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Stichwort: Z57412, Arbeitende Mädchen in Honduras
Mädchen und Frauen haben es in vielen Ländern besonders schwer. Mädchen gehen seltener zur Schule als Jungen, werden häufiger Opfer von Gewalt und haben oft nicht die Freiheit, über ihr Leben zu entscheiden. Die Kindernothilfe und ihre Partner fördern deshalb ganz gezielt Mädchen und Frauen. Denn: Die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen nimmt bei der Armutsbekämpfung eine Schlüsselrolle ein. Frauen tragen die Hauptlast der Armut: 70 Prozent der Armen in der Welt sind Frauen; sie leisten weltweit mehr als die Hälfte aller Arbeitsstunden; sie produzieren gerade in den Ländern des Südens den größten Teil der Nahrungsmittel; Mädchen und Frauen arbeiten oft im häuslichen oder ungeschützten Bereich der Schattenwirtschaft; sie haben keine rechtlich geschützte Stellung und keine Renten- und Krankenversicherung. (Projekt:82017)
Dileyla und Wendy fangen noch einmal an
Es ist Sonntag und Dileyla und Wendy arbeiten an der Nähmaschine. Sie tun das, um einmal auf eigenen Füßen zu stehen und sie tun das, um ihrem jetzigen Leben zu entkommen. Beide arbeiten von Montag bis Samstag als Hausangestellte in Mittelschicht-Familien in Tegucigalpa, der Hauptstadt von Honduras. Die bittere Armut ihrer Familien, die sie vor Jahren zwang, in die Stadt zu ziehen, ließ ihnen keine Wahl. Dileyla und Wendy müssen arbeiten gehen, damit daheim alle satt werden. Dileylas Mutter verdient viel zu wenig mit dem Verkauf von Tortillas, der Vater ist arbeitslos. Wendys Eltern verkaufen Wasser und Holz. Für ihren 12-16Stunden-Tag bei ihren Arbeitgebern erhalten die Mädchen am Ende des Monats umgerechnet 50 Dollar, die Hälfte des gesetzlichen Mindestlohns. Eine Sozial- und Krankenversicherung bekommen sie nicht. Tausende junge Frauen rutschen durch diese Arbeitsverhältnisse immer weiter in die Armut, viele führen ein Leben als Analphabeten, weil sie schon sehr früh die Schule abbrechen.

Sonntags lernen ist für die Mädchen ganz normal. Foto: Jürgen Schübelin
Seit ein paar Monaten kommen Dileyla und Wendy, wie 250 andere Mädchen und junge Frauen, die auch als Hausangestellte arbeiten müssen, in das Bildungszentrum „Reyes Irene Valenzula". Es liegt mitten im Zentrum, gut erreichbar für alle. Innerhalb eines Jahres frischen sie dort ihre Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen auf und erhalten eine berufliche Ausbildung. Es ist ein enorm herausforderndes Programm für die Mädchen, die unter der Woche stundenweise hierher kommen und an Sonntagen - wenn sie eigentlich frei haben - gleich acht Stunden lernen müssen. Aber sie alle wissen: es ist eine große Chance, ihre einzige.

Auch Christina Rau hat das Projekt bereits besucht. Foto: Jürgen Schübelin
Mädchen und Frauen fördern
Die Lehrer des Bildungszentrums bieten noch viel mehr. Dinge, die für die jungen Frauen ungeheuer attraktiv sind: hier können sie in Gruppen musizieren, singen, spielen und Sport treiben. Auch Informationsveranstaltungen sind gefragt. Etwas zu wissen zu den Themen Aufklärung, Geschlechtskrankheiten, Aids, Familie, Kinderarbeit, etc. gibt ihnen ein ganz neues Selbstwertgefühl. Und wer mit seinem Arbeitgeber in Konflikt gerät, erhält hier selbstverständlich psychologischen Beistand und nötigenfalls Rechtsberatung. Den Beruf als Schneiderin finden beide attraktiv, aber Wendy will mehr: „Wenn ich hier fertig bin, versuche ich das Abitur zu machen, damit ich Lehrerin werden kann". Mit „Reyes Irene Valenzula" ist das keine Utopie.
Ihre Spende für Honduras hilft:
- Jährlich 250 Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren aus ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen zu holen.
- Die Mädchen kennen ihre Rechte, erhalten eine Schulausbildung, kennen alternative Berufsmöglichkeiten und lernen ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.
- Die Zusammenarbeit der in diesem Themenbereich arbeitenden NGO´s zu intensivieren und politische Mitbestimmung arbeitender Kinder zu erreichen.
Besonderheit des Projekts:
Durch die Sensibilisierung der Arbeitgeber, der Familien und auch durch die Zusammenarbeit mit anderen Organisation und relevanten staatlichen Stellen wird die Rolle der Mädchen als arbeitende Mitglieder innerhalb der Gesellschaft gestärkt und somit auch anderen arbeitenden Kindern Perspektiven eröffnet.
So hilft Ihre Spende:
Was tut die Kindernothilfe?
Soll sich die Situation von Mädchen und Frauen verbessern, müssen Machtstrukturen geändert werden: Frauen brauchen weniger Macht über etwas, sondern eher zu etwas: zu selbstbestimmtem Handeln und zu stärkerer Entscheidungsbefugnis im privaten und gesellschaftlichen Bereich. Die Kindernothilfe verbessert mit ihren Partnern vor Ort die Alltagssituationen von Mädchen und Frauen. In ihrer Kampagnenarbeit setzt sich die Kindernothilfe dafür ein, dass sich die Situation von Mädchen und Frauen langfristig verbessert.
Wie die Kindernothilfe Ihr Geld einsetzt
Die Kindernothilfe informiert ihre Paten und Spender jährlich, wie die eingegangen Spendenmittel verwendet und welche Projekte damit unterstützt werden. Von jedem gespendeten Euro kommen 85,8 Cent direkt den Kindern bzw. Projekten zugute. Eine detaillierte Übersicht finden Sie hier:
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