Aids grassiert. Rund 16,6 Millionen Kinder haben bereits Vater, Mutter oder beide Eltern an die Immunschwäche verloren, die meisten von ihnen im südlichen Afrika. Doch auch in Asien und Osteuropa nimmt die Situation dramatische Züge an. 2,5 Millionen Kinder sind mit dem Virus infiziert. Im Jahr 2009 starben 260.000 Kinder und Jugendliche an Aids.
Zahlen und Fakten

Kinder in Sambia. Foto: Kindernothilfe
Die am meisten betroffene Region der Welt liegt südlich der Sahara in Afrika. Dort leben über 90 Prozent aller Kinder, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Am stärksten steigend die HIV-Infektionsraten in Osteuropa und Zentralasien. Auch in China, Indien, Indonesien und Vietnam, die zusammen mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung stellen, steigt die Neuinfektionsrate schnell an. Nur etwa 36 Prozent der Aidskranken in Schwellen- und Entwicklungsländern bekommen die lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamente.
Armut und Aids: Ein Teufelskreis
Ohne Geld keine Schulbildung, ohne Bildung kein Wissen über Gefahren und Prävention: So beginnt der Teufelskreis aus Armut und HIV. Wer an der Immunschwäche erkrankt, kann ohne teure Behandlung nicht mehr arbeiten. Kinder müssen für die kranken Eltern einspringen und ganze Familien versorgen. Und können so nicht mehr zur Schule gehen, wo sie über HIV und Schutz vor Ansteckung aufgeklärt werden könnten. Weltweit verfügen nur etwa 34 Prozent der Menschen über ein ausreichendes Wissen zum Thema HIV/Aids. Dies führt dazu, dass HIV-positive Menschen aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Die Krankheit gilt in vielen Gegenden als Strafe Gottes. Aidskranke werden diskriminiert.
Medikamente sind teuer
Moderne Medikamente verlängern das Leben infizierter Menschen. Doch die Arzneien sind für Bewohner der Entwicklungsländer viel zu teuer. Für Kinder fehlen noch einfach anzuwendende, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Medikamente. Nur 28 Prozent der erkrankten Kinder erhalten Zugang zur Behandlung.
Aids-Aufklärung in Uganda. Foto: Engel
Was tut die Kindernothilfe?
Prävention, Behandlung der Infizierten und Lebensperspektiven für Aids-Waisen schaffen: So lautet die Strategie, um die Pandemie einzudämmen und Betroffenen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Kindernothilfe fördert Projekte, die Aufklärungsarbeit leisten sowie HIV-Infizierte und von Aids Betroffene unterstützen. Dazu gehören auch Selbsthilfegruppen. Dort arbeiten Menschen, deren Familien durch Aids auseinander gerissen wurden, gemeinsam für Bildung, Gesundheit und Lebensunterhalt. In Pilotprojekten in Indien werden erkrankte Mädchen und Jungen mit Antiretroviraler Therapie (ART) behandelt. Ohne ART würden diese Kinder nicht älter als acht oder zehn Jahre. Die Therapie ist für sie wie ein geschenktes Leben. Projekte wie diese können jedoch auch wegen fehlender kindgerechter Medikamente nur da angeboten werden, wo Fachmediziner die ART kindgerecht verabreichen.
Als Mitglied im Aktionsbündnis gegen Aids setzt sich die Kindernothilfe dafür ein, dass Regierungen und Pharmaindustrie die erforderlichen Schritte einleiten, um die Aids-Pandemie wirksam zu bekämpfen. Dazu muss mehr Geld fließen und es müssen günstige, leicht anzuwendende, kindgerechte Medikamente entwickelt werden.
Für die unten genannten Aids-Projekte brauchen wir dringend Unterstützung. Bitte helfen Sie. Jede Spende - ob groß oder klein - zählt. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.