Suche
Jetzt spenden Pate werden

Bolivien

Wir sind seit 1974 in Bolivien aktiv. Heute unterstützen wir 16 Projekte und erreichen dadurch insgesamt rund 7.800 Kinder und Jugendliche.

Bolivien

Das ärmste Land der Andenregion

Als ärmstes Land Südamerikas kämpft Bolivien mit hoher Armut und Arbeitslosigkeit, mangelhafter Gesundheitsvorsorge und ungenügendem Zugang zu Bildung. Besonders die indigene, ländliche Bevölkerung lebt in armen Verhältnissen und hat kaum Zugang zu staatlichen Grunddiensten. Wir unterstützen Partnerorganisationen, die sich für die Stärkung der Rechte von Kindern und ihren Familien einsetzen. Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Förderung von Kindern aus indigenen ländlichen Gemeinden und solchen mit Behinderung sowie die Bekämpfung von Kinderarbeit im Minensektor und von Gewalt.

Die Herausforderungen

Obwohl die Armutsrate in Bolivien  in den letzten Jahren dank staatlicher Programme reduziert werden konnte, lebt immer noch fast die Hälfte der Bevölkerung von weniger als zwei Dollar am Tag.

Kinder in Trachtenkleidung mit Poncho und Hut. (Quelle: Jürgen Schübelin)
Unsere Partner fördern Kinder aus indigenen Gemeinden.

Aufgrund von mangelnder Schulbildung und fehlenden Perspektiven haben viele Eltern keine Chance auf einen sicheren und ausreichend bezahlten Arbeitsplatz, der die ganze Familie ernährt. Viele Kinder leiden daher an Unter- und Mangelernährung.
Vor allem im ländlichen Raum wachsen Kinder in armen Verhältnissen auf. Die staatlichen Programme haben die marginalisierte Landbevölkerung bislang kaum erreicht, so dass für sie Bildung, Ernährung und Gesundheit schwer erreichbar sind.
Besonders benachteiligt sind in Bolivien Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Sie sind von gesellschaftlichen Prozessen ausgeschlossen und treten im öffentlichen Raum selten in Erscheinung. Fundamentale Rechte sind ihnen vielfach verwehrt. Die staatliche Unterstützung ist ungenügend und in der Bevölkerung fehlt es an Bewusstsein für die Rechte der Kinder mit Behinderungen.

Um zum Lebensunterhalt der Familien beizutragen, sind viele Kinder aus armen Verhältnissen gezwungen zu arbeiten. Diejenigen, die im informellen Minensektor arbeiten, sind dort enormen Sicherheitsrisiken ausgesetzt und tragen gravierende gesundheitliche Schäden davon. So erhalten sie kaum die Chance, sich eine Zukunftsperspektive für ein Leben in Würde aufzubauen.
Eine weitere große Problematik in Bolivien ist die hohe Gewaltrate gegenüber Kindern, Jugendlichen und Frauen. In vielen Fällen findet die Gewalt in Familien statt.

  • Unser Einsatz im Land

    Um die Lebensverhältnisse von Kindern und Jugendlichen aus armen indigenen Gemeinden auf dem Land zu verbessern, unterstützen wir lokale Partnerorganisationen, die Projekte zur Entwicklung des Gemeinwesens durchführen.

    Diese zielen darauf ab, Kinder, Familien und Gemeinden zu stärken und zu befähigen, sich für ihre Rechte einzusetzen und ihre Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.

    Da Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in Bolivien besonders benachteiligt sind, setzen wir uns dafür ein, dass sie ihr Recht auf Inklusion stärker wahrnehmen können. In den Projekten wird auch das Umfeld für die besondere Lebenslage von Kindern mit Behinderungen sensibilisiert. Durch sogenannte "Community Based Rehabilitation" – Integrationsmaßnahmen, die die Gemeinschaft miteinbeziehen – tragen wir dazu bei, dass die Lebensbedingungen von Kindern mit Behinderungen verbessert und durch Präventionsmaßnahmen Behinderungen vorgebeugt werden.

    Um die Ausbeutung von Jungen und Mädchen im Minensektor zu bekämpfen, bieten wir den Kindern spezielle Bildungsmöglichkeiten an. So erhalten sie die Chance, den Teufelskreis der Armut, der sie in die Minen zwingt, zu durchbrechen.

    Auch die Reduziereung von Gewalt gegenüber Kindern ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit in Bolivien. Wir klären die Bevölkerung über die Rechte von Jungen und Mädchen auf und schulen sie in einem gewaltfreien Umgang mit Kindern.

    Zahlen zu Bolivien

    • 11,4 Mio. Menschen leben in Bolivien. (World Bank, 2018)
    • 31,3 % sind unter 15 Jahre alt. (World Bank, 2018)
    • 43 % der Kinder leben in mehrdimensionaler Armut. (UNICEF, 2013).
    • Weniger als die Hälfte der Kinder zwischen 4 und 5 Jahren hat Zugang zu Frühförderung. (UNICEF 2017)
    • Anzahl der Kinder die vor ihrem fünften Geburtstag sterben: 34,9 (pro 100.000 Lebendgeburten). (BMZ 2017)
    • Anzahl der Mütter, die während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ihres Kindes sterben: 206.  (pro 100.000 Lebendgeburten) (BMZ 2015)
    • Geburten unter Betreuung von Fachpersonal: 89,8 %. (BMZ 2016)
    • Zugang zu fachgerechter Abwasserentsorgung: 19,0 %. (BMZ 2015)
    • Alphabetisierungsrate: 92,5 %. (BMZ 2015)
    • Anteil der Kinder, die die Grundschule abschließen: 92.9 %. (BMZ 2017)
    • Anteil der Kinder zwischen 7 und 14, die arbeiten: 13,9 %. (offiziell BMZ, World Bank 2015)
    • 26% der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten, in ländlichen Gegenden sogar mehr als zwei Drittel (UNICEF 2017/Daten von 2008)
    • Anteil der Menschen, die in extremer Armut leben: 5,8 % (BMZ 2017)
    • Anteil der Menschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben: 36,4 % (BMZ 2017)
    • Anteil der Menschen, die unterernährt sind: 19,8 % (BMZ 2016)
    • Nur etwa die Hälfte der Grundschullehrer ist auch ausgebildet (UNDP 2016)
    • 68 pro 1.000 Jugendlichen haben bereits Kinder (UNDP 2017)

    Quellen: http://hdr.undp.org/en/data, https://data.unicef.org/, https://www.unicef.org/about/annualreport/files/Bolivia_2017_COAR.pdf, https://www.bmz.de/de/laender_regionen/lateinamerika/bolivien/index.jsp, https://data.worldbank.org/

  • Unsere Partner in Bolivien

    • Centro Boliviano de Investigación y Acción Educativas (CEBIAE)

    • Centro de Estudios y Trabajo de la Mujer (CETM)

    • Centro de Promoción Minera (CEPROMIN)   

    • Centro de Servicios Agropecuarios Técnicos Chuquisaca (CESATCH)

    • Familias Saludables (FAMISAL)

    • Fundación Estrellas en la Calle

    • Fundación Intercultural Nor Sud

    • Fundación Justicia Social (FJS)

    • Fundación Phuskana

    • Infante – Promoción Integral de la Mujer y la Infancia

    • Maya Paya Kimsa  (MaPaKi)

    • MAP Internacional

    • Pastoral Social Caritas Potosí  (PASOCAP)

    • Servicios y Estudios para la Participación Ciudadana en Democracia (SEPAMOS)

       

Bolivien: Tabu-Thema Kindesmissbrauch

Bolivien: Tabu-Thema Kindesmissbrauch

Gewalt ist dort, wie in ganz Bolivien, allgegenwärtig: in der Familie, in der Schule, auf der Straße. Eine Kindheit ohne Gewalt – dieses Ziel verfolgen wir mit unserem lokalen Projektpartner Sepamos.

Mehr erfahren
Interview: Neues Gesetz zur Kinderarbeit in Bolivien

Interview: Neues Gesetz zur Kinderarbeit in Bolivien

Kinder in Bolivien dürfen arbeiten – zwar nur unter gewissen Umständen, aber dann mit gesetzlicher Erlaubnis. Zwei Jugendliche aus der Lateinamerikanischen Bewegung Arbeitender Kinder erläutern ihre Meinung dazu.

Mehr erfahren

Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen. Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Alle Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.