Duisburg/Besuch aus Indien

Duisburg: Christina stellt ihren Verlobten vor

Christina Prema Kumari Mathew besucht ihren Paten Heino NielsenzoomChristina P.K.Mathew mit ihrem Verlobten Peter Davie und ihrem ehemaligen Paten Heino Nielsen
Foto: R. Krämer
Vor 17 Jahren übernahm das Duisburger Ehepaar Nielsen die Patenschaft für Christina Prema Kumari Mathew. Inzwischen arbeitet die junge Frau in einem Krankenhaus in Manchester in der Forschungsabteilung der Herzchirugie. Jetzt kam sie nach Duisburg, um ihren Pateneltern ihren Verlobten vorzustellen.
 

Wenn bei den Nachbarn von Christina Prema Kumari Mathew im indischen Bangalore das Telefon klingelte, wartete das junge Mädchen schon ungeduldig auf den Anruf ihrer Pateneltern aus Deutschland. „Der erste Satz war immer: „How are you? Everything well? (Wie geht es dir? Alles in Ordnung)", erzählt ihr Pate Heino Nielsen. „Und als Zweites kam: Let's make a date for the next time (Lass uns einen Termin für das nächste Mal ausmachen) - die Verbindungen wurden oft unterbrochen, und man hatte keine Chance, noch einmal anzurufen. Erst dann kam die normale Konversation." Später schickte Christina Mails aus einem Internet-Café an ihre Paten.

Telefonate zwischen Indien und Deutschland
Der südindische Kindernothilfe-Partner CCCYC nahm Christina 1989 in sein Stipendienprogramm auf. Ihr Vater war damals arbeitslos geworden und konnte nicht mehr für die Schulbildung seiner drei Kinder aufkommen. Den monatlichen Betrag dafür zahlten Ursula und Heino Nielsen aus Duisburg. „Als ich ihren ersten Brief erhielt, war das für mich total aufregend", erinnert sich Christina. Eines Tages bekamen die Nachbarn Telefon. Von da an gingen viele Anrufe aus Deutschland bei ihnen ein.

Ausbildung zur Krankenschwester
Christina Mathew, ehemaliges indisches Patenkind, besucht ihren Paten Heino NielsenzoomFoto: R. Krämer Nach dem 10. Schuljahr wechselte Christina aufs College, machte eine vierjährige Ausbildung zur Krankenschwester und arbeitete dann in einer Herzklinik. Nach zwei Jahren bekam sie aus heiterem Himmel einen Anruf von einer Agentur, die für englische Kliniken Krankenschwestern suchten, die sich auf Kardiologie spezialisiert hatten. „Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nicht einmal einen Pass!", erzählt Christina lachend. „Aber ich dachte, warum soll ich es nicht versuchen? Von 70 Schwestern wurden nur fünf ausgewählt, und ich war eine davon!" Ihre Familie überließ ihr die Entscheidung. „Ich hatte eine gute Arbeitsstelle, aber mit meinem damaligen Gehalt konnte ich meine Familie nicht so unterstützen wie mit einem Job in England."

Besuch in Duisburg
Zwei Monate später war sie bereits in Manchester. Kurz darauf kam sie zum ersten Mal nach Duisburg: Sie wollte sich persönlich bei ihren Paten für die Unterstützung in den vergangenen Jahren bedanken. Im letzten August wurde sie befördert. Sie arbeitet jetzt in der Forschungsabteilung der Herzchirurgie. Sie ist glücklich, dass sie sich damals für England entschieden hat. „Ich liebe meine Arbeit, und von meinem Gehalt konnte ich meinen Eltern ein Haus und ein Auto kaufen und meinem Bruder das Studium finanzieren."

"Die Patenschaft ist fantastisch gelaufen"
In diesem Jahr kam die 29-Jährige zum zweiten Mal nach Duisburg - mit ihrem Verlobten Peter Davie, den sie ihren Pateneltern vorstellen wollte. Seine Tante hatte bei Christinas Eltern durchblicken lassen, dass Peter ebenfalls in England lebe und eine Freundin suche. Peter bekam Christinas E-Mail-Adresse, und so fing alles an... Die große Hochzeit soll im Februar 2007 in Indien steigen. Später wird in London mit den englischen Freund(innen) und den deutschen Pateneltern nachgefeiert.
„Die Patenschaft ist fantastisch gelaufen", so das Fazit von Heino Nielsen. „Christina hat am Ende der Patenschaft gefragt, ob sie die Beziehung zu uns aufrecht erhalten könnte. Da haben wir gesagt: Natürlich! Und jetzt", sagt er mit einem stolzen Schmunzeln, „wird sie auch noch gut unter die Haube gebracht."


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