In Peru müssen schon die Kleinsten schuften, damit ihre Familien überleben. Kinderarbeit einfach zu verbieten, ist aber keine Lösung. Kindernothilfe setzt sich dafür ein, die Arbeitsbedingungen der Mädchen und Jungen zu verbessern und ihnen den Besuch einer Schule zu ermöglichen.
Nélida Gasely Guevara Vásquez ist acht Jahre alt. Sie lebt mit ihrer Mutter und drei Geschwistern in der Provinzhauptstadt Cajamarca im Norden Perus. Nélida muss arbeiten, weil ihre Familie anders nicht überleben kann: „Morgens um fünf gehe ich mit meinem Bruder Alberto zum Markt. Dort verkaufe ich für eine Frau Bananen und Orangen. Den ganzen Tag stehe ich in der glühenden Hitze. Dafür bekomme ich 25 Soles (6 Euro) im Monat. Meine Mutter verkauft für einen Händler Chilis und Fisch. Er zahlt dafür, was er will. Es reicht gerade für etwas Reis und Kartoffeln.“
So wie Nélida und ihren Geschwistern geht es vielen Kindern in Peru. Damit ihre Familien überleben, müssen sie arbeiten – auch die Kleinsten. Bereits Sechsjährige putzen am staubigen Gehweg die Schuhe vorbeieilender Passanten. Die Älteren schuften bis spät in die Nacht als Steineklopfer oder stehen stundenlang in stinkenden Abgaswolken auf der Straßenkreuzung und reinigen die Scheiben wartender Autos. Wenn die Kinder Glück haben, bekommen sie dafür ein paar Soles. Doch Kinderarbeit einfach abschaffen? Für die Familien ist das Einkommen überlebenswichtig. Zur Schule gehen die Kinder nicht. Dafür fehlt neben der Zeit auch das Geld für Schulgebühren und -material.
Seit drei Jahren unterstützt Kindernothilfe gemeinsam mit der Partnerorganisation IINCAP in den peruanischen Provinzen Chota, Jaén und Chelendín zwei Projekte für rund 550 arbeitende Kinder. Die meisten verkaufen wie Nélida Waren auf den umliegenden Märkten: Gebrannte Mandeln, Popcorn oder Obst. Projektleiterin Marcela Rabanal erklärt: „Unser wichtigstes Ziel ist, die Arbeitsbedingungen der Mädchen und Jungen zu verbessern. Die Kinder müssen die Chance haben, zur Schule gehen. Wir zeigen ihnen, wie sie freundlicher mit den Kunden umgehen, wie sie ihre Ware besser präsentieren und Preise kalkulieren. Das hat Erfolg. Die Kunden kommen gerne wieder.“
Auch die Eltern werden mit einbezogen. Nélidas Mutter hat mit einem Kleinkredit ihren eigenen Stand eröffnet. Sie verdient jetzt mehr als zuvor. Helfen müssen die Geschwister trotzdem. Aber unter viel besseren Bedingungen. Nélida und ihre Geschwister gehen wieder zur Schule. Rabanal betont: „Die Eltern müssen begreifen, dass ihre Kinder sehr hart arbeiten und viel für das Überleben der Familie tun. Dabei dürfen sie nicht vergessen, dass die Kinder auch in die Schule müssen. Ansonsten enden auch sie in Armut.“ Viele Eltern müssen umdenken. Das kostet Kraft und braucht Zeit – jedoch mit nachhaltigem Erfolg: Durch diesen Projektansatz gelingt es, nicht nur Wenige, sondern ganze Generationen von Kindern zu erreichen.
Mit Ihrer Unterstützung können wir die Arbeits- und Lebensbedingungen von Nélida und vielen anderen Kinderarbeitern entscheidend verbessern. Helfen Sie und setzen Sie damit ein deutliches Zeichen gegen ausbeuterische Kinderarbeit.
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