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Äthiopien

In Äthiopien unterstützen wir rund 681.100 Kinder und Jugendliche in 73 Projekten. Seit 1973 sind wir hier am Horn von Afrika aktiv. Unsere Projekte sind über das ganze Land verteilt und werden von 17 einheimischen Partnerorganisationen umgesetzt.

Äthiopien

Kampf gegen Dürre und Traditionen, die der Gesundheit und Psyche schaden

Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Immer wieder wird das Land von Dürrekatastrophen heimgesucht. In den letzten 30 Jahren gab es in Äthiopien acht schwere Dürrekatastrophen und zahlreiche lokal begrenzte Trockenzeiten. Kinder leiden unter ständiger Nahrungsmittelknappheit, Kinderarbeit, mangelnden Bildungschancen und HIV. Hinzukommt, das besonders Mädchen unter traditionellen Praktiken leiden, die der Gesundheit und der Psyche schaden, wie Frühverheiratung und Genitalverstümmelung.

Gemeinsam mit unseren Partnern stärken wir Familien, insbesondere Mütter, denn sie sorgen maßgeblich für das Wohl der Kinder. Werden sie fortgebildet und können finanziell auf eigenen Beinen stehen, werden sie ihre Kinder zur Schule schicken und für gesunde Ernährung sorgen. In Selbsthilfegruppen lernen sie zum Beispiel alternative Anbaumethoden, die bessere Ernten erzielen, und wie man Wasserreservoirs anlegt, um Dürreperioden zu überstehen. Dank intensiver und umfassender Aufklärungsarbeit lassen sie ihre Töchter nicht mehr beschneiden und verheiraten sie nicht mehr als Minderjährige.

Die Herausforderungen

Eine Frau hält ihr hungerndes Kind im Arm. (Quelle: Dietmar Roller)
Somalische Dürre-Flüchtlinge in einem äthiopischen Flüchtlingslager

Äthiopien ist im Laufe der Jahrzehnte zum Synonym für Armut, Dürrekatastrophen und Hunger geworden. Von der Dürre 2011 am Horn von Afrika waren allein in Äthiopien fast fünf Millionen Menschen betroffen. Noch schlimmer könnte die Situation jetzt ausfallen, ausgelöst durch „El Nino“. 85 Prozent der Äthiopier sind von Subsistenzwirtschaft anhängig. Die starken Schwankungen im Wetter haben zur Folge, dass eine lebensbedrohliche Nahrungsknappheit auftritt. Obwohl Äthiopien eines der ärmsten Länder der Welt ist, flüchteten zusätzlich 220.000 Flüchtlinge aus Somalia vor den dortigen politischen Unruhen in das Nachbarland. Sie leben bis heute zum größten Teil in Lagern um Dolo Addo (Somali Region) und auch ihr Leben ist, durch die auftretenden Klimakatastrophen, in Gefahr.

Äthiopien hat mit fast  99,5 Millionen Einwohnern die zweithöchste Einwohnerzahl des Kontinents. Das hohe Bevölkerungswachstum wird die Ernährungslage weiter verschlechtern. Jeder Äthiopier verdient durchschnittlich 514 Euro im Jahr – damit steht Äthiopien auf Platz 214 von 230 Ländern und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Jeder Dritte gilt als arm.

Der Alltag von Kindern und Jugendlichen ist oft geprägt von Armut, Gewalt in den Familien und fehlenden Zukunftsperspektiven. 4 Millionen Kinder sind Waisen, etwa 900.000 haben einen oder beide Elternteile durch Aids verloren. Sie leben bei ihren Großeltern, als Kinderfamilie allein zu Hause oder landen auf der Straße. Jedes drittes Kind (27 Prozent) muss, um zu überleben, Geld verdienen mit einer Tätigkeit, die in den meisten Fällen ausbeuterisch ist. Viele Mädchen und Frauen leiden unter der menschenverachtenden Genitalverstümmelung, die nicht selten tödlich verläuft. Weit verbreitet ist auch die Frühverheiratung von Kindern – mit gravierenden Auswirkungen bei Mädchen, die durch viel zu frühe Schwangerschaften schwere lebenslange Gesundheitsschäden davontragen.

87 Prozent aller Kinder werden in die Grundschule eingeschult, allerdings schaffen nur ungefähr 40,7 Prozent einen Grundschulabschluss. Viele Kinder können daher kaum lesen oder schreiben. Es gibt viel zu wenig Schulen und Lehrer, der Unterricht ist mangelhaft, Klassengrößen von 70 und mehr Kindern sind keine Seltenheit.

 

  • Unser Einsatz im Land

    Die Projekte unserer Partner konzentrieren sich auf den Schutz und die körperliche Unversehrtheit von Kindern, besonders von Mädchen, auf die schulische und berufliche Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, auf eine nachhaltige Landwirtschaft und die Versorgung mit Trinkwasser, die die Ernährung der Familien auch in Dürrezeiten garantiert.

    Kinder in besonderen Lebenslagen – Straßenkinder, arbeitende Kinder, Waisen, Kinder mit Behinderungen etc. – stehen im Zentrum unserer Arbeit.

    Eine sehr wichtige Rolle spielen Programme, bei denen die Bevölkerung vor Ort eingebunden wird, zum Beispiel Frauen-Selbsthilfegruppen. Hier werden Mütter bezüglich ausgewogener Ernährung, Hygiene und Vermeidung von Krankheiten geschult und tauschen gegenseitig ihre Erfahrungen aus. Kinder in einem Dorf oder einem Stadtteil bekommen die Chance auf eine gesunde körperliche und psychische Entwicklung. Durch das gemeinsame Sparen kleiner Beträge verbessern die Frauen außerdem nach und nach die wirtschaftliche Situation ihrer Familie und befreien sie aus dem Teufelskreis der Armut.

    Wir arbeiten mit vielen Organisationen zusammen, das gibt uns die Chance, unterschiedliche Programmtypen mit den jeweils dafür spezialisierten und kompetentesten Partnern durchzuführen.

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    Zahlen zu Äthiopien

    • 99,5 Mio. Menschen leben in Äthiopien
    • 44 % aller Äthiopier sind jünger als 15 Jahre
    • 61 Jahre werden Äthiopier im Durchschnitt alt
    • 29,6 % der Äthiopier gelten als arm
    • 4,5 Mio. Kinder sind Waisen, davon 0,9 Mio. durch HIV/Aids*
    • 27 % der Kinder müssen arbeiten*

    Quellen: World Factbook, Vereinte Nationen*

  • Äthiopien - Land der Dürrekatastrophen

    Der Zugang zu Trinkwasser ist seit 2010 ein Menschenrecht. In Äthiopien hat nicht einmal jeder zweite Einwohner die Chance, sauberes Wasser zu trinken. In den letzten 30 Jahren gab es in Äthiopien sieben schwere Dürrekatastrophen und zahlreiche lokal begrenzte Trockenzeiten. Während die Dürreperioden früher alle 25 bis 30 Jahre auftraten, kommen sie inzwischen alle vier bis fünf Jahre.

    2011 waren Äthiopien, Kenia und Somalia von der stärksten Dürrekatastrophe seit 60 Jahren betroffen. Obwohl Äthiopien eines der ärmsten Länder der Welt ist, nahm es rund 220.000 Flüchtlinge aus Somalia auf. Sie leben bis heute zum größten Teil in Lagern um Dolo Addo (Somali Region).

    Die Kindernothilfe hat damals in Somalia, Äthiopien und Kenia rund 200.000 Menschen geholfen zu überleben, darunter 130.000 Kindern – z. B. mit Nahrungsmitteln, Zelten, Decken, Kochgeschirr, Babynahrung, Medikamenten. Besonders bewährt hat sich die Einrichtung von Kinderzentren: Oasen im Chaos, die Kindern Schutz, Essen, Schulunterricht, psychologische und medizinische Betreuung bieten. Auch nach der Katastrophe blieb die Kindernothilfe bei den Menschen und half mit langfristigen Projekten, die ihnen ermöglichen, ihre Nahrungssituation nachhaltig zu verbessern und für Dürreperioden gewappnet zu sein.

  • Unsere Partner in Äthiopien

    Wir arbeiten auch in Äthiopien mit lokalen Partnern zusammen, die sich mit der Lage im Land besonders gut auskennen:

Unsere Projekte in Äthiopien
Äthiopien: Die Schule zieht immer mit

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Äthiopien: Armutsreduzierung. Aktion 1+3=4

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Nahrungsmittelknappheit ist ein großes Problem in Äthiopien. In unseren Selbsthilfegruppen lernen die Menschen, wie sie natürliche Ressourcen erhalten können.

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Äthiopien: Gegen Kinderarbeit

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Im Norden Äthiopiens kämpfen wir gegen ausbeuterische Kinderarbeit, Frühverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung.

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Äthiopien: Selbsthilfegruppen stärken Kinder

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In Äthiopien leiden viele Frauen unter Benachteiligung und der Verletzung ihrer Rechte. Wir setzen uns dafür ein, ihre Rechte zu stärken!

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Im ländlichen Norden Äthiopiens sind viele Familien so arm, dass sie die Arbeitskraft ihrer Kinder an reiche Bauern „vermieten“ müssen – für etwas Geld und ein paar Säcke Getreide.

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