Die Aktion Rote Hand ist eine weltweite Protestbewegung gegen den Einsatz von Kindersoldaten. In den letzten Jahren beteiligten sich Hunderttausende auf allen Kontinenten an den Aktionen. Die Mehrzahl sind Kinder und Jugendliche. (http://www.redhandday.org und www.aktion-rote-hand.de).

bilduntertext
Rote Hände als Protest wurden zum ersten Mal am 12. Februar 2002 eingesetzt, als das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention in Kraft trat. Dieser Tag ist seitdem ein weltweiter Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten.
Das Zusatzprotokoll verbietet den Einsatz von Kindern unter 18 Jahren in Kriegen und Konflikten als Soldaten. Auf Druck einiger Staaten, darunter Deutschland, wurde eine Ausnahme bei dem Verbot zugelassen: Staatliche Armeen dürfen Freiwillige ab 16 Jahren werben. Die Bundeswehr macht von dieser Ausnahme Gebrauch und rekrutiert jedes Jahr zahlreiche Minderjährige.
Das Symbol der roten Hand wurde von einem Bündnis internationaler Menschen- und Kinderrechtsorganisationen, der Coalition to Stop the Use of Child Soldiers (www.child-soldiers.org), für die weltweite Kampagne gegen den Missbrauch von Kindersoldaten eingeführt. Das Logo der Coalition, die rote Hand mit einem kleinen weißen Kindersoldaten darin, ist geschützt und darf nur nach Rücksprache mit der Coalition verwendet werden. Die Coalition macht politische Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Kindersoldaten und trug wesentlich zum Zustandekommen des Zusatzprotokolls bei.
Die Coalition hat zahlreiche nationale und regionale Zweige, darunter das Deutsche Bündnis Kindersoldaten (www.kindersoldaten.info). Deutscher Vertreter in der Coalition to Stop the Use of Child Soldiers ist terre des hommes. Viele Mitgliedsorganisationen dieser Bündnisse helfen Kindersoldaten in den Konfliktgebieten, beispielsweise mit psychologischer Betreuung, mit Ausbildungs- und Wiedereingliederungsprogrammen.
Die Aktion Rote Hand als Jugendaktion wurde von Aktion Weißes Friedensband Ende 2003 entwickelt und zusammen mit terre des hommes, Kindernothilfe und anderen Organisationen des Deutschen Bündnisses Kindersoldaten erstmals 2004 durchgeführt. Im Zusammenhang damit wurde auch der Tag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten, international Red Hand Day genannt, in Deutschland gestartet, an dem seitdem jährlich Aktionen und Pressekonferenzen stattfinden. Die Aktion Rote Hand und der Red Hand Day finden weltweit starken Zuspruch. In Deutschland beteiligen sich insbesondere Schulen und Jugendgruppen, Kirchengemeinden sowie andere engagierte Gruppen und Vereine. Alle vereint der Protest gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten und die Solidarität mit den Betroffenen.
Ein Höhepunkt der weltweiten Rote-Hand-Aktivitäten war die Sammlung von über 300.000 roten Handabdrücken in 34 Ländern im Zeitraum 12. Februar 2008 bis 12. Februar 2009. Jugenddelegierte aus vier Kontinenten übergaben am 12. Februar 2009 rote Hände an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, an die UN-Sonderbeauftragte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy, sowie an den Vorsitzenden des UN-Weltsicherheitsrates, Claude Heller. Der UN-Generalsekretär versprach, alles in seiner Macht stehende zu tun, um den Missbrauch von Kindern als Soldaten zu beenden.

Uganda: Foto: Frank Peterschröder
In Deutschland wurden über 130.000 Handabdrücke gesammelt. Bundespräsident Horst Köhler lud am 12. Februar 2009 die Organisatoren und 30 Jugendliche zu einem Empfang ins Schloss Bellevue in Berlin ein. In Deutschland laufen die Abstimmungen zur Aktion innerhalb des Deutschen Bündnisses Kindersoldaten sowie mit weiteren beteiligten Organisationen. Dazu gehören: Aktion Weißes Friedensband, Kindernothilfe, terre des hommes, Amnesty International, Plan International, World Vision, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Netzwerk Afrika Deutschland, UNICEF Deutschland. Aktion Weißes Friedensband koordiniert die Aktion.
Das zentrale Ziel der Aktion ist die weltweite Ächtung des Einsatzes von Kindersoldaten unter 18 Jahren („straight 18") - völlig unabhängig davon, ob sie zwangsweise oder „freiwillig" rekrutiert werden und welche Rolle sie in den Armeen und bewaffneten Gruppen ausfüllen. Jeder Einsatz von Kindern unter 18 Jahren in militärischen Verbänden oder zu militärischen Zwecken wird abgelehnt, selbst wenn die Kinder keine Waffen tragen müssen. Dazu zählt auch die militärische Schulung von Kindern unter 18 Jahren in Schulen oder Akademien.
Das Deutsche Bündnis Kindersoldaten und damit die Aktion Rote Hand schließt sich den internationalen Forderungen der Coalition to Stop the Use of Child Soldiers an:
In Deutschland soll die Aktion Rote Hand künftig folgendermaßen ablaufen:
Website des Deutschen Bündnis Kindersoldaten: www.kindersoldaten.info
Barbara Dünnweller