Kindernothilfe e. V.

Zahlen und Forderungen

Bei Aids steht alles auf dem Spiel

Jeden Tag sterben über 1000 Kinder an der Immunschwäche. Rund 370.000 Säuglinge werden jedes Jahr durch ihre Mütter mit dem Virus neu infiziert. Bislang haben 16,6 Millionen Kinder einen oder beide Elternteile durch die Krankheit verloren. Es fehlt immer noch an kindgerechten Medikamenten.

Ausgabe von Medikamenten an HIV/aids-KrankezoomFoto: Alexander Volkmann Deshalb fordert die Kindernothilfe:
Die Pharmaindustrie muss kindgerechte Medikamente zur Therapie von Aids entwickeln. Diese Arzneien müssen in ärmeren Ländern zum Produktionspreis verkauft werden. Die Bundesregierung muss sich auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass Menschen in ärmeren Ländern Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten bekommen. Die Bundesregierung muss einen angemessenen Beitrag zur Präventionsarbeit und zur Versorgung Betroffener leisten. Außerdem muss sich die Regierung für einen Schuldenerlass einsetzen, damit die betroffenen Länder über mehr Geld zur Aids-Bekämpfung verfügen. Die Kindernothilfe setzt sich auch als Mitglied im Aktionsbündnis gegen Aids für diese Forderungen ein.

Aids trifft vor allem die Armen. Wer Aids hat, rutscht noch tiefer in die Armut:
Dieser verhängnisvolle Zusammenhang führt dazu, dass heute neun von zehn HIV-Infizierten in den Entwicklungsländern leben. Die Menschen dort können sich einen Schulbesuch nicht leisten, wissen über die Gefahren von HIV nicht Bescheid. Die große Mehrheit der jungen Frauen im südlichen Afrika wissen nicht, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können. Eine ärztliche Behandlung können sich viele Menschen nicht leisten. Wenn Eltern an Aids sterben, bleiben Kinder unversorgt zurück. Sie müssen für den Lebensunterhalt ihrer jüngeren Geschwister sorgen und wachsen ohne Fürsorge auf.

Diaz erklärt Schülern das Benutzen eines KondomsAufklärungsunterricht in Uganda. Foto: Christoph Engel Prävention, Behandlung der Infizierten und Lebensperspektiven für Aids-Waisen schaffen:
So lautet die Strategie, um die Pandemie einzudämmen und Betroffenen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Die Kindernothilfe fördert Projekte, die Aufklärungsarbeit leisten sowie HIV-Infizierte und von Aids Betroffene unterstützen. Dazu gehören auch Selbsthilfegruppen. Dort arbeiten Menschen, deren Familien durch Aids auseinander gerissen wurden, gemeinsam für Bildung, Gesundheit und Lebensunterhalt.

Herausforderung Prävention
Durch Enthaltsamkeit, Treue und mit Kondomen können sich die Menschen vor einer Infektion mit HIV schützen. Um sinnvolle Präventionsarbeit zu leisten, muss in Schulen und der Öffentlichkeit offen über Infektionsrisiken und über Schutzmöglichkeiten gesprochen werden. Nur so gibt es eine Chance, die Aids-Epidemie einzudämmen. Eines der wenigen Beispiele für erfolgreiche Präventionsarbeit ist Uganda. Dort gehen dank der guten Aufklärungsarbeit die Infektionsraten zurück.

Foto: Jens Großmann Behandlung gibt Hoffnung
Seit einigen Jahren gibt es auch in Entwicklungsländern bezahlbare Medikamente für die antiretrovirale Therapie (ART). Immer mehr Menschen lassen sich beraten und auf HIV testen. Ein Problem ist aber die dauerhafte Finanzierung der ART. Die Patienten müssen ihr Leben lang täglich einen Cocktail aus mehreren Medikamenten einnehmen. Die wechselnde Zusammensetzung muss von gut ausgebildeten Gesundheitsfachkräften festgelegt haben. Weltweit fehlt es jedoch an medizinischen Fachkräften. Die Kosten der Medikamente sind zwar deutlich gesunken. Neu entwickelte Medikamente sind aber noch immer so teuer, dass sie den Löwenanteil der Haushalte von Gesundheitsministerien der Entwicklungsländer ausmachen.

Die Selbstbeteiligung an den Kosten, aber auch die tägliche Einnahme ist für die Betroffenen das größte Problem. Wer mit der ART aussetzt, riskiert, dass sich Resistenzen gegen Medikamente bilden. Bei einigen Menschen wirken die Medikamente nicht, für sie müssen weiterführende Präparate entwickelt werden.

Keine Medikamente für Kinder
Besonders aber fehlt es an speziellen Medikamenten für Kinder. Sie wurden immer noch nicht entwickelt. Um Kinder überhaupt behandeln zu können, stellen Ärzte Sirups selbst zusammen oder zerbrechen Pillen. Der Nachteil bei letzterer Methode ist vor allem der: Nicht nur die Dosierung der Medikamente ist bei Erwachsenen und Kindern unterschiedlich, auch die Zusammensetzung muss auf den kindlichen Körper abgestimmt sein.

Aids-Waisen bei Women for ChangeAids-Waise in Sambia. Foto: Ralf Krämer Aids-Waisen brauchen Unterstützung
Die Zahl der Aids Waisen wächst weiter. Heute gibt es bereits 16,6 Millionen Kinder, deren Eltern an Aids gestorben sind. Ein Konzept zur Dorfentwicklung und für die Entwicklung von Lebensperspektiven für Aids-Waisen ist schon allein deshalb notwendig, um die traumatisierten Kinder aufzufangen und neue Lebensgrundlagen für sie zu schaffen.

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