. Es stärkt sie und ihre Kinder und führt zu einer positiven Lebenseinstellung.
Ein Ansatz, der weitergeht
Inzwischen haben sich schon einige Selbsthilfegruppen etabliert. Um ihren Einfluss weiter zu stärken und neue Möglichkeiten zu eröffnen, haben die Selbsthilfegruppen in den letzten Monaten 11 übergeordnete Interessensvertretungen gegründet, die so genannten „Cluster Level Associations”. Diese vernetzen die Gruppen miteinander und kümmern sich um die Vorhaben, die sie verwirklichen möchten, es aber nicht alleine angehen können wie z.B. sichere Schulwege für die Kinder, Verbesserung der Wasserversorgung oder Organisation einer Kampagne zur Aidsaufklärung. Im nächsten Jahr sollen zahlreiche, weitere Selbsthilfegruppen gegründet und die Strukturen weiter gestärkt werden, damit das Konzept nach dem Ende der Unterstützung eigenständig fortgeführt werden kann.
Wir danken allen Spendern, die dieses Projekt möglich machen!
Spenderservice