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Fröhliche Frauen und Kinder in einer Selbsthilfegruppe in Barisal/Bangladesch. (Quelle: Ute Rabenau, Kindernothilfe)

Bangladesch: Mehr Sicherheit im Katastrophenfall

Projektgebiet:     Bangladesch/Provinzen Khulna und Barisal

Zielgruppe:           Bauernfamilien im Küstengebiet

Schwerpunkte:   Katastrophenschutz und Existenzsicherung

Laufzeit:                Dezember 2015 – November 2019

Projekt-Nr.            26701

An der Südküste von Bangladesch schlägt der Klimawandel besonders hart zu: Immer wieder zerstören heftige Wirbelstürme die Dörfer und Felder der Reisbauern. Der steigende Meeresspiegel spült Salz über Böden, Pflanzen und in das Trinkwasser. Durch unser Projekt sind die Menschen nun gewappnet: Katastrophenschutzpläne und Notfall-Trainings helfen ihnen dabei, sich in Sicherheit zu bringen. Robusteres Saatgut sorgt außerdem für bessere Ernten.

Trotz steigender Wirtschaftskraft gehört Bangladesch immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Jedes dritte Kind unter fünf Jahren ist unterernährt. An der Südküste ist die Lage besonders dramatisch. Die dort lebenden Reisbauern kämpfen nicht nur gegen die Armut, sondern auch gegen die Naturgewalten. Wirbelstürme treffen mit voller Wucht auf den ungeschützten Küstenstreifen und vernichten die Existenzgrundlagen der Menschen. Durch die Sturmfluten und den steigenden Meeresspiegel werden die Böden salzhaltiger und die Ernten kleiner. Herkömmliches Saatgut ist diesen Bedingungen nicht gewachsen.

Gerüstet für den Ernstfall

Viele Menschen sind bei vorherigen Katastrophen umgekommen, weil sie nicht rechtzeitig über die Gefahrenlage informiert wurden. Jene, die noch flüchten konnten, waren auf sich allein gestellt. 28 besonders gefährdete Dörfer haben nun Katastrophenschutzpläne. In ihnen ist geregelt, wie die Bewohner rechtzeitig gewarnt werden und wo sie sich in Schutz bringen können. In Notfall-Trainings haben die Menschen geübt, was bei einer Katastrophe zu tun ist. Das Schutzprogramm umfasst auch die Ausrüstung mit Sirenen, Signalflaggen, Radios, Megafonen und Erste-Hilfe-Koffern.

Zugang zu Trinkwasser ausgebaut

Gutes Wasser ist ein knappes Gut in der Projektregion. Meistens sind es die Kinder, die zu den weit entfernten, noch intakten Wasserstellen geschickt werden und sich abschleppen müssen. Im Katastrophenfall verbreiten sich Krankheiten rasend schnell, weil sauberes Wasser und Sanitäranlagen fehlen. Im vergangenen Jahr wurden sechs neue Brunnen angelegt, die Menschen und Pflanzen mit sauberem Wasser versorgen. Insgesamt gibt es nun zwölf Brunnen vor Ort. In sechs bestehende Trinkwasserreservoirs wurden Filteranlagen gegen das Meersalz eingebaut. Auch der Bau von Toiletten ging voran: 31 weitere wurden gebaut. Damit stehen nun 60 Latrinen zur Verfügung und sorgen für bessere Hygiene.

Größere Ernten, höhere Einkommen

Die schwierigen Bedingungen für die Bauern führen zu einem Leben an der Existenzgrenze. Kommt es zu einer Katastrophe, haben die Menschen kaum Vorräte. Um die Versorgung mit Nahrungsmitteln und die Einkommen der Menschen zu sichern, erhalten die Bauern hochwertiges Saatgut, das auch auf den salzigen Böden gute Ernten hervorbringt. Im vergangenen Jahr konnten 300 Bauern damit versorgt werden. Daneben werden Alternativen zum Reisanbau gefördert: 1000 Familien haben Baumsetzlinge gepflanzt und können in Zukunft auch Obst und Bauholz verkaufen. 120 Familien, die sich kein eigenes Feld leisten können, bekamen Gemüsesamen und Dünger für Hausgärten.

Verarmte Mütter sollen durch Selbsthilfegruppen in die Lage versetzt werden, ein eigenes Einkommen zu verdienen. 36 Gruppen konnten neu aufgebaut werden. 876 Frauen trafen sich regelmäßig, lernten gemeinsam Lesen, Schreiben und Rechnen und haben begonnen, Beträge anzusparen. Das Geld dient ihnen als Startkapital, um kleine Geschäftsideen zu verwirklichen.

Ausblick: Schutzräume und Selbsthilfe

Was an vielen Orten noch fehlt, sind geeignete Schutzräume. Im Projektgebiet müssen sie selbst einem Zyklon standhalten. Im weiteren Projektverlauf soll das umgesetzt werden. Zunächst ist jedoch wichtig, dass noch mehr Bauern robusteres Saatgut erhalten. Bessere Ernten helfen den Menschen wirtschaftlich und sind eine lebenswichtige Ressource im Katastrophenfall. Ferner wird der Aufbau von Selbsthilfegruppen, die vor allem die Situation von Frauen und Kindern langfristig verbessern, weiter fortgesetzt.

Unterstützen Sie nachhaltig dieses und andere existenzielle Selbsthilfegruppen-Projekte, indem Sie einen regelmäßigen Beitrag für die Frauen und ihre Kinder/Familien leisten!

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