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Mädchen beim Spülen in einer Großküche. (Quelle:Dietmar Roller)

Restavèk-Kinder in Haiti

Haiti: Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Die Menschen dort leiden unter Arbeitslosigkeit und Unterernährung. Besonders auf dem Land mangelt es auch an Infrastruktur, wie Schulen und Gesundheitszentren. Durch das Erdbeben vom 12. Januar 2010 hat sich die Situation weiter verschlechtert.

Besonders betroffen von der Armut sind die über 300.000 „Restavèks“ in Haiti. „Restavèks“ (französisch: rester avec – bleiben bei) sind Kinder und Jugendliche, die in sogenannten Gastfamilien leben. Die meisten kommen aus armen Familien vom Land und werden von ihren Eltern zu vermeintlich reicheren Verwandten, Bekannten oder auch Fremden in der Stadt gegeben, wo sie im Haushalt helfen und dafür Unterkunft, Nahrung und Schulbildung erhalten sollen.  Die Eltern hoffen, dass es ihren Kindern in den fremden Familien besser geht als zu Hause. Diese Hoffnung erfüllt sich oft nicht: Ein Großteil der Mädchen und Jungen muss den ganzen Tag arbeiten und kann deshalb nicht zur Schule gehen. Außerdem leben viele der Gastfamilien selbst an der Armutsgrenze und können sich die Kosten für die Schulen nicht leisten. Generell haben die Kinder einen niedrigen Status in den Gastfamilien, das heißt, sie werden meist sehr viel schlechter als die eigenen Kinder in den Familien behandelt, sie bekommen oft keine Kleidung und nur das, was von den Mahlzeiten der Familien übrig bleibt, zu essen. Viele werden zudem Opfer von Gewalt und Missbrauch. Und nicht nur in den Gastfamilien, oft auch in dem Viertel, in dem sie wohnen, werden Restavèks diskriminiert. Die Rechte dieser Kinder werden umfassend verletzt.

Das Projekt

Zusammen mit unserer Partnerorganisation MvM (Mouvman Vin Pils Moun) unterstützen wir das Projekt „Informelle Bildung für Restavèk“. In den vier Stadtteilen Carrefour Feuilles, Croix des Préz, Sanfil und Boispatate/Lagrotte der Hauptstadt Port-au-Prince bietet MvM kostenlose Grund- und Berufsbildung für Restavèk-Kinder an. Circa 1.500 Kinder profitieren von den Projektangeboten, die meisten davon sind  Restavèks. Aber auch Straßenkinder, Erdbebenwaisen und Kinder aus besonders armen Familien werden unterstützt. Die Kindernothilfe finanziert die Anmietung der Bildungszentren und die Lehrer und Betreuer.

Der Unterricht

Der Unterricht für die Restavèk-Kinder ist an ihren Tagesablauf angepasst und findet daher nur an drei Wochentagen für wenige Stunden statt. Die Inhalte sollen den Kindern, die teilweise nie zuvor eine Schule besucht haben, Zukunftsmöglichkeiten eröffnen und relevant für ihr tägliches Leben sein. So bezieht die Grundbildung Lesen, Schreiben, Ernährung, Gesundheitsvorsorge, Hygiene und Handarbeit mit ein. Die Betreuer unterrichten in ihren Gruppen maximal 20 Kinder. Je nach Fortschritt und Dauer der Zusammenarbeit sind die Gruppen dem Anfänger- oder Fortgeschrittenen-Niveau zugeordnet. Weiterführend können Kinder sich in den Berufsbildungszentren für Schneiderei, Kochen, Elektrik und Mechanik anmelden.

Kinder die eigentlich keinen Zugang zu formeller Schulbildung haben, werden so kontinuierlich und individuell auf ihrem Weg begleitet, ihr Leben selbst zu gestalten. Sie erfahren oft zum ersten Mal im Leben, dass sie wertvoll sind und Rechte haben. Bei Entscheidungen über die Durchführung und Auswertung des Projekts werden die Kinder miteinbezogen.

Restavèks mit anderen Augen sehen

Die Projektmitarbeiter stehen außerdem im engen Austausch mit den Gastfamilien, den Lokalbehörden und Gemeindemitgliedern. Auf Informationsveranstaltungen versuchen sie, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Probleme des Restavèk-Systems zu schaffen. Zusammen mit den Kindern erarbeiten die Mitarbeiter Lösungen für die individuellen Probleme in den Gastfamilien. Schwerwiegenden Missbrauchsfällen gehen sie gemeinsam mit Justiz und Sozialministerium nach.

Unsere Ziele

Die Kindernothilfe und MvM wollen die Lebenssituation und -perspektiven der Restavèk-Kinder verbessern und erreichen, dass die Bevölkerung diese Kinder mit anderen Augen sieht. Durch Bildung sollen unabhängige und selbstsichere Menschen heranwachsen, die sich für die Verbesserung der Lebenslage aller einsetzen und so auch das Restavèk-System in Frage stellen. Durch die Grundbildung und Lobbyarbeit fördert das Projekt die Kinder nachhaltig.

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Projekt Nr. 84990

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