Kindernothilfe e. V.

Afghanistan: Schule für gehörlose Kinder

Afghanistan: Schule für gehörlose Mädchen und Jungen

Die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen haben sich seit dem Ende des Bürgerkriegs nicht wesentlich verbessert. Frauen und Kinder mit Hörbehinderungen werden oft in ihren Häusern versteckt. Die Kindernothilfe fördert in Jalalabad eine Schule ihres Partners SERVE, in der 250 Kinder, davon bereits mehr als ein Drittel Mädchen, unterrichtet werden(Projekt 27002/AA/12).

Kinder in der Schule für Gehörlose, Foto: GroßmannzoomKinder in der Schule für Gehörlose, Foto: Großmann. Schwierige Lebensbedingungen
Seit dem 11. September 2001 hat Afghanistan tiefgreifende Veränderungen erlebt. Nach dem Ende des jahrzehntelangen Bürgerkrieges konnten die Menschen neue Hoffnung schöpfen. Doch Unwissenheit, Armut und die instabile Sicherheitslage belasten sie weiterhin. Noch wesentlich schwieriger sind die Lebensbedingungen für die vielen Afghanen mit Behinderungen. Die besondere Not der gehörlosen Männer, Frauen und Kinder wird meist übersehen. Besonders Frauen und Kinder mit Hörbehinderungen werden oft in ihren Häusern versteckt und haben keinen Zugang zu Hilfsangeboten.

Unterricht für gehörlose Kinder Das SHIP-Projekt der christlichen Organisation SERVE erreicht gehörlose Kinder aus der Stadt Jalalabad und den umliegenden Distrikten. Eine Schule mit 250 SchülerInnen unterrichtet Kinder von der Vorschule bis zur 12. Klasse nach einem eigens entwickelten Lehrplan in Gebärdensprache. Auch Mädchen, denen während der Taliban-Herrschaft der Schulbesuch verwehrt war, können jetzt am Unterricht teilnehmen. Mittlerweile sind mehr als 30 Prozent der Kinder in dieser Schule Mädchen. Neben dem Unterricht in allgemein bildenden Fächern werden auch Computerkurse angeboten. In einer Schreinerwerkstatt können die älteren SchülerInnen berufsvorbereitende Kenntnisse erwerben.

Aus- und Weiterbildungszentrum für LehrerInnen
Die Schule dient gleichzeitig als Aus- und Weiterbildungszentrum für LehrerInnen von Dorfschulen. Sie lernen hier, hörbehinderte Kinder in ihren Dörfern zu unterrichten. Lehrmaterial und Hilfsmittel werden laufend neu erstellt bzw. weiterentwickelt. SERVE ist auch mit anderen Organisationen an der Erstellung eines afghanischen Wörterbuches für Gebärdensprache beteiligt.

Unterricht zu Hause
Das Programm erreicht auch Kinder außerhalb der Modellschule. Für sie werden so genannte "deaf units" an den Dorfschulen eingerichtet, in denen die Kinder von MitarbeiterInnenn des SHIP-Projekts in Gebärdensprache unterrichtet werden. Wo dieser integrative Unterricht noch nicht möglich ist, weil z. B. keine behördliche Genehmigung vorliegt, finden spezielle Klassen für gehörlose Kinder in den Häusern statt.

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