Perspektiven für Kinder mit Behinderungen

Arnie kann jetzt laufen.
Hilfe für Kinder mit Behinderung und ihre Familien

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In den ländlichen Regionen Cajamarcas, im Norden Perus, leben viele Mädchen und Jungen mit Behinderungen. Um ihre Kinder medizinisch versorgen zu lassen, müssen die Familien in die Städte reisen und dort eine Unterkunft finden. Die dadurch entstehenden Kosten können sich die Familien oft kaum leisten. Seit 2004 unterstützt die Kindernothilfe deshalb ein Projekt, in dem Mädchen und Jungen mit Behinderungen in ihren Heimatdörfern gefördert werden (Projekt 88004/AA/12)

Cajamarca liegt 2.300 Meter über dem Meeresspiegel in den nordperuanischen Anden. Es gehört zu den ärmsten Regionen Perus. Nahezu 80 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die meisten Familien sind indigenen Ursprungs und leben von der Landwirtschaft.

Die Zahl der Kinder mit Behinderungen steigt. Die Ursachen: Umweltprobleme durch den intensiven Bergbau in der Region und die Armut der Menschen. Viele Schwangere können sich regelmäßige Untersuchungen nicht leisten, oft bringen sie ihre Kinder zu Hause zur Welt - ohne einen Arzt. Die Frauen haben kein Geld, um sich während der Schwangerschaft gesund zu ernähren. Dies kann gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes haben.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende. Foto: Michaela DackenzoomDie Kinder erhalten umfassende Hilfe. Foto: Michaela Dacken Die Familien sind selten in der Lage, ihre Kinder mit Behinderungen ausgewogen zu ernähren, medizinisch zu versorgen oder geeignete Therapien zu besuchen. Auf dem Land gibt es keine Betreuungsorganisationen oder andere speziellen Einrichtungen für behinderte Kinder. Die peruanische Organisation Bibliotecas Rurales bildet deshalb ehrenamtliche Helfer aus, die die Kinder und ihre Familien regelmäßig zuhause besuchen und sie dort fördern, indem sie zum Beispiel Übungen mit ihnen machen, die ihre Muskeln stärken oder sie dazu befähigen selbständig zu essen. Die Eltern und Geschwister lernen, diese Übungen regelmäßig weiterzuführen. Die Mehrheit der Ehrenamtler sind einfache Bauern aus den gleichen ländlichen Gemeinden, aus denen auch die Familien stammen. Sie werden vom professionellen Team des Projekts auf ihre Arbeit vorbereitet.

Arnie leidet seit seiner Geburt an einer Missbildung seiner Wirbelsäule. Er hat große Probleme, sich zu bewegen. Vor allem das Laufen ist sehr anstrengend. Seine Familie brachte ihn regelmäßig in eine Klinik nach Lima. Dort behandeln sie Kinder mit körperlichen Behinderungen. Arnie bekam dort ein Korsett und orthopädische Schuhe. Doch die Familie konnte sich die häufigen Reisen und die Behandlungen bald nicht mehr leisten. Seit 2005 unterstützt das Projekt der Kindernothilfe Arnies Familie. Ein ehrenamtlicher Therapeut besucht Arnie seitdem regelmäßig und hilft seiner Familie. Er fördert Arnie mit gezielten Übungen. Arnies gesundheitlicher Zustand hat sich verbessert. Inzwischen braucht der Junge nur noch orthopädische Einlagen. Die Familie und der Ehrenamtler sind glücklich über Arnies Fortschritte. Arnie ist ein fröhlicher Junge. Er kommt nun besser mit seiner Behinderung zurecht.

Das Projekt fördert die ganze Familie. Foto: Michaela DackenzoomDas Projekt fördert die ganze Familie. Foto: Michaela Dacken Die Kindernothilfe ermöglicht Kindern mit Behinderungen aus Cajamarca Therapie und Förderung in ihren Heimatdörfern. Dazu bilden Experten Freiwillige aus den einzelnen Gemeinden zu Therapeuten aus. Diese besuchen regelmäßig die Familien und zeigen, wie Eltern mit ihren Kindern zuhause therapeutische Übungen machen können. Die Fachkräfte des Projekts stehen sowohl den ehrenamtlichen Therapeuten, als auch den Kindern und ihren Familien stets als Ansprechpartner zur Verfügung.

Etwa 18 ehrenamtliche Therapeuten betreuen jeweils bis zu sechs Kinder und besuchen sie regelmäßig zwei- bis dreimal im Monat. Von der Unterstützung der Kindernothilfe profitieren 108 Kinder in Cajamarca. Ziel ist es, die Lebensumstände der Kinder mit Behinderungen und ihrer Familien zu verbessern. Die Kinder werden medizinisch betreut und in ihren Stärken gefördert. Auch zu dringend notwendigen Operationen oder Hilfsmitteln leistet das Projekt einen Beitrag. In Elterngruppen lernen Mütter und Väter, aber auch die Kinder selbst, wie sie traditionelle Medizin aus Kräutern herstellen können oder wie sie ausgewogene Mahlzeiten zubereiten. In Gemeinschaftsgärten wird dafür Obst und Gemüse angebaut. Die Eltern können sich untereinander austauschen und unterstützen. Wenn möglich lernen die Kinder, kleine Aufgaben in der Familie oder im Gemeinwesen zu übernehmen. Dies stärkt ihre Akzeptanz innerhalb der Gemeinschaft. Alle Dorfbewohner werden in die Arbeit des Projekts einbezogen. Es gibt regelmäßige Informationsveranstaltungen zum Thema Behinderung, um Vorurteile abzubauen. Durch all diese Aktivitäten werden die Kinder und ihre Familien in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt.

Weitere Informationen über unseren Partner und das Projekt (auf Spanisch)


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