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Kinderarbeiter in Äthiopien. (Quelle: Christian Herrmanny)

Wenn Kindsein Schwerstarbeit ist

Äthiopien: Im Norden des Landes kämpfen wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation gegen ausbeuterische Kinderarbeit, Frühverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung. Bitte helfen Sie mit einer Spende!

Verlorene Kindheit

Wie erbarmungslose Räuber stehlen die letzten hundert Meter des Weges stets erneut ihre letzten Kräfte. Wenn Abary (Name aus Schutz geändert) nach einer guten Stunde vom Wasserholen nach Hause läuft, sind es diese Schritte auf dem verdörrten Weg, die ihr kaum noch gelingen wollen. Zu schwer ist die Last auf ihren Schultern und zu lange versucht Abary nun schon, die beiden massigen Wasserbehälter in der sengenden Hitze zu balancieren. Doch an Ausruhen ist nach dem langen Fußmarsch nicht zu denken. Abarys Tag ist voll von Hausarbeit. Der Mann, der ihr im Dorf als Dereje flüchtig bekannt war, ist seit Kurzem ihr Ehemann und Abary muss regelmäßig ihren ehelichen Pflichten nachgehen. Dabei ist sie doch erst 13 Jahre alt!

Grausame Tradition

Mädchen im Dunkel. (Quelle: Bastian Strauch)
Viele Mädchen werden Opfer der grausamen Traditionen.

Abary lebt im Gozamin-Distrikt im Norden Äthiopiens. Einer Region, in der Frühverheiratung weit verbreitet ist. Noch im Grundschulalter müssen die Mädchen einen Haushalt führen, kochen, Sex haben und Kinder kriegen.

Doch das ist nicht die einzige grausame Tradition, die aufgrund der fehlenden Aufklärung der Menschen hartnäckig weiterlebt und die auch Abary einst erfahren musste: Damals schnitt eine stumpfe, rostige Rasierklinge ihre Schamlippen ab und bereitete damit ihrer Kindheit ein jähes Ende. Die Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung ist in der Kultur stark verwurzelt und wird – trotz gesetzlichem Verbot – weiter praktiziert. Die Verstümmelung des Genitalbereiches ist für die Mädchen eine regelrechte Qual und eine extrem hohe körperliche und seelische Belastung. Blutverlust, Krampfanfälle, Schockzustände, lebensbedrohliche Infektionen, Unfruchtbarkeit und Inkontinenz - die Folgen einer solchen Beschneidung sind verheerend und in manchen Fällen auch tödlich.

Ausbeuterische Kinderarbeit

In der Region, in der Abary nun mit ihrem 20 Jahre älteren Ehemann lebt, ist ausbeuterische Kinderarbeit weit verbreitet. Den Kleinbauern in der Gegend sind moderne Anbaumethoden und Technologien fremd, so dass viel zu wenig produziert wird und bereits ab Juni alle Vorräte aufgebraucht sind. Die Ware auf den Märkten ist für die Bauern viel zu teuer. Um das Überleben zu sichern, ziehen die Väter als Wanderarbeiter umher. Die Kinder werden an fremde, reiche Familien in andere Distrikte verkauft und müssen auf dem Feld oder im Haushalt Schwerstarbeit verrichten. Aus Kindern werden Sklaven.

Aus Sklaven werden wieder Kinder

Mädchen schreibt an eine Tafel. (Quelle: Christian Herrmanny)
Mit der Unterstützung ihrer Eltern können die Kinder eine Schule besuchen.

Gemeinsam mit unserem Partner aus der Region, Facilitator for Change (FC), setzten wir uns dafür ein, dass aus Sklaven wieder Kinder werden und sie eine Chance auf Bildung und damit auf ein selbstbestimmtes Leben bekommen! Bei unserer Projektarbeit steht ganz klar die Reduzierung von ausbeuterischer Kinderarbeit, Frühverheiratung und Genitalverstümmelung im Vordergrund. Um die Situation der Kinder langfristig zu verbessern, arbeiten wir intensiv mit den Frauen und Müttern der Region zusammen, um diese sozial und wirtschaftlich zu stärken. 2.880 Frauen in 169 Selbsthilfegruppen sparen daher gemeinsam Kleinstbeträge und vergeben untereinander Kleinkredite, um so eine finanzielle Basis für Geschäftsideen zu haben. Die wirtschaftliche Verbesserung der Frauen führt dazu, dass sie ihre Familien besser ernähren und ihre Kinder wieder in die Schule schicken können.

Klassenzimmer und mehr

Um die Qualität des Schulunterrichts zu sichern, finanzieren wir den Bau und die Renovierung von Klassenzimmern, stellen Schulmaterial zur Verfügung und sorgen für eine adäquate Fortbildung der Lehrer. Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren erhalten zudem eine Frühförderung in der Vorschule.

In landwirtschaftlichen Kursen lernen Bauern, wie sie ihre Felder erfolgreich bestellen und organischen Landbau betreiben können. Arbeitslose Jugendliche bekommen eine Lehre in Tierhaltung, Handwerk oder Kleinhandel und Erwachsene lernen lesen, schreiben und rechnen, um ihre kleinen Geschäftsideen auch verwirklichen zu können. Damit in der Zukunft möglichst vielen Mädchen das erspart bleibt, was Abary widerfahren ist, klärt unser lokaler Projektpartner FC Bauerngruppen, Frauen und Jugendliche über die körperlichen und seelischen Gefahren der Genitalverstümmelung und Frühverheiratung auf!

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende. Herzlichen Dank!

Projekt Nr. 60956

  • Werden Sie Kinderpate

    Eine Kinderpatenschaft ist eine ganz besondere Art zu helfen und die Welt der Mädchen und Jungen nachhaltig zu verändern! Kinderpaten tragen dazu bei, grundlegende Bedürfnisse zu sichern: Bildung, Gesundheit, Ernährung und eröffnen einem Kind neue Perspektiven für die Zukunft.
    Das Besondere: Die Familie und das Umfeld des Kindes sind immer eingebunden. Nur so schafft eine Kinderpatenschaft nachhaltige Veränderungen.

    Diese Kinderpatenschaft ist eine Patenschaft mit Briefkontakt. 

    Als Kinderpate erhalten Sie von uns:

    • Ein Foto Ihres Patenkindes.
    • Informationen über das Kind, seine Familie und das Umfeld.
    • Informationen über das Kindernothilfe-Projekt, in dem das Kind aufwächst.
    • Einmal pro Jahr einen persönlichen Brief von Ihrem Patenkind.
    • Einen Jahresbericht über die Fortschritte und Entwicklungen des Projekts.
    • Viermal pro Jahr kostenlos das Kindernothilfe-Magazin.

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Ja, ich möchte das Projekt „Äthiopien: Gegen Kinderarbeit“ unterstützen mit:

klären 30 Frauen über die Gefahren von Genitalverstümmelung und Frühverheiratung auf.

reichen für die Anschaffung von Unterrichtsmaterial für eine Schule.

sind notwendig, um Landwirtschaftskurse mit 100 Teilnehmern durchzuführen.

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Meine Spende beträgt: 0 €


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