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Brasilien

Wir sind seit 1971 in Brasilien aktiv und unterstützen heute rund 7.600 Kinder in 31 Projekten: Brasilien ist eines der ersten Länder, in denen wir Projekte unterstützt haben. Die Partner sind vor allem Kirchen und Vereine, die den Kirchen nahestehen.

Brasilien

Ungleichheit in die Wiege gelegt

Brasilien ist von großen Unterschieden zwischen Arm und Reich geprägt. Betroffen ist insbesondere die Bevölkerung auf dem Land und die aus den Armenvierteln der Städte: Es fehlt der Zugang zu Bildung, Wasser, gesunder Ernährung und angemessener Gesundheitsvorsorge. Kinder und Jugendliche leiden in besonderem Maße, denn sie sind besonders von Mangelernährung im Frühkindesalter und Vernachlässigung betroffen. Eine integrale Entwicklung ist dadurch nicht gegeben.

Mit Hilfe von kinderrechtsbasierten Programmen und Projekten leisten wir einen Beitrag zur Armutsbekämpfung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Schutz- und Präventionsprogrammen zur Reduzierung von Gewalt in den Familien und Gemeinden sowie auf sexueller Gewalt und Ausbeutung. Darüber hinaus gibt es konkrete Programme und Projekte zur ländlichen Gemeinwesenentwicklung, unter besonderer Berücksichtigung von Bildung.

Die Herausforderungen

Ein Mädchen sitzt im Schneidersitz auf dem Boden und liest in einem Heft. (Quelle: Krüper)
Viele Kinder besuchen die Schule nur unregelmäßig.

In Brasilien ist die extreme Ungleichheit ein großes Problem. Eine kleine, reiche Oberschicht steht einer zahlenmäßig sehr großen Unterschicht gegenüber, die zum Teil in großer Armut lebt. Die Einkommensverteilung ist äußerst ungleich: Die Hälfte des brasilianischen Volksvermögens gehört nur einem kleinen Teil der Bevölkerung.

Um der Armut zu entfliehen, zieht es viele Brasilianer vom Land in die Städte. Dies bewirkt jedoch ein Anwachsen der Favelas, der Armutsviertel. Gewalt, Arbeitslosigkeit, Mangelernährung, Kinderarbeit, Prostitution und Drogenkonsum prägen das Leben dort. Viele Familien haben kein regelmäßiges Einkommen, sie sind auf Gelegenheitsjobs angewiesen, um die notwendigsten Ausgaben für das alltägliche Leben bestreiten zu können.

In Brasilien gibt es eine offizielle Schulpflicht, viele Kinder besuchen die Schule jedoch nicht oder nur unregelmäßig. Gründe für einen Abbruch sind vielfältig: die Jungen und Mädchen müssen zum Beispiel ihre Geschwister zu Hause betreuen oder zum Familieneinkommen beitragen. Viele öffentliche Schulen und Unis haben einen besseren Ruf als private, die Plätze sind jedoch begrenzt und die Anforderungen an das Auswahlverfahren hoch.

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern, die in die Prostitution gedrängt werden, ist ein wachsendes Problem. Häufig sind es bereits die Mütter, die sich mangels Alternativen prostituieren müssen. Dies steigert die Ansteckungsgefahr mit HIV. Diese Entwicklung führt dazu, dass es zunehmend viele Aidswaisen gibt, viele Kinder sind mit dem Virus infiziert. In Brasilien wird HIV-Infizierten offene Ablehnung entgegengebracht.

Für Kinder mit Behinderungen ist es in Brasilien schwer: Förderschulen gibt es keine, und viele Eltern schämen sich für ihre Kinder. Sie werden versteckt und erhalten dadurch keine angemessene Förderung, um am Leben teilzuhaben.

  • Unser Einsatz im Land

    Unsere Herausforderung in Brasilien besteht darin, den Kreislauf der Chancenlosigkeit der Kinder und ihrer Familien zu durchbrechen. Sie sollen nachhaltig gestärkt werden, das bedeutet, ihnen eine bessere Gesundheitsversorgung zu ermöglichen, Zugang zu besserer Ernährung, zu Bildung, und dass Kinder ihre Rechte auf kommunaler und lokaler Ebene kennen und vertreten können. Sie werden in die Projekte integriert und nehmen aktiv an Entscheidungsprozessen teil. Somit wird an den Ursachen ihrer Probleme gearbeitet. Schwerpunkte unserer Arbeit sind sexuelle Gewalt und Ausbeutung, innerfamiliäre Gewalt, Gewalt in der Gemeinde, ländliche Gemeinwesenentwicklung und Kinder und Jugendliche mit Behinderungen.

    Zahlen zu Brasilien

    • 203 Mio. Menschen leben in Brasilien
    • 19 von 1.000 Kindern sterben, bevor sie ein Jahr alt sind
    • 3 % der Kinder unter 14 Jahren müssen arbeiten
    • 15 % der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren sind arbeitslos
    • 24 % aller Brasilianer sind jünger als 15 Jahre alt
  • Unsere Partner in Brasilien

    • Fórum Nacional dos Direitos da Criança e do Adolescente
    • DIACONIA
    • CARITAS-Brasil
    • Instituto de Estudos Socioeconômicos
    • Ação Educativa
Unsere Projekte in Brasilien
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