
Eine Million solcher roten Hände sollen am 12. Februar in New York an die UN übergeben werden. Foto: privat
(Siegen, 22. September 2008) Viele rote Hände leuchteten gestern in der Aula des Peter-Paul-Rubens-Gymnasiums in Siegen. Sie sollen ein Stopp-Zeichen setzen gegen die Gewalt, die Kindern und Jugendlichen in vielen Teilen der Welt als Kindersoldaten angetan wird. Eine Million rote Hände auf weißem Grund sollen weltweit gesammelt werden, berichtet Wolfgang Hobinka vom Siegener Arbeitskreis der Organisation.
Mehr als eine Viertelmillion Kinder im Alter zwischen 5 und 18 Jahren, so Kindernothilfe-Auslandsvorstand Dietmar Roller, würden zu Kämpfen gezwungen oder seien auf andere Weise Teil der militärischen Infrastruktur. Nicht nur Guerilla-Gruppen rekrutierten die Kinder mit unglaublicher Gewalt. Auch in Staaten wie Großbritannien und Israel könnten junge Menschen unter 18 Jahren bereits Dienst in der Armee leisten. Die meisten Kindersoldaten würden in Myanmar, dem früheren Burma, gezählt. Hier würden etwa 66.000 Kinder dazu gezwungen, Landminen zu legen oder durch vermintes Gelände zu laufen. Dabei würden sie entweder furchtbar verstümmelt oder getötet. Versuchten die Kinder zu fliehen, würden sie grausam bestraft.
Kindernothilfe unterstüzt Projekt in Norduganda
Im afrikanischen Uganda, im vom Bürgerkrieg zerstörten Norden, unterstützt die Kindernothilfe ehemalige Kindersoldaten und Kinder, die vor den brutalen Rekrutierungsversuchen der Söldner fliehen. Dort können sie die Waffen abgeben, werden therapeutisch versorgt, erhalten eine Schulausbildung und später auch handwerkliche Grundkenntnisse, um einen Beruf ergreifen zu können. Kinder könne man zu "gefährlichen Waffen" machen, habe ihm einmal ein Kommandeur gesagt, weil sie "leicht formbar"seien. Mit eindringlichen Zeichnungen aus der Therapie - vorherrschend riesige Gewehre, die Tod bringen - zeigte er, wie tief traumatisiert die früheren Kindersoldaten sind. "Du kannst niemals wirklich glücklich werden mit all diesen Wunden am Körper und in der Seele", zitierte er ein Opfer.
Hilfe kommt an
Die Zuhörer aus den Klassen 9 und 10 wollten viel wissen: Wo die Waffen herkämen und wie es um die Seriosität der ehrenamtlichen Arbeit bestellt sei. Geduldig gab Roller Auskunft, betonte, die Arbeit seiner Organisation sei vollständig transparent, so dass jeder nachvollziehen könne, wie das Geld verwendet werde.
Schließlich ging es an die Fingerfarbe: rote Hände gegen Missbrauch von Kindern im Krieg. Begeistert machten die Schülerinnen und Schüler mit, hinterließen ihre Handabdrücke auf dem Papier und versahen dieses mit eigenen Gedanken.
Quelle: Siegener Nachrichten
Weitere Informationen:
Barbara Dünnweller
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