Sie suchen ein besseres Leben und landen im Elend: 100.000 Menschen wohnen in den Slums von Islamabad, der Hauptstadt Pakistans. Viele von ihnen kommen aus armen, ländlichen Regionen in der Hoffnung auf Arbeit. Sie stranden in einem der Elendsviertel, leben ohne Strom, Wasser, Toiletten. Kinder haben es hier schwer, Mädchen wie Hina (14) haben kaum eine Chance. Sie ist behindert, konnte noch als Jugendliche kaum sprechen. Dank der Mitarbeiter des Kindernothilfe-Partners Diozese Lahore, unterhält sie ihre Freunde heute mit Geschichten und lernt Nähen. Die Diozese Lahore fördert Kinder und Jugendliche mit Behinderung und deren Familien (Projekt Nr.25056/AA/12).

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Stichwort: Z57203, Kinder mit Behinderungen
Situation vor Ort
Hina und ihre Familie stammen aus der Region Sialkot. Vater und Mutter arbeiteten hart. Doch Überleben konnte die kleine Familie davon kaum. Wie so viele Menschen zogen sie nach Islamabad. Dort, so hofften Hinas Eltern, hätten sie eine bessere Zukunft. Statt dessen landeten sie in einem der vielen Slums. Eine andere Wohnung konnten sie nicht bezahlen. Ihr Schicksal teilen rund 100.000 Menschen. Sie leben in lehmverputzen Hütten. Die Siedlungen liegen direkt an den Abwasserkanälen, während des Monsuns drohen stets Überschwemmungen. Schmutzige Rinnsale spülen Abwässer davon und dienen gleichzeitig als Quelle für Trinkwasser. Die Siedlungen sind illegal, daher weigert sich die Stadtverwaltung, Straßen oder eine Wasserversorgung zu bauen. Die öffentlichen Krankenhäuser behandeln die Bewohner der Slums selten. An den staatlichen Programmen zur Geburtsvorbereitung und -hilfe können die Frauen als illegale Slumbewohner nicht teilnehmen. Auch deshalb kommen in den Slums viele Kinder mit geistigen oder körperlichen Behinderungen zur Welt.
Das Projekt
Die Kindernothilfe und ihr Partner, die Diozese Lahore, fördern 120 Kinder und Jugendliche mit deren Familien. Alle stammen aus den Slums der Hauptstadt, die meisten haben Behinderungen. Ziel der Arbeit ist es, die Situation in den Elendsvierteln auf lange Sicht zu verbessern. Dazu soll frühzeitig erkannt werden, ob ein Neugebornes behindert ist. Förder- und Ausbildungsprogramme sollen den Jungen und Mädchen ermöglichen, ein weitgehend eigenständiges Leben zu führen.
Hinas Erfolgsgeschichte
Hinas Beispiel zeigt, wie erfolgreich die Arbeit der der Diozese Lahore ist. Das Mädchen war wegen der Behinderung geistig weit hinter seinen Altersgenossen zurück geblieben. Erst als Mitarbeiter der Diozese Lahore die Familie trafen, begann eine gezielte Förderung. Täglich besucht Hina eines der neun Kinderzentren der Organisation. Fünf bis sechs Stunde pro Tag wird sie mit anderen Kindern von speziell geschulten Mitarbeitern gefördert: Sie lernt viele Fertigkeiten, die ihr im Alltag helfen, bekommt eine individuelle Therapie. So hat sie sprechen gelernt. Sie ist viel selbstbewusster geworden und beginnt sogar Nähen zu lernen.
Die positive Entwicklung wäre ohne den Einsatz von Hinas Eltern unmöglich. Sie haben gelernt, ihre Tochter auch zu Hause zu fördern. Sie wissen außerdem, dass sie mit ihrer Situation nicht allein sind und treffen sich regelmäßig mit den Eltern anderer Kinder mit Behinderung. Die Einbindung der Väter und Mütter gehört zum Konzept des Programms. Außerdem bildet die Diozese Lahore freiwillige Gesundheitshelfer aus, die Familien bei der Förderung der Mädchen und Jungen unterstützen. Denn Ziel des Projektes ist auch, die Menschen im Slum mit in die Arbeit einzubinden. Sie sollen Verantwortung für ihre Gemeinschaft übernehmen und die Programmarbeit langfristig selbst weiterführen.
In einem Gesundheitszentrum der Diozese finden Mütter und Kinder medizinische Hilfe. Außerdem können Slumbewohner an Kursen über HIV und Aids, Durchfallerkrankungen, Risikofaktoren für Behinderungen und Sexualkunde teilnehmen. Es gibt Impfkampagnen, um Krankheiten wie Kinderlähmung auszurotten.
Die Diozese Lahore bildet auch Hebammen aus. Sie lernen, woran man frühkindliche Beeinträchtigungen erkennt und wie man bestimmte Schädigungen bei der Geburt vermeiden kann.
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