
Schuhputzer in Guatemala. Foto: Engel
Vor vier Jahren noch prognostizierte die Internationale Arbeitsorganisation (IAO), das Ende der Kinderarbeit sei "zum Greifen nah". Auf der „Child Labour Conference", die am Montag, 10. Mai, in Den Haag stattfindet, stellt die IAO nun ihren neuen Bericht zur Kinderarbeit vor und schwächt darin ihre optimistische Vorhersage deutlich ab.
„Die Bemühungen, die schlimmsten Formen ausbeuterischer Kinderarbeit zu eliminieren, lassen nach", diagnostiziert der Bericht. Von 2004 bis 2008 sank die Zahl der arbeitenden Kinder weltweit nur noch von 222 Millionen auf 215 (drei Prozent). Die IAO fürchtet, dass die globale Wirtschaftskrise die bisherigen Fortschritte im Kampf gegen Kinderarbeit noch weiter bremsen wird, und ruft zu einer globalen Kampagne auf, um den Negativ-Trend umzukehren.
Barbara Dünnweller, Kinderrechts-Expertin der Kindernothilfe, fordert: „Sieben von zehn Kindern arbeiten auf dem Land. Daher sind ländliche Entwicklungsprojekte ebenso nötig wie eine staatliche Wirtschafts- und Sozialpolitik." Generell müsse sichergestellt werden, dass noch mehr in Armutsbekämpfung investiert wird. Dünnweller: „Und dabei müssen die Situation von Kindern und deren Rechte immer mit einbezogen werden."
Die meisten Kinderarbeiter gibt es nach wie vor in Afrika. Jedes vierte Kind südlich der Sahara arbeitet. Mehr als 100 Millionen Kinder weltweit verrichten gefährliche Arbeiten.
IAO-Mitteilung zum aktuellen Kinderarbeits-Bericht als Download (Word)
Informationsblatt der IAO über Kinderarbeit (PDF)
Weitere Infos im Netz: http://www.childlabourconference2010.com/
Barbara Dünnweller