Kindernothilfe e. V.

Äthiopien: Hilfe für mangelhaft ernährte Kleinkinder

Hinterhof macht Schule

Hilfe für mangelhaft ernährte Kleinkinder in Äthiopien

Wöchentliches Treffen einer Selbsthilfegruppe. Foto: Anja OßwaldzoomWöchentliches Treffen einer Selbsthilfegruppe. Foto: Anja Oßwald Projekt (6080/AF/47):
Förderung der städtischen Landwirtschaft zur Ernährungssicherung und Armutsreduzierung in Bishoftu, Äthiopien.

Zielgruppe:
1.260 arme Familien werden direkt profitieren. Mit durchschnittlich 6 Personen pro Haushalt ergibt dies etwa 18.000 Personen.

Projektträger:
Jerusalem Children and Community Development, JECCDO, Addis Abeba

Laufzeit:
Oktober 2007 bis Dezember 2010

Finanzierung:
182.249 Euro BMZ-Anteil, 60.750 Euro Kindernothilfe-Anteil


Hintergrund
Hunger ist in Äthiopien leider immer noch weit verbreitet. Gründe sind die wachsende Bevölkerung und die fortschreitende Erschöpfung der landwirtschaftlichen Grundlagen wie Boden und Wasser. Die Menschen hungern hauptsächlich in den Monaten Juni bis September, in dieser Zeit hat jeder vierte nur einmal täglich zu essen. Besonders katastrophal ist die Situation der Kleinkinder: Fast jedes zweite ist unterernährt. Auch in der 130.000-Einwohner-Stadt Bishoftu, 45km von Addis Abeba entfernt, ist die Lage nicht anders. Hier befindet sich das Projekt gegen Hunger und Armut des Kindernothilfe-Partners JECCDO.

Projektfortschritte
Das Projekt hat sich in den vergangenen drei Jahren sehr gut entwickelt. Die Aktivitäten ruhen auf zwei Säulen, die eine nachhaltige Veränderung der Lebenssituation der Menschen erzielen werden: die Etablierung städtischer Kleinlandwirtschaft und die Gründung von Selbsthilfegruppen.

So manche Hof-Fläche hat sich in eine Oase biologischer Gemüseerzeugung verwandelt:

Einer der ersten Marktstände. Foto: Anja OßwaldzoomEiner der ersten Marktstände. Foto: Anja Oßwald Man mag es kaum glauben, aber diese Familien haben vorher gehungert, sie gehörten zu den Ärmsten der Armen. Mit Hilfe umfangreicher Workshops, eines gut geführten Modellgartens und der Verteilung von Gartenwerkzeugen, Saatgut und Tieren ist nicht nur der Hunger besiegt worden, sondern die Ernährung ist so ausgewogen, dass Mangelerscheinungen bei Kindern nicht mehr zu beklagen sind. Von Anfang an war geplant, Überschüsse zu produzieren und diese auf dem örtlichen Markt zu verkaufen. Daher wurden 341 Personen in Vermarktungstechniken geschult und es gibt sogar schon zwei funktionierende Marktstände, die von der bereits gegründeten Kooperative der Selbsthilfegruppen beliefert werden. Auf diese Weise wird die städtische Kleinlandwirtschaft nicht nur zu einer besseren Ernährungssituation sondern auch zu einem verbesserten Einkommen beitragen.

Beispiel: Tigest Abede
Wie gut das Projekt arbeitet, zeigt das Beispiel von Tigest Abebe, die seit Juni 2009 dabei ist: „Das Training hat es mir ermöglicht, täglich ein Kilogramm Gemüse für den Eigenbedarf zu ernten und jede Woche fünf Kilogramm zum Verkauf. Mit dem neuen Einkommen konnte ich in die Hühnerhaltung einsteigen, um Eier und Fleisch zu produzieren. Jetzt kann ich einen Teil meines Geldes meiner Selbsthilfegruppe leihen, die damit wieder neue Geschäftsmodelle für andere, denen es noch nicht so gut geht, ermöglicht." Tigest zeigt, wie die beiden Projekt-Aktivitäten sich gegenseitig verstärken.

Hilfe zur Selbsthilfe
In den mittlerweile 42 Selbsthilfegruppen geht es um handfeste ökonomische Ziele und zugleich um funktionierende Gemeinschaften. Es sind ausschließlich Frauen in diesen Gruppen, da sie verlässlicher sind und eher bereit, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu helfen. Damit sie auch politisch Einfluss nehmen können, wurden 44 von ihnen zu Interessenvertretern der Selbsthilfegruppen geschult. Bereits jetzt gibt es schon drei übergeordnete Gruppen, die die Interessen der Gruppen untereinander austauschen und bündeln und so auch politisch mitreden können.

Wir danken allen Spendern, die dieses Projekt möglich machen!


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