Um die Ausbeutung von Kindern und speziell Kinderprostitution in den Philippinen wirksam zu bekämpfen, hat die PREDA-Stiftung, ein Partner der Kindernothilfe, im Laufe ihrer mehr als 30-jährigen Geschichte Maßnahmen und Programme entwickelt, um die Lebenssituation von Kindern nachhaltig zu verbessern.
Beispiele für die vielfältige Arbeit sind:
PREDA-Therapiezentrum für sexuell missbrauchte Mädchen
Kindernothilfe Projekt Nr.: 29701
(PREDA: People's Recovery, Empowerment, Development Assistance Foundation)
Die sexuell missbrauchten Mädchen finden im Schutz- und Therapiezentrum von PREDA Zuflucht. Hier lernen sie, wieder Kind zu sein. Die Mädchen gehen zur Schule und arbeiten die grausamen Erfahrungen, die sie im Rotlichtmilieu oder durch den familiären Inzest gemacht haben, zusammen mit erfahrenen Therapeuten auf. Das Ziel ist die Rückkehr in die Familie oder zu Verwandten am Ende der Therapiezeit.
Insgesamt bietet das Kinderschutzzentrum mit Unterstützung der Kindernothilfe 96 Missbrauchsopfern vorübergehend Schutz und gesetzliche sowie psychosoziale Hilfe. 2011 waren darunter 28 Kinder, die vorher im Rotlichtmilieu des Ballungsraums Manila und Bataan gearbeitet haben. Trotz der traumatischen Erfahrungen konnten sechs der Mädchen, die im Kinderschutzzentrum leben, einen Schulabschluss erreichen und eine normale Arbeit beginnen.
Problematisch bleibt, erfolgreiche Strafverfahren gegen die Missbraucher zu erreichen. Die nicht festgesetzten Täter machen das Leben für die Opfer außerhalb des Kinderschutzzentrums unsicher. Das erschwert auch die Reintegration des Kindes in seine Familie und Kinder können durch die schwebenden Verfahren das Erlebte schlechter verarbeiten.
Die steigende Zahl an kommerziell ausgebeuteten Kindern ist ebenfalls eine Herausforderung für die Arbeit von PREDA und fordert auch hier Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Foto: Kindernothilfe
Pater Shay Cullen: Marlyn
Der für den Friedensnobelpreis vorgeschlagenen Leiter von PREDA, Pater Shay Cullen, sieht in der heute selbstbewussten jungen Frau Marlyn ein Vorbild für alle Mädchen im PREDA-Projekt. Marlyn setzt sich selbst für missbrauchte Kinder ein. Als Kind war sie vor ihrem gewalttätigen Stiefvater davongelaufen. Sie lernte als Straßenkind eine deutsche Frau kennen, die sie nach Deutschland brachte und in Mannheim ein halbes Jahr lang in ein Kinderbordell einsperrte. Marlyns Lebensgeschichte wurde 1998 zur Grundlage des Krimis „Tatort Manila" mit Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Jetzt ist ihr Engagement für viele Menschen eine Stärkung, weil sie gelernt hat, sich trotz des Missbrauchs ein neues Leben aufzubauen und andere Betroffene zu unterstützen.
Fairer Handel mit Mangos
Pater Shay Cullen setzt bei PREDA den fairen Handel von Mangos als ein Instrument zur Armutsbekämpfung ein. Bauern erhalten darüber einen gerechten Preis für ihre Produkte. Indirekt wird dadurch auch die Kinderprostitution bekämpft, da oft die große Armut und Verzweiflung Eltern dazu treibt, ihre Kinder an Nachtbars zu verkaufen, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern.
In Deutschland erhalten sie PREDA-Mangoprodukte z.B. im Weltladen oder direkt über dwp (Dritte Welt Partner). Über den Verkauf von Mangoprodukten wird ein Großteil der Kosten für die Therapieeinrichtung von PREDA mitfinanziert.