Werden HIV-positive Mütter während der Schwangerschaft nicht behandelt, stecken sich etwa 30 Prozent der Neugeborenen an. Allein in Indien kommen jedes Jahr 40.000 Babys mit dem Virus zur Welt. Die Kindernothilfe unterstützt ein Projekt, das Hunderte Säuglinge vor der Ansteckung rettet.

Helfen Sie mit einer Spende.„Ich hoffe so sehr, dass mein Baby gesund zur Welt kommt." Rangita (Name geändert) schaut traurig zu Boden. Ihr Blick ist leer. Die junge Frau wirkt ängstlich und hilflos. Rangita ist schwanger. Und sie hat Aids. „Mein Mann hat mich angesteckt. Ich habe es nicht gewusst. Jahrelang hat er es geheim gehalten", sagt sie mit einer Stimme, in der kaum Hoffnung zu hören ist.
Ansteckung unvermeidlich?
Die junge Rangita ist kein Einzelfall. Vor kurzem hat Indien Südafrika als Land mit der größten Zahl HIV-infizierter Menschen abgelöst: 5,7 Millionen Inder sind infiziert. Das Virus macht auch vor Säuglingen nicht Halt: Jedes Jahr werden 40.000 Babys mit dem Virus geboren. „Die Ansteckung erfolgt bereits in der Schwangerschaft oder durch den Blutkontakt bei der Geburt. Stillen birgt eine weitere Gefahr", erklärt Guido Falkenberg, Südindien-Referent bei der Kindernothilfe. Dabei helfen schon einfache Maßnahmen, um das Risiko einer Übertragung auf das Kind zu minimieren.
Kinder sind extrem gefährdet
In Indien liegt die HIV-Übertragungsrate von Schwangeren auf ihre Babys bei etwa 30 Prozent. Mit den nötigen Medikamenten kann das Risiko auf unter fünf Prozent gesenkt werden. Darauf hat Indien zwar reagiert - es gibt staatliche Präventionsprogramme. Doch leider sind über neun Millionen schwangere Frauen davon ausgeschlossen. Weil sie arm sind und in entlegenen Gebieten leben. Die Betreuung der Frauen übernehmen kleinere Missionskrankenhäuser. „Die Ärzte und Schwestern dort haben wenig Erfahrung mit HIV/Aids", beklagt Guido Falkenberg die Situation.

Foto: Kindernothilfe
Medikamente retten Leben
Die Kindernothilfe fördert in Bangalore ein Projekt, dass die HIV-Übertragungsrate von Schwangeren auf ihre Babys deutlich senkt. Guido Falkenberg: „Wir arbeiten vor Ort mit der erfahrenen ASHA-Foundation, das heißt Action, Service and Hope for Aids." Im Mittelpunkt steht die Beratung der Schwangeren, ein HIV-Test und - im Falle einer Infektion - die medikamentöse Behandlung von Mutter und Kind. „Die Frauen erhalten die Medikamente am Ende der Schwangerschaft und in den ersten Wochen nach der Geburt", erklärt Falkenberg. „Auch die Babys bekommen Medikamente. So können wir die Übertragungsrate von 30 auf unter fünf Prozent senken! Wir planen, 60.000 Frauen zu testen. Dabei kooperieren wir mit zwanzig Kliniken in vier Bundesstaaten, ein flächendeckendes Projekt."

Unsere Hilfe rettet Leben. Foto: Ralf Krämer
„Pratiksha" heißt Hoffnung
Seit einem Monat nimmt auch Rangita die Viren hemmenden Medikamente, die ihr Kind vor Ansteckung schützen und in ihrem Körper die tödliche Immunschwäche bremsen. Ein paar Wochen später kommt ihre Tochter gesund zur Welt. Rangita ist überglücklich. Statt zu stillen, füttert sie ihr Baby mit Ersatznahrung. Das schützt zusätzlich vor einer Ansteckung. Rangita will ihre Tochter „Pratiksha" nennen, das heißt Hoffnung.
Das Programm zum Schutz der Säuglinge können wir nur mit Ihrer Unterstützung verwirklichen. Bitte helfen Sie uns, 60.000 schwangere Frauen zu beraten, zu testen und - im Falle einer Infektion - gemeinsam mit ihren Babys zu behandeln.