Obwohl sich Indonesien langsam von der Wirtschaftskrise erholt, sind die Auswirkungen noch immer spürbar. In den Slums der Großstädte leben die Menschen von einem Tag zum nächsten. Sie wissen oft nicht, woher das Geld für Lebensmittel kommen soll. Das Schulsystem ist unterfinanziert und dementsprechend niedrig liegt das Bildungsniveau. Die Kindernothilfe unterstützt in der Hauptstadt Jakarta ein Programm für Straßenkinder (Projekt 28061).

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Projekt: Kampus Diakoneia Modern
Projekt-Nr.: 28061
geförderte Kinder: 120
Projektanteile gesamt: 307
"In Indonesien leben eine Million Straßenkinder, vielleicht mehr. Die genaue Zahl kennt niemand", berichtet Abdihan Naftali, Direktor der Stiftung Yasan Kampus Diakoneia Modern (KDM). Seine Organisation kümmert sich um die kleinen Obdachlosen. Denn Gewalt, Drogen und sexueller Missbrauch sind in den Elendsvierteln an der Tagesordnung. "Obdachlose Mädchen werden verschleppt und in Bordellen zur Prostitution gezwungen", erzählt Naftali.
Verlockendes Angebot?
Trotz all dieser Gefahren: Die Straße erscheint vielen Kindern verlockender als das Leben bei ihren Familien. Ihre Eltern schlagen sie, viele Jungen und Mädchen werden sexuell missbraucht. Außerdem betteln die Straßenkinder und verdienen so Geld. In den Slums der Großstädte leben die Menschen von einem Tag zum nächsten. Sie wissen oft nicht, woher das Geld für Lebensmittel kommen soll.
Das Schulsystem ist unterfinanziert und dementsprechend niedrig liegt das Bildungsniveau. Neben der Wirtschaftkrise sorgt ein weiterer Umstand für die Verarmung der Bevölkerung: Nach dem Sturz des Diktators Suharto 1998 endet das Zwangsumsiedlungsprojekt der Regierung. Die Migranten kehrten in ihre Heimatregionen zurück. Dort besitzen sie nichts mehr und schlagen sich mit Gelegenheitsarbeiten durch.
Ein Projekt mit Erfolg (Projekt 28061)
KDM holt die Kinder von der Straße. Die Streetworker der Organisation versuchen, in den Slums Kontakt zu den Kindern zu bekommen. Inzwischen werden aber auch viele Kinder von anderen Straßenkinderorganisationen zu KDM geschickt. So kann sich KDM schwerpunktmäßig auf die Rehabilitation der Kinder konzentrieren. Wo immer es möglich ist, bemüht sich KDM, die Kinder wieder in ihre Familien zu integrieren.
Kinderdorf, Schule und Ausbildungszentrum

Im Computerraum des Kinderdorfes. Foto: Kindernothilfe
Da das jedoch nicht immer möglich ist, unterhält KDM ein Kinderdorf für rund 100 Mädchen und Jungen, dem eine Grund- und Mittelschule sowie ein handwerkliches Ausbildungszentrum für Holzarbeiten, Textilbearbeitung, KFZ-Mechanik und Schweißarbeiten angeschlossen ist. In ihrem neuen Zuhause wohnen die Kinder zusammen mit ihren Betreuern. Besonders stolz ist Naftali auf seine Schule: “Wir haben einen Computerraum, ein Labor und einen Lesesaal”. Der Direktor setzt auf “active learning”: Die Kinder lernen nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen sondern auch einfache praktische Dinge: Kochen und Töpfern gehören dazu.
Darüber hinaus gibt es für rund 20 ältere Jungen nahe dem Ort Cileungsi ein landwirtschaftliches Ausbildungszentrum. Die Förderung konzentriert sich vor allem auf Gemüseanbau und Tierzucht sowie schulischen Unterricht. Sie züchten Enten und Hühner, bauen Gemüse an.
In der Nähe des Kinderdorfes in Pondok Gede haben ehemalige Straßenkinder aus dem KDM-Projekt einen Campingplatz eröffnet. Er dient zum einen als Einnahmequelle für die Ehemaligen, zum anderen als Anlaufstelle für Neuankömmlinge. Hier lernen die Kinder das Leben in einer Gruppe und auch einfache Fähigkeiten wie Kochen und Waschen. Leben in diesem Camp bedeutet auch: Leben ohne Drogen. Die Zeit in der Natur dient dem Entzug. Die meisten Straßenkinder schnüffeln Klebstoff oder sind abhängig von anderen Drogen.
Nach einigen Wochen ziehen die Jüngeren dann ins KDM-Kinderdorf, die Älteren ins landwirtschaftliche Ausbildungszentrum um. Viele ehemalige Schützlinge von KDM haben den Sprung aus der Armut geschafft. Sie haben studiert oder Berufe erlernt und eigene Familien gegründet.
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Jahresbericht 2010 (3,6 MB)
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