Die Weihnachtsaktion, bei der sich jede Spende aus einem Fördertopf verdoppelt, geht im Januar 2010 in die nächste Runde. Innerhalb von wenigen Wochen im Dezember waren 47.000 Euro zusammen gekommen, damit war der Fördertopf vorerst ausgeschöpft. Wegen der großen Resonanz wird der Fördertopf noch einmal aufgestockt! Jede Spende für dieses Gemeinwesenentwicklungs-Projekt in Äthiopien wird verdoppelt.

Kinder in Äthiopien. Foto: Christoph Engel.
Das Projekt (Nr. 60971)
Gemeinsam mit unserem Partner HUNDEE (Oromo Grassroots Development Initiative) setzen wir uns für die Verbesserung der Haushalteinkommen von 1.810 Familien in 17 Dörfern ein. Kinder erfahren, wie sie gemeinsam mit ihren Eltern ihre Lage verbessern können. Die Gründung von Spar- und Kreditgruppen, Alphabetisierungskurse und landwirtschaftliche Fortbildungen stärken die Mütter, damit sie ihre Kinder besser ernähren und ihnen den Schulbesuch ermöglichen können.

Foto: Karl Pfahler, Kindernothilfe
Hintergrund
Die beiden ländlichen Distrikte Wuchale und Sululta liegen nördlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Die Bevölkerungsmehrheit gehört zu den Oromo, dem größten Volk Äthiopiens. Viele Familien leiden unter extremer Armut. Am schlimmsten ist die Ernährungssituation der Kinder und ihrer Familien in den Zeiten zwischen den Ernten. Die Kinder können sich körperlich nicht richtig entwickeln. Hungernde und fehlernährte Kinder erreichen in der Schule schlechte Leistungen.
Kinderarbeit weit verbreitet
Die Chancen, der Armut zu entkommen, sind gering. Um das Überleben der Familien zu sichern, müssen viele Kinder in der Region schon in jungen Jahren arbeiten. Gerade in den Zeiten zwischen den Ernten werden Jungen an reiche Großgrundbesitzer verliehen, wo sie als billige und wehrlose Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Mädchen und Frauen werden im Kindesalter bereits verheiratet oder entführt und zur Heirat gezwungen. Ein Mitspracherecht bei der Gestaltung ihres Lebens haben die Kinder nicht. Nur selten dürfen sie zur Schule gehen. Die einstmals lebendige Oromo-Tradition, nach der Kinder als Mitglieder des Clans geachtet und betrachtet wurden, ist verloren gegangen.

1.250 Haushalte erhalten eine Kuh und zwei Schafe - eine alte Tradition, die den Kindern einen guten Start ins Leben ermöglicht. Foto: Kindernothilfe
Schulbildung und Ernährung für die Kinder
Eine alte Tradition der Oromo ist die Handhuuraa- Tradition. Sie sieht vor, dass ein Tier, zum Beispiel eine Kuh, angeschafft wird, um das Aufwachsen eines Kindes zu ermöglichen. In dem Projekt der Kindernothilfe soll diese Tradition neu belebt werden. In einer feierlichen Zeremonie erhalten 1.250 Haushalte jeweils eine Kuh und zwei Schafe. Die Tiere gehören den Kindern und dürfen nur für deren Wohl genutzt werden. Da Schafe sich schnell vermehren und die Jungtiere verkauft werden können, können die Familien die Kosten für Kleidung, Schulgebühren und Gesundheitsversorgung ihrer Kinder bestreiten. Die Kühe decken den Milchbedarf der Kinder und liefern wichtiges Eiweiß. Ein Teil der Milch und der Milchprodukte kann verkauft werden und den Familien über die Zeiten zwischen den Ernten helfen.
Die Gemeinschaft profitiert
Jede Familie, deren Kuh später ein weibliches Kalb bekommt, gibt dieses im Rotationsverfahren an eine andere bedürftige Familie. So profitieren weitere Familien und die Solidarität unter der Bevölkerung wird gestärkt. Zudem sollen weitere 425 Haushalte einen zinslosen Kredit für die Anschaffung eines Zug-Ochsen erhalten.
Wir danken Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung!
Nora Hertel