Hilfe für Aids-Waisen

Rehabilitation für HIV/Aids-betroffene Kinder und ihre Familien

In diesem Pilotprojekt unterstützt die Kindernothilfe eine Einrichtung in Bangalore (Indien). Der Partner Freedom Foundation kümmert sich dort um Familien, die von HIV betroffen sind. Außerdem leben in einem Heim 58 Aidswaisen, die selbst mit HIV infiziert sind. Für sie finanziert die Kindernothilfe eine Therapie mit ART (Anti-Retrovirale Therapie). Die Therapie verzögert den Ausbruch der Krankheit signifikant und trägt entscheidend dazu bei, dass diese Kinder über viele Jahre hinweg ein relativ normales Leben führen können. „Die Behandlung ist für die Kinder wie ein geschenktes Leben“, so Guido Falkenberg, Indien-Referent der Kindernothilfe (Projekt 21330/AA/12).

Punitha ist ein sehr actives Kind geworden nachdem sie nicht mehr an Unterernährung leidetDie Freedom Foundation betreut in Bangalore Kinder, deren Familien von Aids betroffen sind. Foto: Freedom Foundation Situation vor Ort
HIV/ Aids verbreitet sich in indischen Großstädten wie Bangalore rasant. Dort ist das Preisniveau sehr hoch. Bedürftige können kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten. Bittere Armut treibt viele Menschen der Elendsviertel in die Prostitution, die Rotlichviertel wachsen rasch. Dort wird Sexualverkehr aufgrund mangelnder Aufklärung und fehlender Mittel weitestgehend ungeschützt praktiziert. Immer mehr Menschen stecken sich mit dem HI-Virus an.

Betrifft der Ausbruch der Erkrankung arme, folglich medizinisch nicht versorgte Familien, ist die Krankheit nach wie vor tödlich. Immer mehr Aidswaisen müssen alleine ums Überleben kämpfen. Viele Kinder oder Jugendliche übernehmen aufgrund der fehlenden Sozialsysteme auch die Pflege ihrer todkranken Eltern, verlassen dafür die Schule und sind zumeist maßlos überfordert. Zusätzlich erfahren die Familien gesellschaftliche Ächtung und Ausschluss, wenn bekannt wird, dass ein Angehöriger an Aids erkrankt ist.

Das Projekt
58 Aidswaisen hat die Freedom Foundation in ihrem Zentrum aufgenommen. Dort kümmern sich Pflegemütter liebevoll um sie. Außerdem können die Kinder zahlreiche Angebote besuchen, zum Beispiel Gitarren-, Gesangs-, Mal- und Tanzunterricht oder Computerklassen. Die Freedom Foundation unterhält neben dem Heim eine Aids-Klinik. Fachärzte behandeln dort auch Kinder mit der lebensverlängernden antiretroviralen Therapie (ART). Leider produziert die Pharmaindustrie bislang keine ART-Medikamente für Kinder. Aber dank der Qualifikation der Ärzte vor Ort können die Mediziner die herkömmlichen Medikamente den Bedürfnissen der Kinder anpassen. Ohne die Unterstützung der Kindernothilfe könnte keines der Kinder behandelt werden. Pro Monat kostet die Behandlung für jedes Kind umgerechnet rund 23 Euro – für Menschen in Armut unerschwinglich. Dank der ART haben die Jungen und Mädchen die Chance, trotz HIV erwachsen zu werden und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Besonders wichtig ist es auch, dass die Kinder eine Ausbildung bekommen. Es ist der Freedom Foundation gelungen, für alle schulfähigen Kinder eine Schule zu finden, die bereit ist, diese Kinder aufzunehmen und zu unterrichten. Dies ist nicht selbstverständlich in einem Land, in dem diese Krankheit noch immer mit einem großen Stigma belegt ist.

Eine ältere Schülerin hilft einem jüngeren beim lernenGemeinsam lernen die Kinder im Heim für Aids-Waisen. Foto: Freedom Foundation Das Heim für Aidswaisen ist nur ein Teil der Arbeit der Freedom Foundation. Die Organisation hat ein Konzept ausgearbeitet, um von HIV/ Aids betroffenen Kindern und ihren Familien zu helfen. Zielgruppe der Projektarbeit sind vornehmlich Kinder im Vorschul- und Schulalter, deren Eltern häufig beide mit HIV infiziert sind. Oftmals sterben zunächst die Väter und durch den Verlust der Ernährer verarmen auch die Frauen sehr schnell. Sie sind schon nach kurzer Zeit nicht mehr in der Lage, die Kosten für eine ausgewogene Ernährung und für die Schulbildung ihrer Kinder aufzubringen.

Daher konzentriert sich die Unterstützung der Kindernothilfe darauf, die Schulbildung und Ernährung der Kinder und ihrer Familien zu sichern. Die Kinder bleiben so lange wie möglich in ihren Familien und dem ihnen bekannten Umfeld. Die ausgebildeten Sozialarbeiter von Freedom Foundation unterstützen in dieser Phase die Familien intensiv.

Da häufig Mütter von ihren Ehemänner infiziert wurden, unterstützt die Freedom Foundation die Gründung von Selbsthilfegruppen. Bei den regelmäßigen Treffen in diesen Gruppen erfahren die Frauen Solidarität anderer Betroffener. Sie unterstützen sich gegenseitig und machen so die soziale Ausgrenzung erträglicher. Weiterhin unterstützt Kindernothilfe die Frauen dabei, sich durch Kleingewerbe ein Einkommen zu erwirtschaften oder eine Anstellung in einem Betrieb zu finden, damit sie sich und ihre Kinder so lange wie möglich selbst versorgen können.

Inzwischen haben einige Frauen ein Training in der Herstellung von Fußbodenreiniger, flüssiger Seife und Bleichmitteln erhalten. Sie können diese Artikel nun selbständig herstellen und durch den Verkauf ein Einkommen erzielen. Um die Produktpalette zu erweitern, begann man kürzlich auch mit dem Vertrieb von Besen und Bürsten. Langsam aber sicher verändert die Selbsthilfegruppe das Leben der Mitglieder und eröffnet ihnen neue Wege, ein Leben zu führen, das so selbst bestimmt wie möglich ist.

Bitte helfen Sie den Kindern mit einer Online-Spende oder durch die Übernahme einer Projektpartnerschaft.

Online spenden Spendenkonto 45 45 40
BLZ: 350 601 90
Bank für Kirche und Diakonie eG - KD-Bank
Stichwort: Z57128, Reha-Zentrum Indien

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
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