
Berlin, Rosenthaler Platz.
Foto: Deine Stimme gegen Armut
Jedes Jahr sterben weltweit rund 350.000 Frauen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes. Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar, wenn es eine ausreichende Gesundheitsfürsorge gäbe. Dabei hat die internationale Staatengemeinschaft sich verpflichtet, die Müttersterblichkeit bis 2015 um 75 Prozent zu verringern. Dies ist ein Ziel der acht
Millenniumsentwicklungsziele (MDG). Der Weltarmutsgipfel in New York Ende September dieses Jahres wird Bilanz über die bisherige Umsetzung der MDG ziehen. Eine Bilanz, die wohl ernüchternd ausfallen wird.
Entwicklungspolitische Bündnisse wollen deshalb mit einer MDG-Säulenaktion Druck machen. Aktivisten werden vor dem Brandenburger Tor in Berlin acht Plexiglassäulen von zwei Meter Höhe mit MDG-bezogenen Gegenständen, wie Reis, Schulhefte, Medikamentenschachteln und Wasserflaschen füllen - genau bis zu der Höhe, die dem Stand der MDG-Umsetzung in Afrika entspricht. Mit dieser Aktion wollen sie ihrer Forderung nach einem MDG-Aktionsplan der Bundesregierung Nachdruck verleihen. Empfehlungen für einen solchen Aktionsplan sind in dem Bericht „5 vor 2015" dargelegt, der am selben Tag veröffentlicht wird.
Alle im Aktionsbündnis beteiligten Kampagnen und Zusammenschlüsse eint das gemeinsame Ziel, die Verwirklichung der MDG bis zum Jahr 2015 zu realisieren. Beteiligt sind: Action for Global Health, Aktionsbündnis gegen Aids, Deine Stimme gegen Armut, Globale Bildungskampagne, „Mutternacht"-Bündnis, StopEPA-Kampagne, Stop Malaria Now und VENRO. In vielen dieser Bündnisse wirkt die Kindernothilfe aktiv mit.
Rund 100 Tage vor dem Weltarmutsgipfel der UN im September startete am 8. Juni „Deine Stimme gegen Armut" seine Kampagne 2010. Im Mittelpunkt steht der neue TV-Spot, in dem zwölf Tatort-Kommissare ihre Stimme gegen Armut erheben und aufrufen: „Verhindere weitere Opfer".
Beide Spots stehen auf Youtube zur Verfügung:
Tatort Afrika
Todesursache Ignoranz
Petra Stephan