Hilfe für Kinder in den ärmsten Regionen Indiens

Grüne Anbauflächen dank neuer Brunnen. Foto: SVD
Projekt (22361/AA/46)
Nachhaltige Entwicklung der Bhil Adivasis durch gemeinwesenbasierte angepasste Landnutzungssysteme (Flussgebietsmanagement) im Dahod District des Staates Gujarat, Indien.
Zielgruppe
3.000 Bhil-Familien in acht Dörfern mit insgesamt über 20.000 Männern, Frauen und Kindern, deren Lebensgrundlage direkt oder indirekt durch das Projekt nachhaltig verbessert wird.
Projektträger
The Society of the Divine Word (SVD)
Laufzeit
September 2008 bis Dezember 2011
Finanzierung
334.213 Euro BMZ-Anteil, 106.214 Euro Kindernothilfe-Anteil
Hintergrund
Die Familien vom Stamm der Bhil leben im Nordwesten Indiens, an der Grenze zu Pakistan. Sie sind besonders vom Klimawandel betroffen: Durch die veralteten Ackerbau-Methoden sind ihre Felder anfällig für den immer kräftiger werdenden Monsunregen. Jahr für Jahr verlieren sie gewaltige Mengen fruchtbarer Erde und die darauf folgende Trockenzeit wird immer länger. Jede zweite Bhil-Familie muss ihr Dorf für 6-8 Monate im Jahr verlassen, um in anderen Regionen ein kärgliches Auskommen zu finden. Dies hat fatale Folgen für die Kinder: Sie können in der Zeit des Umherziehens keine Schule besuchen. Viele Kinder sind oft krank, weil Unterernährung und mangelhafte Hygiene Krankheiten begünstigen. Und nicht einmal die Dorfgemeinschaften halten noch zusammen, weil die traditionellen Dorfstrukturen durch das Umherziehen zerstört wurden - die Familien sind ausschließlich beschäftigt mit der Sorge um das eigene Überleben.

Wasserbüffel sind die typischen Milchtiere der Region. Foto: Britta Adler
Projektfortschritte
Bereits jetzt hat sich in den Dörfern schon Vieles zum Besseren verändert. Die Projektmitarbeiter berichten, dass viele der Dorfbewohner heute nicht mehr sorgenvoll und hoffnungslos in die Zukunft blicken, sondern neue Zuversicht gewonnen haben.
In 2010 werden die Bauern wohl erstmals zwei Ernten einbringen und ihre Kinder endlich ausreichend ernähren können.
Kinder gehen zur Schule
Der bisherige Erfolg des Projektes lässt sich vor allem an folgender Zahl ablesen: 600 Bhil-Familien waren in diesem Jahr nicht gezwungen, ihre Dörfer zu verlassen, sondern konnten in ihrer Heimat bleiben. Angepasste Anbaumethoden und Viehhaltung sowie neue Brunnen und Bewässerungssysteme ermöglichen ihnen schon jetzt eine ganzjährige Lebensgrundlage. Weil die Bhil-Familien nun nicht mehr gezwungen sind, ihre Dörfer für mehrere Monate im Jahr zu verlassen, können ihre Kinder regelmäßig zur Schule gehen. Die Quote der Schulabbrecher ist im Verlauf dieses Jahres deutlich zurückgegangen. 300 Vorschulkinder und 500 Schulkinder, die bislang gar nicht oder nur unregelmäßig am Unterricht teilgenommen haben, besuchen heute regelmäßig die Schule. Im weiteren Verlauf des Projekts soll allen Kindern aus den acht Dörfern der Schulbesuch ermöglicht werden.
Medizinische Versorgung gesichert
Durch das Projekt verbessert sich auch die Gesundheitssituation der Familien, insbesondere der Kinder. Alle Mädchen und Jungen bis zwölf Jahre erhalten dank des Projektes Schutzimpfungen. Fast die Hälfte der Kinder wurde zum jetzigen Zeitpunkt bereits geimpft. Um die Selbsthilfekräfte noch mehr zu stärken, werden im Rahmen des Projektes zudem Selbsthilfegruppen gegründet. Bislang haben sich 77 Erwachsenen- und 20 Jugendgruppen gebildet.
Für Ihre Unterstützung der Bhil-Familien danken wir Ihnen ganz herzlich!
Spenderservice