Cochabamba, Bolivien: Wer Aurelio kennen lernt, kann sich nur freuen: der siebenjährige Junge ist zwar blind, aber er hat gute Chancen, einmal einen Beruf zu ergreifen und eine eigene Familie zu gründen. Die Kindernothilfe unterstützt ein Projekt, das den Jungen auf seinem Weg in eine bessere Zukunft begleitet (Proj. 90042/AB/46).
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Falscher Scham
FAPIZ (Fundación Arquidiocesana Padre Ignacio Zalles), die vor Ort ansässige Partnerorganisation der KIndernothilfe, hatte Ende 2008 zunächst ein Pilotprojekt zur Stärkung von Menschen mit Behinderung begonnen. Der Erfolg überzeugte uns so sehr, dass wir mit der Organisation intensiv weiter arbeiten werden. „Aurelio kam in ärmsten Verhältnissen auf die Welt", berichtet FAPIZ-Direktor Mauro Morató Camacho. „Seine Eltern schämten sich sehr wegen ihm, denn Behinderungen werden in der bolivianischen Gesellschaft oft als Strafe angesehen. Als meine Mitarbeiter das Dorf erreichten, in dem er wohnte, dauerte es einige Zeit, bis die Familie Vertrauen fasste und uns Aurelio vorstellte."
Unterricht und med. Versorgung
Heute ist Aurelio zweimal in der Woche in der Hauptstadt Cochabamba im Therapiezentrum von FAPIZ. Die Organisation holt ihn mit einem eigenen Bus ab und unterrichtet ihn gemeinsam mit anderen behinderten Schülern. Wer medizinische Hilfe benötigt, wird hier von Physiotherapeuten behandelt. Außerdem schult das Zentrum die Kinder und Jugendlichen zu Themen wie Diskriminierung und Selbstbewusstsein. Die Kinder sollen nach und nach ihre Rechte kennen lernen und befähigt werden, sie zu verteidigen und sich für ihre eigenen Bedürfnisse einzusetzen.
Mobile Teams
Aber nicht nur Kinder kommen in das Zentrum, es ist auch eine wichtige Schulungseinrichtung für mobile Therapeuten, die ehrenamtlich die oft weit verstreut liegenden Dörfer aufsuchen, um Familien im Umgang mit ihren behinderten Kindern zu unterstützen. Auch Aurelio wird zu Hause regelmäßig besucht, um den Umgang mit dem Blindenstock zu üben und immer selbstständiger zu werden. Letztlich soll Aurelio eine ganz normale staatliche Schule besuchen - ein ambitioniertes Ziel, doch den engagierten Helfern wird auch das gelingen. Insgesamt sollen in den nächsten Jahren 150 Kinder erreicht werden.
Besonderheit des Projektes
In zahlreichen Workshops und Informationsveranstaltungen werden sowohl die Eltern betroffener Kinder als auch eine breitere Öffentlichkeit für die Situation behinderter Kinder sensibilisiert. Dafür stellt FAPIZ Informationsmaterial her, organisiert Kampagnen und konzipiert Radiosendungen.
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