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"Ich habe mich nie gescheut, mich mit diesen Fragen zu befassen"

Die langjährige Patin Elsbeth Sprenger und ihr Ehemann haben schon beizeiten vorgesorgt und ein Testament aufgesetzt. Eines war dabei klar: ihr Nachlass soll Kindern in Not helfen.

Im Gespräch mit Christine Taylor

Frau Sprenger, Sie haben sich entschieden, die Kindernothilfe in Ihrem Testament zu bedenken. Wie kam es dazu?

Mein Mann und ich haben uns entschieden, die Kindernothilfe gemeinsam mit der Organisation Schwestern Maria als unsere Erben einzusetzen. Unser Testament, ein Berliner Testament, haben wir schon vor Jahren mit einem Notar aufgesetzt, als mein Mann noch lebte.

Warum fiel die Wahl damals auf die Kindernothilfe?

Wir haben keine Kinder und wollten etwas für Kinder tun. Die Kindernothilfe kennen wir schon seit fast 30 Jahren. Aufmerksam wurden wir auf Ihre Organisation durch eine Veranstaltung der Kindernothilfe in Unna. Bei dieser Veranstaltung sprach ein ehemaliges Patenkind der Kindernothilfe aus Indien, der später in dem Ort, in dem er lebte, Bürgermeister war. Das hat uns sehr beeindruckt. Mein Mann, der als Lehrer in einer Gesamtschule arbeitete, hat ihn dann zu einem Vortrag in seine Schule eingeladen.

Und dann haben Sie eine Patenschaft bei der Kindernothilfe übernommen?

Ja, wir hatten viele Jahre Patenkinder bei der Kindernothilfe, weil wir uns sagten, bei einer Patenschaft wissen wir, wie unser Geld verwendet wird. Wir wissen, wie unser Patenkind heißt und wie es ihm geht. Wir haben unseren Patenkindern regelmäßig geschrieben, und die Kinder haben uns geschrieben. Diesen Briefkontakt, den fanden wir immer sehr schön. So konnten wir den Lebensweg der Kinder genau verfolgen.

Sie engagieren sich seit vielen Jahrzehnten für die Kindernothilfe. Weshalb ist Ihnen bürgerschaftliches Engagement so wichtig?

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich könnte hier nicht sitzen und nichts tun. Als mein Mann pensioniert wurde, haben wir uns überlegt, was wir tun können, wie wir helfen können. Wir haben uns dann entschieden: Wir tun etwas für alte Menschen. Wir haben viele Jahre in unserem Seniorenheim, hier in Kamen, vorgelesen und bei Veranstaltungen im Heim ausgeholfen. Als mein Mann gestorben ist, habe ich erst mal überlegt: Soll ich alleine weitermachen? Ich habe mich dafür entschieden, weiterzumachen. Einmal in der Woche lese ich einer 92-jährigen Dame vor, die wegen einer Makula-Degeneration nicht mehr lesen kann. Außerdem helfe ich im Heim bei der Kirchenbegleitung. Ich bringe die Bewohner, die im Rollstuhl sitzen, zur Kirche und wieder zurück ins Heim. Auch während der Messe bin ich dabei, um die Bewohner zu betreuen. Das macht mir sehr viel Freude.

Frau Sprenger, noch einmal zurück zu Ihrer Entscheidung, die Kindernothilfe in Ihrem Testament zu bedenken. Sie sprechen ganz offen über Ihre Entscheidung. Was ist Ihnen dabei wichtig?

Ich muss sagen, ich habe mich nie gescheut, mich mit diesen Fragen zu befassen. Mein Mann und ich haben schon sehr früh unser Testament, zusammen mit einer Patientenverfügung, aufgesetzt. In diesen Fragen waren wir uns immer einig: Uns war wichtig, dass unsere Dinge geregelt sind – damit die, die nach uns kommen, möglichst wenig Arbeit damit haben. Und bei der Kindernothilfe habe ich mich immer wohl gefühlt, sehr wohl. Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass ich bei der Kindernothilfe einen festen Ansprechpartner habe. Ich kann jederzeit anrufen, man kennt mich und kann mir weiterhelfen. Das ist ein gutes Gefühl.