Kindernothilfe e. V.

Uganda: Hilfe für sexuell missbrauchte Kinder

Es wird Zeit, Nein zu sagen

Hilfe für sexuell missbrauchte Kinder in Uganda

Sozialarbeiter klären Schüler auf über Sexualität und HIV/Aids. Foto: Alexander Volkmann, Thür. Allgem. zoomSozialarbeiter klären Schüler auf. Foto: Alexander Volkmann, Thür. Allgem. Projekt (6624/AA747)
Schutz von Frauen und Kindern vor Missbrauch und Gewalt

Zielgruppe
1.200 Kinder und 300 Frauen in drei Distrikten (Kitgum, Apac und Mukono). 450 Schlüsselpersonen (juristische Hilfskräfte, Mitarbeiter der Gerichte, Vollzugsbeamte, Bewährungshelfer, Lehrer und Sozialarbeiter). 1,5 Millionen Menschen profitieren von der Aufklärungsarbeit auf Distrikt- und nationaler Ebene.

Projektträger
ANPPCAN Uganda

Laufzeit
Juli 2008 bis Oktober 2009

Finanzierung
359.607 Euro EU-Anteil, 39.957 Euro Kindernothilfe-Anteil


Hintergrund
Gewalt gegen Frauen und Kinder gehört in Uganda zum traurigen Alltag. Die gesetzliche Grundlage zum Schutz von Frauen und Kindern ist zwar vorhanden, doch werden Aktionsprogramme, die wichtig für die Umsetzung wären, nicht durchgeführt. Es gibt kein ausreichendes öffentliches Bewusstsein über das Ausmaß und die Bedeutung des Problems und keine ausreichenden Strukturen für die Durchsetzung des geltenden Rechts.

Das Projekt
Basis für das Projekt war eine 2006 durchgeführte Situationsanalyse zum Kindesmissbrauch, die 15.350 berichtete Fälle untersuchte: mit 91,6 Prozent nahm sexueller Missbrauch den höchsten Rang ein. Andere Formen von Kindesmissbrauch stellen körperliche Misshandlung, Vernachlässigung, Kinderhandel und Entführung dar. Auch Gewalt gegen Frauen ist weit verbreitet: für 76 Prozent der ugandischen Frauen ist die Erfahrung von Gewalt nichts Ungewöhnliches. Ziel des Projekts ist durch Öffentlichkeitsarbeit, Schulungen von Vertretern der Regierung, Beratungsstellen und Polizei sowie durch konkreten psychosozialen und juristischen Beistand der Opfer endlich Ernst zu machen, mit dem Schutz von Kindern und Frauen in Uganda.

Vier von über 6.000 erreichten Kindern. Foto: Alexander Volkmann, Thür. Allgem. zoomVier von über 6.000 erreichten Kindern. Foto: Alexander Volkmann, Thür. Allgem. Projektfortschritte
Um die Öffentlichkeit über Kindesmisshandlung und Gewalt gegen Frauen aufzuklären, wurden verschiedene Medien genutzt: So wurden z. B. bisher 20 Radio Talk Shows in allen drei Distrikten gesendet, die rund 150.000 Menschen erreichten. Die Talkshows konzentrierten sich auf die Schaffung einer positiven Schulumgebung für Kinder und die Wichtigkeit, Fälle von Gewalt an Kindern und Frauen zur Anzeige zu bringen. Ein weiterer Aspekt ist der Zugang zu Beratungsstellen und die Schaltung von Radiospots, die bisher etwa 120.000 Menschen erreichen konnten. Durch „Music, Dance and Drama Groups” haben in 13 Veranstaltungen weitere rund 8.000 Menschen über ihre Rechte erfahren.

Veranstaltungen mit großer Wirkung
Unser Projektpartner hat 28 bewusstseinsbildende Veranstaltungen in APAC, Kitgum und Mukono organisiert, in denen bisher etwa 4.000 Kinder, Eltern und lokale Führungspersönlichkeiten über Kinderrechte und Arten von Misshandlungen erfahren haben, um Fälle von Gewalt und Missbrauch als Unrecht erkennen zu können. Um speziell Kinder ansprechen zu können, fanden 26 Schulversammlungen statt, die von speziell geschulten Lehrern durchgeführt wurden, in denen über 6.000 Kinder erreicht werden konnten. Um Frauen und Kindern langfristig Schutz gewähren zu können, wird in den letzen Monaten des Projekts besonderes Gewicht auf der Schulung von „Local Councils” liegen, die als Arm der Regierung in den Distrikten für die Durchsetzung von Menschenrechten verantwortlich sind. Im ersten Projektjahr wurden 120 sogenannte „local councils” identifiziert und durch Trainings und nachfolgende Treffen im Umgang mit Rechtsverletzungen von Kindern und Frauen gestärkt.

Hilfe für Bettroffene
Ein weiterer Ansatz im Projekt ist die direkte Unterstützung von Gewaltopfern durch rechtlichen und psychosozialen Beistand. Zum einen wurden die bestehenden Strukturen wie Beratungsstellen, Polizei, Sozialarbeiter und juristische Hilfskräfte gestärkt durch Trainings, die unser Partner durchgeführt hat. Zum anderen ist ANPPCAN selbst Anlaufstelle für Opfer und Angehörige und koordiniert ihre Tätigkeiten mit Polizei und Staatsanwaltschaft. ANPPCAN hat bis Oktober 2009 in 915 Fällen rechtlichen und psychosozialen Beistand geleistet.

Wir danken allen Spendern, diese vielfältigen und wichtigen Maßnahmen in Uganda möglich gemacht zu haben.


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