Kindernothilfe e. V.

Ruanda: Kinder des Bürgerkrieges

Kinder des Bürgerkrieges

Hilfe für die ärmsten Familien Ruandas

Junge hilft bei der Ernte. Foto: Dietmar RollerzoomJunge hilft bei der Ernte. Foto: Dietmar Roller Projekt (6700/AY/47)
Stärkung ärmster Bevölkerungsgruppen zur Förderung ihrer aktiven Teilhabe am Entwicklungsprozess in Ruanda.

Zielgruppe
Bis zu 100.000 Familienmitglieder sollen direkt profitieren, davon sollen 20.000 Frauen in Selbsthilfegruppen organisiert werden

Projektträger
African Evangelistic Enterprise Rwanda, AEE

Laufzeit
Oktober 2007 bis September 2011

Finanzierung
601.875 Euro EU-Anteil, 200.625 Euro Kindernothilfe-Anteil


Hintergrund
Während des Völkermordes im Jahr 1994 wurden in Ruanda fast eine Million Menschen ermordet - etwa jeder zehnte Einwohner. Noch heute leidet ein großer Teil der Bevölkerung unter diesem Trauma. Viele Menschen haben keine Heimat, soziales Misstrauen innerhalb der Bevölkerung ist stark verankert. Insbesondere Frauen und Waisen leben in großer Armut. Sie haben keine Möglichkeiten, ihre Interessen zu artikulieren und somit Teil des wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprozesses zu werden. Rund 90 Prozent der ruandischen Bevölkerung leben auf dem Land. Durch den zunehmenden Druck auf die natürlichen Ressourcen wird die Armut der Einwohner zusätzlich verschärft.

Frauen einer Selbsthilfegruppe. Foto: Dietmar RollerzoomFrauen einer Selbsthilfegruppe. Foto: Dietmar Roller Das Projekt / Fortschritte
Innerhalb von Selbsthilfegruppen entwickeln die Ärmsten der Armen neues Selbstvertrauen und Solidarität gegenüber ihren Mitmenschen. Die Selbsthilfegruppen bestehen ausschließlich aus Frauen. Insgesamt sind seit Beginn des Projekts 873 Gruppen in den Distrikten Nyamagabe, Muhanga und in Rubavu entstanden. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppen treffen sich wöchentlich. Sie werden von Projektmitarbeitern und Freiwilligen unterstützt. Im Zeitraum August 2009 bis Mai 2010 wurden 473 Vertreter von Selbsthilfegruppen geschult, um Konflikte bewältigen zu können (seit Projektstart insgesamt 1473). Es ist aus diesem Kreis ein Netzwerk entstanden, das sich gegenseitig in schwierigen Fällen zur Seite steht. Darüber hinaus wurden 1276 Vertreter von Selbsthilfegruppen zum Thema HIV/Aids ausgebildet, um dieses Wissen in die Gruppen hineinzutragen. Der Erfolg ist daran abzulesen, dass sich immer mehr Frauen freiwillig testen lassen, um ihren HIV-Status zu erfahren und diese wiederum andere Personen außerhalb der Selbsthilfegruppe animieren, sich ebenfalls testen zu lassen.

Nachhaltige Erfolge
Ein großer Schwerpunkt dieses Projektes liegt auf der verbesserten landwirtschaftlichen Produktion. Bisher wurden 435 Personen aus den Selbsthilfegruppen in nachhaltiger Landwirtschaft ausgebildet. Durch Terrassenanbau, Mulchen, angepassten Fruchtwechsel und den behutsamen Einsatz von Dünger und Pestiziden ist der Ertrag in allen Projektgebieten deutlich gesteigert worden. Dieser Erfolg motivierte auch andere, bisher noch zögerlich agierende Gruppen, ähnlich vorzugehen und ebenfalls dieses Training anzufragen. Damit die Ernten nicht sofort verkauft werden müssen, wurden in Nyamagabe und Muhanga und Rubavu Speicher errichtet. Auch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser konnte weiter verbessert werden: nun gibt es 18 Brunnen im Projektgebiet. Dies wird die Gesundheitssituation genauso nachhaltig verändern wie die Ausbildung von bereits 153 Gesundheitstrainern, die ihrerseits alle Mitglieder der Selbsthilfegruppen zu Fragen der Hygiene und Ernährung aufklären.

Wir sind sehr stolz auf die Fortschritte dieses Projektes und freuen uns über die große Solidarität unserer Spender in Deutschland!


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