Guatemala
Leser der WAZ Mediengruppe machen's möglich:
118.000 Euro verdoppeln Engagement für junge Gewaltopfer

„Jetzt können wir doppelt so vielen jungen Gewaltopfern helfen wie bislang und Prügel, Missbrauch und Vernachlässigung noch effektiver entgegenwirken", sagt Miguel Angel, Leiter des guatemaltekischen Kindernothilfe-Partners Conacmi. „Das ist den engagierten Lesern der WAZ Mediengruppe zu verdanken - eine großartiger Einsatz!"
118.000 Euro kamen zusammen bei der Weihnachtsspenden-Aktion 2011 der WAZ Mediengruppe. Das Geld geht an die Anlaufstelle von Conacmi - die einzige Einrichtung Guatemalas, die umfassend und kostenlos junge Gewaltopfer betreut.
„Bislang konnten wir jährlich nur 150 Mädchen und Jungen in unsere psychosozialen Programme aufnehmen, künftig werden es 300 sein." Zudem wird Conacmi ihre Präventionsarbeit ausbauen, damit Kinder gar nicht erst Schläge und Missbrauch erleiden müssen.
Exzessive Gewalt und Straflosigkeit prägen Guatemalas Alltag. Kinder trifft es besonders hart. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurden über 3.300 Kinder getötet, laut UN-Studie sind 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen in ihrem häuslichen Umfeld Opfer von Prügel, sexuellem Missbrauch und anderer Gewalt.
WAZ-Reporterin Annika Fischer und Fotograf Jakob Studnar reisten im Rahmen der Weihnachtsspenden-Aktion nach Guatemala. Mit ihren Reportagen haben sie das Projekt von Conacmi und das Land vorgestellt. Die Beiträge finden Sie auch bei uns:
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Foto: Studnar
Vielleicht hätte Oma Lucrecia etwas merken müssen. Es gab ja Anzeichen, „Dinge", sagt die alte Dame heute, „die für sich sprachen". Die verrammelte Tür zu Hause bei den Enkeltöchtern.
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Foto: Studnar
Yesica, Josefina und der kleine Carlos spielen heute Karten. Karten, die Gesichter zeigen, zornige, weinende, verzweifelte, lachende. Die Kinder lachen nicht. Josefina hat eine wütende Fratze in der Hand, aber was sie sagt, ist: „Triste." Traurig. Sie kennen die anderen Gefühle nicht und nicht ihre Namen. Sie wissen nur, wie sich die Schläge der Mutter anfühlen, die Hand des Vaters zwischen ihren Beinen oder heißes Tortillafett im Gesicht.
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Foto: Studnar
Yesica ist heute 17 – und es geht ihr gut. Denn der Mann, der sie jahrelang missbrauchte und ihre Mutter verprügelte, sitzt im Gefängnis: ihr Vater.
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Foto: Studnar
An einem regnerischen Tag Ende November war es für Danielas kleine Schwester zu viel: Sie rannte aus dem Haus, den Hang hinunter und durch das halbe Land zu den Großeltern. Sie, die nie aufbegehrt hatte, die den Stock aushielt auf ihrem Kopf und das Stromkabel auf ihrer Haut, bis der Zorn der Mutter verrauchte.
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Foto: Studnar
Die Psychologin sagt, Thelma sei „eine Prinzessin". Ein stolzes Maya-Mädchen, eine starke Persönlichkeit, eine Kämpferin für ihre Kultur. Thelmas Leben ist aber alles andere als das einer Königstochter.
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Foto: Studnar
Auf den ersten Blick sieht Justin nicht arm aus. Aber er ist ein armer Kerl. Ein übergewichtiges Kind unter Millionen unterernährten in Guatemala. Justin hat sich ein dickes Fell angefuttert: sein Schutzmantel gegen die Schläge des Vaters, das Trostpflaster der Oma, die versucht, seinen Schmerz mit Schokolade zu lindern.
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Foto: Studnar
Vom Vater missbraucht, von einer Tante misshandelt: Die Hilfsorganisation „Conacmi" gab Marleni neue Kraft. Das Mädchen aus Guatemala hat ein schlimmes Leben hinter sich.
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Foto: Studnar
Der Guatemalteke an sich ist ja kein schlechter Mensch, woher also kommt all die Gewalt gegen Kinder in dem lateinamerikanischen Land? Fünf Erklärungsversuche von Miguel Angel López, Direktor der Hilfsorganisation Conacmi.
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Foto: Strauch
Im UN-Ranking zum Entwicklungsstand aller Staaten der Welt steht Guatemala auf Platz 132 von 187, auf dem ganzen amerikanischen Kontinent ist nur Haiti auf einem schlechteren Platz. Fast zwei Drittel der Bevölkerung, vor allem auf dem Land, leben in Armut, fast die Hälfte aller Kinder und damit die meisten in Lateinamerika, gelten als unterernährt.
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Foto:Studnar
Bilder, die Mut machen: Sie zeigen die Arbeit im Projekt und wie die Kinder ihr Leben zurückgewonnen haben.
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