Wir geben ihnen eine Zukunft: Die Arbeit von APDK in Kenia

Wir geben ihnen eine Zukunft: Die Arbeit von APDK in Kenia

Menschen mit Behinderungen haben es in Afrika sehr schwer. Es gibt kaum Behandlungsmöglichkeiten oder Therapieeinrichtungen, die sich die betroffenen Familien leisten können. Hinzu kommt die soziale Isolation, unter der Familien mit behinderten Kindern zu leiden haben. Um von ihrem Umfeld nicht ausgegrenzt zu werden, verstecken sie ihre Söhne und Töchter lieber, statt sie im Rahmen ihrer Fähigkeiten zu fördern. Die Chance auf Schulbesuch und Ausbildungsmöglichkeiten sind für diese Kinder noch viel geringer als für Mädchen und Jungen ohne Behinderungen in Kenia.

The Salvation Army Joytown Special School: Kinder im RollstuhlzoomFoto: Christoph Engel Nach Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben in den über 80 Slums der kenianischen Hauptstadt Nairobi mehr als 120.000 Menschen mit Behinderungen, davon über die Hälfte Kinder und Jugendliche. Die Slumsiedlung Pumwani liegt im Nordosten Nairobis. Die meisten Menschen hier leben von Gelegenheitsarbeiten, dem Verkauf von Gemüse, aber auch von Prostitution und dem illegalen Brauen von Bier. Sie leben gedrängt in Hütten aus Wellblech, durchschnittlich fünf Personen in einem Raum. Keine ideale Umgebung für Kinder, die aufgrund einer Behinderung besondere Aufmerksamkeit und Lebensbedingungen brauchen. Oft ist die große Armut mitverantwortlich für die relativ hohe Zahl von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen - zum Beispiel wenn sich Mütter während der Schwangerschaft nicht ausreichend und gesund ernähren können. Zu den am häufigsten auftretenden Behinderungen gehören Epilepsie, Entwicklungsverzögerungen, offener Rücken, Autismus, Blindheit oder spastische Lähmungen.


Selbständiges Leben ermöglichen

Kindernothilfe Projekt Nr.: 65152

Der Kindernothilfe-Partner Association for the Physically Disabled of Kenya (APDK) arbeitet bereits seit 1958 in mehreren Regionen Kenias im Bereich der Behindertenarbeit unter dem Motto: „Wir geben ihnen eine Zukunft!" Hinter diesem Motto steht neben der Überwindung von sozialen Vorurteilen und Stigmata das Anliegen, Menschen mit Behinderungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein selbständiges Leben zu ermöglichen.

RehabilitationzoomFoto: Christoph Engel Kindernothilfe unterstützt die Arbeit von APDK seit 2003 im Rahmen von zwei gemeindenahen und familienorientierten Therapie- und Rehabilitationsprogrammen in zwei Slums von Nairobi sowie einer mobilen Klinik im Umfeld der Küstenstadt Mombasa. Mit ihren mobilen Ambulanzen fahren die Mitarbeiter 88 verschiedene Stationen in der ländlichen Umgebung von Mombasa an. Die Therapeuten untersuchen behinderte Kinder und klären über Ursachen und Auswirkungen von Behinderungen auf. Sie verteilen Hilfsmittel wie einfache Gehhilfen oder Rollstühle, die schon die bloße Fortbewegung der Kinder und Jugendlichen ermöglichen.

APDK ermöglicht vielen Kindern ein menschenwürdiges Leben, schulische Ausbildung und somit eine bessere Zukunft.

Kindernothilfe und Fairer Handel

APDK unterhält neben der therapeutischen Arbeit eine Behindertenwerkstatt. Im „Bombolulu - Workshop & Cultural Centre" in Mombasa fertigen 130 körperlich behinderte Menschen Schmuck, Kleidung und Gebrauchsgegenstände. Durch ihre Kreativität erwirtschaften sie sich ein eigenes Einkommen.

In Nairobi und Mombasa sind mittlerweile Fairtrade-Shops etabliert. Die Produkte werden außerdem in 18 Länder exportiert und in Eine-Welt-Läden hierzulande verkauft. Der Erlös kommt direkt den behinderten Menschen zugute und unterstützt die Arbeit von APDK.


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