Kindernothilfe e. V.

Hintergrund: Bedürfnisse von Kindern berücksichtigen

Bedürfnisse von Kindern berücksichtigen

Armutsbekämpfung ist eines der zentralen Themen in der Lobby- und Kampagnenarbeit der Kindernothilfe. Ein Schwerpunkt in diesem Bereich sind die Poverty Reduction Strategy Papers (PRSPs). Diese Strategiepapiere der Entwicklungsländer zur Armutsbekämpfung hat die Kindernothilfe in zwei international beachteten Studien untersucht. Die Forderung der Kindernothilfe: Kinderrechte müssen in den Strategiepapieren künftig mehr Gewicht erhalten. Die Kindernothilfe ist  Mitglied im Verband Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) und beteiligt sich an dessen Kampagnen.

Weltweit leben rund 600 Milionen Kinder in Armut. Foto: Alexandra Höner

"Deine Stimme gegen Armut!"
Die Aktion "Deine Stimme gegen Armut!" ist Teil der weltweiten Bewegung „Global Call to Action against Poverty". Darin haben sich  Organisationen aus über 60 Ländern zusammengeschlossen. Auf dem Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen in New York im Jahr 2000 hatten sich die Staaten verpflichtet, bis 2015 acht wichtige Entwicklungsziele zu erreichen. Symbol für die Forderungen ist ein weißes Band. Es wird zum Beispiel am Handgelenk getragen oder als großes Banner um Gebäude gewickelt. Jährlich am 10. Dezember unterstützt die Kindernothilfe den internationalen "White Band Day".

300 000 Unterschriften
„Deine Stimme gegen Armut“ sammelte im Jahr 2005 rund 300 000 Unterschriften für die Durchsetzung der acht Millenniumsziele und überreichte sie Bundeskanzler Gerhard Schröder; 33 000 davon steuerte die Kindernothilfe bei. Die Unterzeichner fordern die deutsche Regierung auf, sich dafür einzusetzen, dass die Staats- und Regierungschefs beim UN-Gipfel „Millennium + 5“ im September 2005 deutliche Weichen im Kampf gegen die weltweite Armut stellen. Die Ergebnisse des Gipfels waren zwar enttäuschend. Trotzdem gelang es, die Bedeutung der Millenniumsziele für die Bekämpfung der Armut und für die Entwicklungsarbeit im Abschlussdokument aufzuwerten. Ein weiterer Erfolg zeigte sich beim G8-Gipfel in Gleneagles/Schottland: Die Regierungschefs beschlossen Entschuldungsmaßnahmen in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar für die 18 ärmsten Länder. Die weltweite Kampagne sowie der durch sie erzeugte Druck haben hierzu beigetragen.

Foto: Christoph Engel Studie: "Poverty Reduction Strategy Papers: Children First!“
Seit einigen Jahren sind die „Poverty Reduction Strategy Papers“ (kurz: PRSPs) – die Strategiepapiere der Entwicklungsländer zur Armutsbekämpfung – ein Schwerpunkt der Kindernothilfe-Arbeit. Die erste Studie, die die Kindernothilfe zu diesem Thema 2004 veröffentlicht hatte, stieß auf große Resonanz. Daraufhin wurde im Sommer 2005 die Folgestudie: „Poverty Reduction Strategy Papers: Children First!“ herausgebracht. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass in Äthiopien, Sambia und Kenia die Regierungen Kinder kaum in ihre mittelfristigen Planungen zur Armutsbekämpfung einbezogen haben. Da Kinder und Jugendliche in diesen Ländern mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellen, wird ein Großteil der Einwohner dieser Länder also einfach übergangen. Die Kindernothilfe fordert, dass Kinderrechte in den Strategiepapieren künftig mehr Gewicht erhalten müssen. Diese und andere Forderungen gab sie an die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds weiter. Die Weltbank veröffentlichte sie auf ihrer Website. Am 22. September 2005 überreichte die Kindernothilfe die Studie an Bundespräsident Horst Köhler.

Gespräche mit Abgeordneten und Ministerien
In Fachgespräche mit Parlamentariern und Diskussionen im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  setzt die Kindernothilfe ihre Lobbyarbeit für verbesserte Armutsbekämpfung fort.


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