Berlin (1.3.2005) Am 1. März 1999 trat das Verbot von Antipersonenminen in Form der Ottawa Konvention in Kraft. In seinem aktuellen Bericht fordert jetzt der UNO-Beirat für Frieden und Sicherheit alle Staaten auf, ein umfassendes Verbot aller Landminen, einschließlich der Anti-Fahrzeugminen, umzusetzen. Das Aktionsbündnis Landmine.de, ein Zusammenschluss aller bedeutenden deutschen Hilfswerke, begrüßt ausdrücklich die abrüstungspolitischen Vorschläge des im Jahre 2003 von UN-Generalsekretär Annan installierten Beirates.
Warnung vor Minen in Sri Lanka. Foto: Alexandra Höner
Bündnis fordert Verbot bereits seit zehn Jahren
"Jetzt besteht die berechtigte Hoffnung, dass unsere seit 10 Jahren erhobene Forderung nach einem Verbot aller Landminen endlich auch im Rahmen der Vereinten Nationen Widerhall findet", so Thomas Küchenmeister vom Aktionsbündnis Landmine.de. "Die internationale Staatengemeinschaft wird sich nun dem Druck, die Rüstungskontrolle bei Landminen voranzutreiben, nur noch schwer entziehen können." Bereits auf der im November des vergangenen Jahres abgehaltenen Überprüfungskonferenz der Ottawa Konvention in Nairobi hatte auch UN-Generalsekretär Kofi Annan eine Erweiterung des Minenverbotes gefordert. "Antifahrzeugminen", so Annan, "stellen eine ernste Bedrohung dar, und es darf nicht geruht werden, bis alle Landminen geräumt und für immer verboten sind."
Untersuchung zur Wirkung von Anti-Fahrzeugminen
Auch das Europaparlament hatte im vergangenen Oktober die EU-Mitgliedsstaaten aufgefordert, Anti-Fahrzeugminen, die durch Personen ausgelöst werden können, zu vernichten. Das Aktionsbündnis Landmine.de hat im zurückliegenden Jahr zusammen mit Nichtregierungsorganisationen aus Großbritannien und Kanada eine weltweite Untersuchung zu den humanitären Auswirkungen des Einsatzes von Antifahrzeugminen durchgeführt.
Entschärfte Landminen. Foto: Alexandra Höner
Ergebnis: Erhebliche Gefahr für Zivilsten
Das Ergebnis der weltweiten Untersuchung, die im März veröffentlicht wird, ist eindeutig: Ebenso wie Antipersonenminen stellen Antifahrzeugminen eine erhebliche Bedrohung für Zivilisten dar. Häufig fordern Unfälle mit Antifahrzeugminen weit mehr Opfer, als dies Antipersonenminen tun. Der Einsatz von Antifahrzeugminen hat auch indirekte Auswirkungen: Antifahrzeugminen können nachhaltig die Arbeit von Hilfsorganisationen behindern, die Bevölkerung in einem Konfliktgebiet zu versorgen. "Dazu müssen sie nicht einmal in großen Mengen eingesetzt worden sein", sagt Markus Nitschke, Projektkoordinator beim Aktionsbündnis Landmine.de. "Manchmal reicht eine einzige verlegte Antifahrzeugmine auf einer zentralen Verkehrsroute aus, um praktisch eine ganze Provinz von dringend benötigten Hilfslieferungen abzuschneiden."
Bis zu 20 Millionen Anti-Fahrzeugminen
Seit Inkrafttreten des Minenverbotes wurden ca. 1 Million Antifahrzeugminen geräumt. Dennoch werden zusätzliche 10-20 Millionen Minen dieses Typs in mehr als 50 Ländern vermutet. Dazu kommen weltweit 50-75 Millionen Antifahrzeugminen in den Militärlagern.
Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an:
Thomas Küchenmeister, Direktor Aktionsbündnis Landmine.de
Telefon:030/446858-14
Mobil: 0175/4964082
Markus Nitschke, Projekt-Koordinator Aktionsbündnis Landmine.de
Telefon: 030/44 68 58 37
Mobil: 0162/62 84 257
Barbara Dünnweller