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Anja Kling am Stand der Wilhelmshorster Projektgruppe der Kindernothilfe. (Quelle: Christian Herrmanny)

Jedes Los gewinnt – und die Kinder erst recht!

Der Duft von Crèpes, Glühwein und Bratwürstchen liegt in der kalten Winterluft. Kinder werfen auf Dosen und fahren Karussell, Erwachsene wärmen sich am kleinen Lagerfeuer nebenan, schlemmen Schmalzstullen oder bestaunen das Angebot der vielen bunten Weihnachtsmarktstände. Und mittendrin: die Kindernothilfe. Ein Moderator preist das Angebot der „Kindernothilfe Projektgruppe Wilhelmshorst“ durch die Lautsprecher an – eine Tombola für den besonders guten Zweck. Und jedes Los gewinnt!

Text und Fotos: Christian Herrmanny

Schauspielerin Anja Kling ist eine der emsigen Losverkäuferinnen. Als prominente Botschafterin der Kindernothilfe hat sie schon in diversen Fernsehshows viel Geld für das Kinderrechtswerk erspielt. Heute gibt sie sich mit 2 Euro pro Los zufrieden. „Die Leute haben Lust am Losen und an der Spannung. Und wenn sie merken, dass wirklich jedes Los gewinnt, kommen sie auch wieder“, erzählt die aus Film und Fernsehen bekannte Schauspielerin. „Die Menschen sind sehr großzügig. Das Wechselgeld dürfen wir oft behalten.“

Rund 2.000 Sachspenden vom Radiergummi und USB-Stick über elektrische Zahnbürsten oder Präsentkörbe bis hin zur Reise nach Paris haben die Initiatoren zusammen bekommen. „Wir haben alle unsere Kontakte angesprochen und Freunde mobilisiert“, erklärt Prof. Dr. Henrik Dommisch von der Wilhelmshorster Projektgruppe der Kindernothilfe. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, seiner Schwiegermutter – die seinerzeit schon den Arbeitskreis in Siegen mit gegründet hatte – und vielen Nachbarn stellte der Zahnmediziner die Weihnachtsmarkt-Tombola auf die Beine. Die Preise seien allesamt so wertig, dass die Standbesucher auch mehrere Lose kauften. „Gummibächen als Trostpreise – das können wir ja nicht machen. Dann lieber Zahnbürsten.“

Die Wilhelmshorster Projektgruppe der Kindernothilfe mit Anja Kling. (Quelle: Christian Herrmany)
Die Wilhelmshorster Projektgruppe der Kindernothilfe

Mit über 4.000 Besuchern kommen deutlich mehr Menschen auf den Wilhelmshorster Weihnachtsmarkt, als der Ort Einwohner hat. In der kleinen brandenburgischen Gemeinde bei Potsdam ist Anja Kling aufgewachsen. Als sie selbst eine Familie gründete, kehrte die Schauspielerin hierher zurück. Jetzt ist sie Nachbarin der Dommischs und engagiert sich gemeinsam mit vielen Freunden für die Kindernothilfe. Und nicht nur die prominente Schauspielerin wird hier von den Besuchern des Tombolastandes freundlich begrüßt und geherzt. Insgesamt kennen sich viele Menschen und umarmen sich herzlich. Und obwohl auch Gäste aus Potsdam oder Berlin den Weg ins kleine Wilhelmshorst finden, scheinen sich hier alle zu kennen und über das Treffen zu freuen.

An den Stehtischen des Kindernothilfe-Standes sind aber nicht nur die aktuellen Losgewinne und der schöne Weihnachtsmarkt Thema, sondern auch die Arbeit des Kinderrechtswerks. „Wir unterstützen ein Projekt in Burundi, das auch der Staat fördert“, erklärt Henrik Dommisch und erläutert das Prinzip der Spendenform 1+3=4. Am Stand hängen Plakate, und reichlich Infomaterial liegt aus. Neben der Freude über einen Gewinn wird es am Kindernothilfe-Stand auch sehr ernst: Immerhin ist jedes zweite Kind in Burundi von akuter Mangelernährung bedroht und damit in seiner gesamten körperlichen und geistigen Entwicklung gefährdet. „Das kann man kaum erklären, warum wir hier in so einem Reichtum leben und dort Kinder sterben, die die Zukunft des Planeten sind“, meint Henrik Dommisch.

Auch Anja Kling ist von den Projekten der Kindernothilfe überzeugt: „Hier werden Kinder gefördert, aber auch die Gemeinschaften: die Schulen, landwirtschaftliche Projekte und Hilfe zur Selbsthilfe. Das finde ich toll! Die wirksamste Unterstützung ist ja immer die Hilfe auf Dauer.“ Und nach dem Verkauf einiger weiterer Lose ergänzt die Kindernothilfe-Botschafterin: „Man muss von dem, was man hat, etwas dahin geben, wo es gebraucht wird.“

 

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