Philippinen: Leben auf dem Müllberg

Ein Euro für zwei Tage Suche im Müll

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Die Müllkippe Lupang Pangako in Quezon City bei Manila ist für 3000 Menschen die einzige Chance zu überleben. Sie wohnen mitten im Verwesungsgestank, mitten im giftigen Qualm von verbrennendem Unrat. Hunderte Kinder arbeiten hier von morgens bis abends. Sie suchen im Müll nach Wertstoffen, die sie verkaufen. Der magere Lohn bringt ihre Familien durch. Die Kindernothilfe unterstützt ein Projekt des Vinzentiner-Ordens.

1 Euro für zwei Tage Schufterei

Mit bloßen Händen, an den Füßen nur dünne Plastiksandalen, durchwühlen die Kinder den Müll der Millionenstadt Manila auf der Suche nach Aluminium, Glas und anderen Werstoffen. Ihre Beute verkaufen sie, doch die Händler sind oft skrupellos, betrügen die Kinder und zahlen viel zu wenig Geld. Und selbst der reguläre Preis ist nur ein Hungerlohn: Etwa 1 Euro für zwei Tage Arbeit verdienen die Müllsammler. Für ihre Familien ist der karge Lohn jedoch oft die einzige Chance zu überleben. Viele kommen aus armen Regionen auf dem Land auf die Müllhalde. Hier errichten sie ärmliche Hütten aus dem Unrat. Fließendes Wasser und Strom gibt es nicht. Viele Kinder schneiden sich beim Müllsammeln an Glasscherben und scharfkantigen Metallteilen. Die Wunden infizieren sich, heilen schlecht. Viele Menschen sind krank von den giftigen Ausdünstungen des Abfalls

16535_270x179_1280x853_0x0zoomSchwestern versorgen die Wunden der Kinder. Foto: Pascal Rest

Das Projekt (Projekt-Nr. 29052/AC/12)

Seit 1993 unterstützen Mitglieder des Vinzentiner-Ordens die Kinder und ihre Familien auf Lupang Pangako. Unterernährte Mädchen und Jungen erhalten täglich eine warme Mahlzeit. Wunden der Müllsammler versorgen die Mitarbeiter. Da die Mädchen und Jungen selten oder nie zur Schule gehen, haben die Vinzentiner ein Lernzentrum gegründet. Dort werden die Kinder nach ihrem Arbeitstag unterrichtet. Sie lernen einfache handwerkliche Fähigkeiten wie zum Beispiel Schneidern oder Mitarbeiter vermitteln ihnen Grundkenntnisse am Computer. So bekommen sie die Chance, ihren Lebensunterhalt später mit etwas anderem als Müllsammeln zu verdienen. Dies erlangt besondere Bedeutung angesichts der inzwischen zurückgehenden Müllberge - was viele Menschen freut, entzieht den Müllsammlern aber gleichzeitig ihre Erwerbsgrundlage.

16523_270x179_1280x853_0x0zoomIm Lernzentrum der Vinzentiner. Foto: Pascal Rest Wichtig ist auch die Arbeit mit den Eltern. In Seminaren erfahren die Mütter Grundlegendes über Gesundheit und Hygiene. Außerdem klären die Mitarbeiter die Erwachsenen, aber auch die Kinder über die Rechte der Kinder auf und zeigen den Familien Möglichkeiten auf, wie sie sich bei Behörden und in der Öffentlichkeit für ihre Rechte einsetzen können. Gemeinsam mit den Eltern der Kinder suchen die Mitarbeiter des Projektes nach Wegen, wie die Erwachsenen mehr Geld für ihre Familien verdienen können - etwa, indem sie kleine Handwerksbetriebe mit Unterstützung der Vinzentiner eröffnen.

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