Kindernothilfe e. V.

Armutsbekämpfung

Kindernothilfe (Hrsg.):
Kinderrechte in Armutsstrategiepapieren.
Evaluation zu den PRSP-Vorhaben der Kindernothilfe

Zielgruppe:
Fachöffentlichkeit

Cover der Studie zoom Inhalt:

Mehr Wirkung hatte sich die Kindernothilfe von zwei veröffentlichten Studien zum Thema Kinder und Armutsstrategiepapiere versprochen. Dies ist ein Ergebnis der Evaluation „Kinderrechte in Armutsstrategiepapieren. Evaluation zu den PRSP-Vorhaben der Kindernothilfe", die Dr. Birte Rodenberg im Auftrag der Kindernothilfe durchgeführt hat. Aus Anlass zwei „runder Geburtstage"- 20 Jahre nach Verabschiedung des UN-Übereinkommens über die Rechte der Kinder und zehn Jahre nach der erweiterten Entschuldungsinitiative - untersuchte die Autorin die bisherige Arbeit der Kindernothilfe zum Thema Kinderrechte und strategische Armutsbekämpfung. Diese Arbeit stellt einen ersten Beitrag zum Wirkungsmonitoring der Advoacyarbeit des Kinderhilfswerk dar.

Die beiden ersten Studien der Kindernothilfe zum Thema
"Poverty Reduction Strategy Paper - blind to the rights of the (working) child" (2004) und
„Poverty Reduction Strategy Papers: Children first!" (2005)
hatten aufgezeigt, dass die Rechte der Kinder in PRSPs nahezu keine Rolle spielten. Auch die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wiesen in vielen Ländern erhebliche Defizite auf. Die Autorin kommt zum Schluss, dass beide Studien die Fachöffentlichkeit zum richtigen Zeitpunkt auf den Stellenwert aufmerksam gemacht haben, „den die strategische Armutsbekämpfung der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) für die umfassende Verbesserung der Situation von Kindern hat bzw. haben kann - wenn sie entsprechend gestaltet wird".

Trotz breiter Resonanz in der interessierten Öffentlichkeit gelang es nicht, die kinderrechtliche Perspektive nachhaltig in der strategischen Armutsbekämpfung zu verankern. Dies hat verschiedene Gründe. So hat sich u.a. der rechtsbasierte Ansatz in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit noch nicht hinreichend durchsetzen können: „Kinderrechte werden behandelt wie Kinder selbst: Sie werden nicht ernst genommen". Derzeit haben die Themenfelder Stärkung von Kinderrechten sowie Armutsbekämpfungsstrategien keinen besonders hohen Stellenwert in der entwicklungspolitischen Gemeinschaft. Veränderte Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass die Reform der Entwicklungszusammenarbeit, Nothilfe und die globale Krisenbewältigung eine größere politische Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit erfahren.

Vor diesem Hintergrund gibt die Gutachterin Empfehlungen für die weitere Arbeit zu einer armutsorientierteren Förderung von Kindern und ihren Rechten. So regt sie u. a. ein Fachgespräch von Experten an, um den Stellenwert von Kinderrechten im Licht der Reform der Entwicklungszusammenarbeit und der Wirtschaftskrise zu diskutieren. Auch sollten staatliche und nicht-staatliche Fürsprecher für Kinderrechte enger zusammenarbeiten. Angestrebt werden sollte hierfür ein institutioneller Dialog, z. B. in Form eines „Runden Tisches" zum Thema. Ein weiterer Vorschlag bezieht sich darauf, Fallstudien zu erarbeiten. Diese könnten aufzeigen, welche Herausforderungen die entwicklungspolitischen Reformen darstellen, wenn in den Partnerländern Kinderrechte verankert werden sollen.

Umfang:
28 Seiten

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