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Libanon

Im Libanon unterstützen wir rund 4.500 Kinder und ihre Familien in insgesamt 8 Projekten - vorwiegend syrische Flüchtlinge, die aufgrund des Bürgerkrieges aus ihrem Heimatland flüchten mussten. Unsere Projekte konzentrieren sich auf das Chouf Gebirge, Beirut und die Bekaa-Ebene. Die Betreuung der Projekte erfolgt durch einheimische Partner vor Ort, die sich mit den dortigen Gegebenheiten auskennen.

Libanon

Syrische Flüchtlinge im Libanon

Vor dem Bürgerkrieg (1975-1990) zählte der Libanon zu den wichtigsten Handels- und Finanzzentren im Nahen Osten. Die Kredite, die das Land für seinen Wiederaufbau aufnehmen musste, führten dazu, dass es heute zu den am höchsten verschuldeten Staaten der Welt gehört. Neben wirtschaftlichen Problemen hat der Libanon u. a. mit Spannungen zwischen religiösen und politischen Parteien, Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und dem Versuch, über eine Million Flüchtlinge zu integrieren, zu kämpfen. Seit Beginn des Bürgerkrieges 2011 in Syrien flüchteten offiziell mehr als eine Million Syrer in den Libanon. Zusätzlich leben dort knapp 300.000 Flüchtlinge aus anderen Ländern wie Palästina und dem Irak.

Die Herausforderungen

Der Libanon ist halb so groß wie Hessen und hat rund 6,2 Millionen Einwohner. Die Syrer stellen inzwischen rund ein Viertel der Einwohner. Kein Land hat so viele Flüchtlinge in Relation zu der eigenen Bevölkerung aufgenommen wie der Libanon. Im Januar 2015 stoppte die Regierung den Zustrom aus dem Nachbarland mit einer neuen allgemeinen Visumspflicht.

Die große Zahl an Zuwanderern stellt das Land vor große Herausforderungen. Die Weltbank schätzt, dass die Zahl der Libanesen, die unterhalb der Armutsgrenze leben, bald auf eine Million steigen wird. Die ohnehin schwache Infrastruktur des Libanons leidet unter dem Zustrom: Die Städte sind nicht für so viele Menschen angelegt. Müllhalden sind überlastet, die Wasserversorgung wird knapp. Die Mieten steigen aufgrund der erhöhten Nachfrage an Wohnungen. Teilweise haben die Einheimischen auch Probleme, Arbeit zu finden, weil sie von syrischen Arbeitskräften unterboten werden. Die Weltbank schätzt, dass in naher Zukunft 250.000 bis 300.000 weitere Libanesen arbeitslos werden, die meisten von ihnen Jugendliche ohne Ausbildung.

Die traumatisierten Menschen aus Syrien brauchen professionelle psychosoziale Betreuung und müssen in die Gesellschaft eingebunden werden. Doch die Situation, dass die meisten syrischen Familien auf engem Raum, teilweise sogar in Garagen ohne Fenster leben, erleichtert die Integration nicht. Trotz der Bemühungen des libanesischen Staates und der internationalen Gemeinschaft reichen die Kapazitäten kaum aus.

Die Bildungssituation vor Ort ist angespannt, seit so viele syrische Kinder in die libanesischen Schulen drängen. Nahezu jedes zweite Kind kommt inzwischen aus Syrien. Manche Schulen haben deshalb ‚Zweischichtunterricht‘ eingeführt. Lehrer arbeiten teilweise von früh morgens bis spät abends, um möglichst allen Kindern Bildung zu ermöglichen. Die syrischen Kinder brauchen dazu meist psychosoziale Unterstützung sowie eine spezielle Förderung, damit sie den verpassten Stoff aufholen können. Eine weitere Hürde bei der schulischen Einbindung von Flüchtlingskindern ist häufig, dass die Familien fernab der Städte und Gemeinden wohnen und sich nicht einmal den Schulbus leisten können.

Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) schätzt, dass fast die Hälfte aller syrischen Flüchtlingskinder im Libanon keine Chance hat, zur Schule zu gehen. Aus der Not heraus werden sie oft stattdessen zum Arbeiten gezwungen, bereits minderjährig verheiratet oder von Rebellengruppen als Kindersoldaten rekrutiert.

  • Unser Einsatz im Land

    Wir engagieren uns seit 2013 im Libanon. Dort setzen wir uns besonders für syrische Flüchtlingsfamilien ein. Die Schwerpunkte unserer Arbeit liegen auf der psychosozialen Betreuung, auf Schulbildung, Ausbildung und Integration.

    Im Normallfall erfordert unsere Arbeit vor Ort zuerst eine adäquate psychosoziale Betreuung für die traumatisierten Familien. Danach werden die geflüchteten Kinder speziell gefördert, um das entstandene Schuldefizit aufzuholen. Ziel ist, die syrischen Kinder möglichst schnell in eine staatliche Schule zu integrieren. Für die Jugendlichen bemühen sich unsere Partner um eine berufliche Orientierung. Dabei ist es auch wichtig, den Kindern ein wenig Normalität nach den schlimmen Erlebnissen zurückzugeben. Dies schaffen die Zentren u.a. durch zahlreiche Kreativangebote, die später ein selbstverantwortliches Leben erleichtern sollen. Außerdem verteilen wir bei Bedarf Essensmarken und Winterkleidung. Darüber hinaus setzen wir uns für den interreligiösen Dialog von Jugendlichen ein, um Frieden und sozialen Zusammenhalt zu fördern.

    Weitere Projekte sind der Aufbau einer kindgerechten, englisch- und arabischsprachigen Bibliothek im Südlibanon sowie die Unterstützung eines Gemeindezentrums in der Bekaa-Ebene. In letzterem sind auch Schulklassen speziell für Flüchtlingskinder im Vorschul- und Grundschulalter vorgesehen.

  • Zahlen zum Libanon

    •  Rund 6 Mio. Einwohner, darunter 1,4 Mio. syrische Flüchtlinge
    • 41 % sind jünger als 25 Jahre
    • 9 % der Kinder unter 5 Jahren sterben an vermeidbaren Krankheiten
    • fast jeder 5. Einwohner hat keinen Zugang zu sanitären Anlagen
    • 90 % der erwachsenen Libanesen können lesen und schreiben
  • Unsere Partner im Libanon

    Wir arbeiten im Libanon mit verschiedenen lokalen Partnern zusammen:

    • AMURT - Ananda Marga Universal Relief Team
    • The Feast
    • Just Childhood
    • ALPHA
    • Nashet
    • Basmeh & Zeitooneh
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