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Natalia Wörner: „Familien mit HIV/ Aids in Russland brauchen unsere Unterstützung"

(Duisburg/ St. Petersburg, 31. August) Die Schauspielerin Natalia Wörner bittet Menschen in Deutschland um Unterstützung für Familien mit HIV/ Aids in Russland. Während einer Reise nach St. Petersburg betonte sie: „Mütter und Kinder mit HIV werden ausgegrenzt und bekommen so gut wie keine Unterstützung und Beratung."

Natalia Wörner in St. PetersburgzoomNatalia Wörner und Anja (7) im Familienzentrum. Foto: Frank Rothe

In St. Petersburg unterstützt die Kindernothilfe eine Klinik, die Babies auf HIV testet und bei einer Infektion auch die entsprechende Therapie einleitet. Außerdem erreicht sie über ein Familienzentrum rund 100 HIV-infizierte Mütter und deren Kinder. Das Beratungs- und Betreuungsprogramm, das in einer Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung unter extrem beengten Umständen arbeitet, soll in den kommenden Jahren in einem größeren Gebäude untergebracht werden.

„Ich kann nur sehr darum bitten, uns bei der Ausweitung dieser wichtigen Arbeit zu unterstützen, etwa über eine Patenschaft", so die Kindernothilfe-Botschafterin, die vor vier Monaten selbst Mutter geworden ist.

In der russischen Metropole leben nach Schätzungen internationaler Organisationen rund 300.000 Menschen mit dem Virus, jedes Jahr kommen in St. Petersburg über 400 Kinder HIV-infizierter Mütter zur Welt. Damit gehört St. Petersburg neben Moskau und Kaliningrad zu den am meisten betroffenen Städten Russlands.

Dank des konsequenten Einsatzes entsprechender Medizin konnte die Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind in St. Petersburg in den letzten zwei Jahren deutlich gesenkt werden. Nur weniger als zehn Prozent dieser Kinder tragen das Virus in sich. „Die Situation ist dennoch dramatisch, denn auch die gesunden Kinder haben keine Chance auf einen Kindergartenplatz oder einen Schulbesuch", so Wörner.

Schwangere Frauen stärken
Eine weitere Herausforderung ist die Stärkung der Schwangeren. Die meisten HIV-infizierten Mütter sind drogenabhängig und lassen ihre Kinder im Krankenhaus zurück. In Russland sind keine Substitutionsprogramme (etwa Methadon) zulässig, obwohl sich Fachleute auf der ersten osteuropäischen Aidskonferenz im Mai 2006 in Moskau dafür stark gemacht hatten. Der immer noch praktizierte „kalte" Entzug in Russland führt zu enorm hohen Abbruchraten. Zurück bleiben Mädchen und Jungen ohne elterliche Fürsorge. Sie wachsen meist vollkommen isoliert in Erziehungsheimen auf.


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