Projekte

„Klassik Radio hilft” - ein Projekt mit Erfolg!

Die erfolgreiche Aktion "Klassik Radio hilft" in 2008 zugunsten von Aidswaisen in Südafrika - zeigt Wirkung. Robyn Hemmns, Projektleiterin vor Ort, schrieb uns einen ausführlichen Jahresbericht, hier lesen Sie einige Auszüge daraus. Wir danken allen Klassik-Radio-Hörern für das tolle Engagement und die überwältigende Unterstützung!

Rob Smetherham Bereavement Service for Children. Projekt für Aidswaisen in KwaZulu Natal, Südafrika. Foto: RSBSCzoomProjekt-Team. Robyn Hemmens (rechts). Foto: RSBSC* Robyn Hemmens: Unser Projekt kann - nicht zuletzt durch das tolle Engagement und die Unterstützung der Klassik-Radio-Hörer - erfolgreich weitergeführt werden. Unser Einstieg in die Gemeinde Kwamafunze, etwa 45 Minuten von der Provinzhauptstadt Pietermaritzburg entfernt, verläuft gut. Der Gemeinderat ist sehr engagiert. Er hat Regierungsgelder beantragt, um Toiletten und Gemeinschaftsgärten anzulegen. Unserer Arbeit gegenüber zeigte er sich sehr aufgeschlossen.

Arbeit mit Freiwilligen
So konnten wir 44 Freiwillige ausbilden. Dieses Training soll Erwachsene befähigen, zu lernen, wie man Spiele nutzt, um schwierige Gespräche mit Kindern zu führen. Jedes Gemeindemitglied ist mit dem Thema Tod persönlich konfrontiert. RobS* bietet einen sicheren Raum, in dem diese Erwachsenen selber lernen, mit Trauer und Schmerz umzugehen und einen Heilungsprozess zu starten. Das Besondere an dieser Vorgehensweise ist, dass die Schulungsteilnehmer selber die Erfahrung machen, einen sicheren emotionalen Raum zu haben, denn genau dies sollen sie den Kindern vermitteln und bieten.

Projektbesuch von Maria Willer in Südafrika. Foto: Christine KlarzoomProjektbesuch in Südafrika: Maria Willer, Klassik Radio, mit Kindern aus dem Projekt. Foto: Christine Klar

Arbeit mit Kindergruppen
Neben den Schulungen für Erwachsene gibt es die Kindergruppen, in denen sich betroffene Mädchen und Jungen treffen und austauschen können. An drei Abenden in der Woche haben wir Kindergruppen mit jeweils zwölf Kindern betreut. Sechs Freiwillige haben daran teilgenommen, um zu lernen, wie man die Gruppen anleitet. Ziel ist es, dass sie die Arbeit künftig ohne unsere Unterstützung fortführen. Im letzten Jahr haben sich 121 Kinder in einem 9-wöchigen Kurs mit ihren Erfahrungen des Verlusts von Mutter, Vater, oder beiden Elternteilen auseinandersetzen können.

Sindi
Sindi, ein neunjähriges Mädchen, war in einer unserer Gruppen. Sie hat beide Elternteile verloren und lebt nun bei ihrer Tante. In den ersten Sitzungen sträubte sie sich, teilzunehmen. Sie zog sich zurück, war verschlossen und wollte nicht über den Tod ihrer Eltern sprechen. Als wir eines Tages Geschichten vorlasen, konnte Sindi zum ersten Mal über den Verlust der geliebten Eltern reden. Tränenüberströmt berichtete sie, wie sehr es sie schmerzte, mit anzusehen, wie ihre Eltern nach langer Krankheit starben und wie wütend sie war, weil sie ihnen nicht helfen konnte. Obwohl sie ihre Eltern weiterhin sehr vermisste, ging es ihr besser, nachdem sie ihre Erlebnisse geschildert hatte und ihr wurde bewusst, dass ihre Eltern nun keine Schmerzen mehr hätten.

Traumabewältigung für Kinder in KwaZulu Natal, Südafrika. Projekt 72481/AA/12. Foto: KindernothilfezoomTraumabewältigung für Kinder. Spiel- und Mal-Therapie. Foto: Kindernothilfe Workshop mit Kindern
Ende des Jahres hat RobS* einen mehrwöchigen Workshop organisiert. Hier haben sich die Kinder aus den Kindergruppen ausgetauscht, wie etwa die Gruppe ihr Leben verändert hat. Robyn: „Es war sehr aufregend und bewegend, zu sehen, wie aufrecht und selbstbewusst diese Kinder waren, wie viel besser sie sich fühlten, nachdem sie über ihren Schmerz gesprochen hatten." Zitate der Kinder:

Reise Klassik Radio, Südafrika. Foto: C. KlarzoomDie Großmütter: wichtige Bezugsperson für die verwaisten Kinder. Foto: Christine Klar

Die Erziehungsberechtigten/ Caregiver
Ziel der Arbeit von RobS ist es, die Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern zu verändern. In den Gruppen werden Betreuer darin gestärkt, mit schwierigen Situationen und Gefühlen umzugehen und sie werden befähigt, den Kindern, die sie betreuen, dabei zu helfen, dies auch zu erfahren. Viele der Betreuer sind ältere Großmütter, die überwältigt sind von so viel Verantwortung, die sie tragen. 120 Caregiver haben im letzten Jahr an den Treffen teilgenommen. Nach jeder Sitzung hatten sie die Aufgabe, nach Hause zu gehen und mit ihrem Kind bzw. ihren Kindern zu spielen und ihnen zuzuhören. Alle Caregiver berichteten, dass sich die Beziehung zu den Kindern zu Hause verbessert habe, sie nun ein besseres Verständnis dafür haben, wie wichtig es für Kinder sei, zu spielen und mit ihnen zu reden - ein wichtiger Baustein für den Erfolg des Projekts.

Vielen Dank!
Robyn Hemmens: „Wir sind allen Förderern unseres Projektes sehr dankbar, dass sie uns befähigen, uns so um die Kinder und Caregiver zu sorgen, dass es ihnen hilft, zu heilen und vorwärts zu blicken. Diese Gemeinden werden trotz ihres großen Hilfsbedürfnisses so oft einfach übersehen. Ihnen dabei zu helfen, sich selbst zu helfen, ist ein großes Privileg!"

Durch das große Engagement kann unser Projekt weitergehen! Vielen Dank für die tolle Unterstützung!

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* Rob Smetherham Bereavement Service for Children (RSBSC), KwaZulu-Natal, Südafrika

 


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