In den Teppichzentren in Dharampur werden bevorzugt Kinder eingestellt. Versteckt in Hinterhöfen sind die Zentren in privaten Wohnungen untergebracht. Denn die Teppichzentren sind illegal. Bis zu elf Stunden am Tag schuften hier acht- bis vierzehnjährige Kinder in den engen, stickigen Räumen. Zur Schule gehen sie nicht. Die Kindernothilfe kämpft gegen diese ausbeuterische Form der Kinderarbeit und setzt sich für die Bildung der Kinder ein. Helfen Sie uns dabei: Mit einer Spende ermöglichen Sie den Kindern den Schulbesuch - so können sie einen Ausweg aus der Armut finden und ihr Leben selbst in die Hand nehmen.

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Stichwort: Z57256, Bildung für Teppichknüpfer
Kinder werden ausgebeutet
Kinder sind in den Teppichzentren beliebte Arbeitskräfte: Mit ihren kleinen, dünnen Fingern gelangen sie besser zwischen die Garnreihen auf den Rahmen. Außerdem knüpfen sie die Teppichmuster ordentlicher und fehlerloser als Erwachsene - und sind fügsamer. Mädchen werden besonders bevorzugt - denn sie sind noch gehorsamer als Jungen. Unter den gesundheitlichen Folgen der schweren Arbeit leiden die Kinder ihr ganzes Leben.
Ohne Bildung kein Ausweg aus der Armut
In den zehn Dörfern des Projektgebiets im Regierungsbezirk Dharampur gibt es 49 Teppichzentren. Rund 370 Kinder und Jugendliche schuften hier tagtäglich. Für ihre schwere Arbeit bekommen sie einen Hungerlohn: Die acht- bis zehnjährigen Kinder verdienen nur 20 Rupien (rund 35 Cent) pro Tag, da sie noch im "Training" sind. Mehr als die Hälfte der Teppichknüpfer sind Mädchen. Ihre Chance zur Schule zu gehen, ist schwindend gering. Im Projektgebiet nehmen die Kinder meist nur bis zur 4. Klasse am Unterricht teil. Weiterführende Schulen gibt es kaum. Durch den niedrigen Bildungsstand entsteht ein Teufelskreis der Armut: Als Teppichknüpfer können die Mädchen und Jungen nur wenige Jahre arbeiten - sobald sie älter als 14 sind, eignen sie sich nicht mehr für diese Arbeit. Da sie keine Schulbildung haben, können sie nur noch Hilfsarbeiten verrichten, durch die sie sehr wenig verdienen.
Lernen statt Teppiche knüpfen (Projekt 22359)
Gemeinsam mit ihrer Partner-Organisation HCDI und dem Projektträger Navjeevan Seva Mandal (NSM) setzt sich die Kindernothilfe dafür ein, den Mädchen und Jungen den Schulbesuch zu ermöglichen und Kinderarbeit zu reduzieren. Rund 300 Kinder profitieren von der Hilfe durch Patenschaften in den zehn Dörfern im Projektgebiet. Durch die Projektarbeit soll verhindert werden, dass die Kinder anfangen, in der Teppichindustrie zu arbeiten. So kann dieser ausbeuterischen Form von Kinderarbeit wirksam vorgebeugt werden. Zusätzlich richtet sich die Hilfe an 450 weitere Kinder, die zum Großteil bereits als Teppichknüpfer arbeiten. Die Kinder nehmen am Unterricht teil und erlernen Fertigkeiten, die es ihnen später ermöglichen, eine andere Arbeit auszuüben. Ebenfalls wichtig ist die medizinische Versorgung der Kinder.

Foto: Kindernothilfe-Partner
Ausbeuterische Kinderarbeit im Keim ersticken
Die Familien in der Region gehören größtenteils zu den Tribes, den Stämmen indischer Ureinwohner. Extreme Armut lässt viele verzweifeln: Das Geld, das sie in der Landwirtschaft verdienen, reicht nicht, um die ganze Familie zu versorgen. Daher sind sie auf die Mithilfe ihrer Kinder angewiesen. Um das Problem an der Wurzel zu packen, hilft die Kindernothilfe die Einkommenssituation der Eltern zu verbessern. Hierzu gehört die Förderung bei der Existenzgründung, die Verbesserung des landwirtschaftlichen Anbaus, die Ausbildung von Jugendlichen und die Gründung von Selbsthilfegruppen für Frauen. So können die Familien eine bessere Lebensgrundlage erwirtschaften und sind auch ohne die Arbeit ihrer Kinder in der Lage, die Familie zu ernähren. Zugleich setzen die Projektmitarbeiter auf Aufklärungs- und Bewusstseinsarbeit, um die Eltern, Dorfbewohner und das staatliche Gesundheits- und Bildungsministerium für das Thema zu sensibilisieren. Denn nur wenn die ganze Gemeinschaft mithilft, kann die Kinderarbeit langfristig abgeschafft werden. Gesundheits- und Ernährungsprogramme runden dieses umfangreiche Gemeinwesen-Projekt ab.
Bitte helfen Sie uns, die Kinder und ihre Familien zu stärken, so dass sie ihr Lebensumfeld mit gestalten und selbstständig verbessern können.
So hilft Ihre Spende: