(Duisburg/ Berlin, 5. Oktober) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Weltlehrertag am 5. Oktober ein wenig schmeichelhaftes "Zeugnis" erhalten. Darin wird ihr Beitrag für eine weltweite Grundschulbildung aller Kinder nur mit der "Gesamtnote vier" bewertet. Die Globale Bildungskampagne, die von der Kindernothlife in Deutschland mitgetragen wird, bewertet jedes Jahr, in wie weit die reichen Staaten ihrer Verpflichtung nachkommen, Kindern weltweit zu ihrem Recht auf Bildung zu verhelfen.

Bildung schafft Chancen für Kinder in Ländern wie indien. Foto: Jens Großmann
In der im Stil eines Schulzeugnisses formulierten Beurteilung heißt es:
"Angela hat vielversprechende Momente, lässt aber diesen Hoffnungsschimmern wenig Konkretes folgen." So habe sie zwar "kurz nach Eintritt in die Klasse" noch ihre Absicht bekräftigt, die deutsche Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen, bislang "allerdings nicht erklären können, wie sie das schaffen will". Ein Teil dieses Geldes soll nach internationalen Absprachen für die Grundbildung in den ärmsten Ländern der Welt ausgegeben werden, insbesondere für Mädchen. Insbesondere in diesem Bereich versagt die Bundesregierung: der Anteil an Entwicklungshilfegeldern, der für den Zugang zur Grundschulbildung ausgegeben wird, bleibt bei weitem hinter den Möglichkeiten und Notwendigekeiten zurück.
Download: Das Zeugnis im Wortlaut (pdf, 3,4 MB)
Imke Häusler